Ein eigenes Ebook erstellen und verbreiten in zwei Stunden

Udpates: Ich ergänze diesen Post laufend. Hier die Daten der wichtigsten Updates: 11.2., 9.15 Uhr – 11.2., 12.15 Uhr – 

Heute habe ich mir einen Abend Zeit genommen, um etwas zu tun, was ich schon immer mal tun wollte: Ein Buch veröffentlichen. Nun, geschrieben hatte ich nur einen Vortrag über Trolle, ich habe ihn hier schon präsentiert: »Warum die Schule Trolle braucht«. Das Manuskript habe ich überarbeitet und daraus Versionen erstellt, die sich über Amazons Kindle-Store und Apples iBook-Store verbreiten lassen. Das ist also, was ich nun im Folgenden »Buch« nennen werde: Ein kurzer Essay mit ein paar Bildern.

Cover

Ich dokumentiere hier mein Vorgehen kurz, Fragen beantworte ich gerne. Voraus nur dies: Ich bin kein Profi, sondern absoluter Laie, der einfach ausprobiert hat, was möglich ist.

  1. Ich habe das Manuskript mit Pages bearbeitet und die hier erwähnten Formatvorlagen und Voragben verwendet
  2. Das Buch konnte dann in Pages mit dem Befehl »Exportieren« direkt als .epub-File gespeichert werden.
  3. Dazu habe ich das Cover (also die erste Seite) separat als Bilddatei gespeichert, sinnvoll ist .jpg.
  4. Das war schon alles: Ein .epub-Buchfile und ein .jpg-Cover reichen für alles, was ich tun wollte, aus:
    a) Kindle-Direct-Publishing geht mit einem vollständig ausgefüllten Amazon-Konto.
    b) Free Books Account für iBooks geht mit einer Apple-ID; allerdings können die Bücher dann nur gratis angeboten werden. Wer Geld verdienen will, muss ein Konto kaufen.
  5. Auf beiden Plattformen habe ich je rund 10 Minuten gebraucht, um alle Informationen auszufüllen.
  6. Auf Epubli habe ich zusätzlich für 20 Euro eine ISBN-Nummer gekauft. Epubli würde auch die gesamte Publikation des Buches übernehmen, ist aber kostenpflichtig.
  7. Die ISBN habe ich zusammen mit der CC-Lizenz in ein Impressum eingefügt.
  8. Die Titelseite muss doppelt eingefügt werden, damit sie in .epub-Dateien als solche erkannt wird.
  9. Ich habe das .epub-File mit Calibre (OS X) in ein .mobi-File umgewandelt.

Das Buch wird momentan verarbeitet, ich poste hier die Links zu den Büchern, sobald sie erschienen sind. Interessant ist, dass Apple nur einen Zugang zum Gratisprogramm kostenlos anbietet, Amazon auch ermöglicht, Geld zu verdienen. Allerdings wird das Buch bei Amazon auch verschenkt, wenn es anderswo gratis verfügbar ist. Das ist durchaus mein Ziel: Ich will kein Geld verdienen, sondern einen Aufsatz von mir möglichst breit verfügbar machen.

Hier die von mir erstellen Files in Version 1.1, das ganze Buch steht unter der Lizenz CC BY 3.0.

(Dieser Post erscheint am 9. Februar auf Rivva.)

Relevanz, Social Media und die Filter Bubble

Die Diskussion rund um #Aufschrei, eine auf Social Media initiierte Debatte über Alltagssexismus (zunächst nur als Ausdruck sexistischer Erfahrungen gedacht), führte auch zu Diskussionen über die Frage, ob die Masse von Tweets oder anderen Äußerungen auf Social Media Indikator für die Relevanz eines Themas sein kann.
Rainer Stadler, Medienexperte der NZZ hat sich dazu pointiert geäußert:

(Der Kontext kann auf Storify nachgelesen werden.)

Relevant kann also, so Stadler, nur etwas sein, was wahr ist. Während es in seinem Bildbereich, der Mathematik, Wahrheit als eindeutige Eigenschaft geben mag, ist Wahrheit im sozialen und politischen Bereich multiperspektivisch, Kafkas Aussage, Wahrheit gebe es allenfalls im Chor, passt dafür gut. Relevant ist, was einen Chor dazu bringt zu singen. Mit dieser Metapher kann man zwei Abgrenzungen vornehmen: Erstens braucht es für Relevanz nicht nur den Konsum entsprechender Meldungen, sondern echtes Engagement von Menschen (singen ist nicht dasselbe wie zuhören), zweitens kann der Chor für gewisse Zuhörende auch unschön oder falsch klingen: So lange er singt, bringt er viele Stimmen zusammen und hat so Gewicht, also Relevanz.

Haben nun die größten Chöre die größte Relevanz? Oder die, welche besonders schön, virtuos oder laut singen? Diese Frage scheint mir nicht besonders interessant. So lange es einen Chor gibt, ist ein Thema relevant. Größe des Chors, Schönheit des Gesangs, Virtuosität und Lautstärke haben sicher alle einen Einfluss. Entscheidend scheint mir viel mehr, dass wir selber auch alle in Chören mitsingen. Die Frage ist, ob wir dabei auch die anderen noch hören.

Das ist, was Eli Pariser Filter Bubble genannt hat:

Der Grundcode des neuen Internets ist recht simpel. Die neue Generation der Internetfilter schaut sich an, was Sie zu mögen scheinen – wie Sie im Netz aktiv waren oder welche Dinge oder Menschen Ihnen gefallen – und zieht entsprechende Rückschlüsse. Prognosemaschinen entwerfen und verfeinern pausenlos eine Theorie zu Ihrer Persönlichkeit und sagen voraus, was Sie als Nächstes tun und wollen. Zusammen erschaffen diese Maschinen ein ganz eigenes Informationsuniversum für jeden von uns – das, was ich die Filter Bubble nenne – und verändern so auf fundamentale Weise, wie wir an Ideen und Informationen gelangen.

Wenn nun Vertreterinnen und Vertreter traditioneller Medien Themen wie die mit #Aufschrei in Verbindung gebrachten deswegen ignorieren oder geringschätzen, weil hier nur eine »Empörungswelle« heißlaufe, dann nehmen sie implizit auf die Vorstellung einer Filter Bubble Bezug: Das Internet führe halt Mesnchen zusammen, die sich empören wollen, und wenn sie es tun, scheint das schnell ein lauter Chor zu werden, der deswegen aber keine Relevanz beanspruchen kann. Anders gesagt: Den Social-Media-Usern schienen halt die Themen relevant, die in ihrer Filter Bubble viel Plat einnähmen, obwohl sie gar nicht relevant seien.

kafka wahrheit

Rainer Stadler schlägt alternativ klassische Relevanzmerkmale vor:

 

Interessant ist hier, dass auch Stadler auf eine Filterblase verweist: Die Klick- und Leserdaten seiner eigenen Publikation (oder Texte) sind ihm bekannt, Rückmeldungen erhält er aus seinem eigenen Umfeld und der von ihm wahrgenommenen Konkurrenz.

Social Media ermöglicht aber eine Wahrnehmung von vielen Stimmen. Die Vorstellung, man sähe darin nur den eigenen Kontext, kann man nämlich getrost zurückweisen. Christoph Kappes leitet daraus eine Kritik an Parisers Konzept ab (pdf):

Das Internet filtert nicht wie herkömmliche Medien Informationen für den Rezipienten weg, sondern eröffnet nur – potenziell unendlich viele – gefilterte Sichten. Gern wird zur Veranschaulichung die Cafeteria als Beispiel genannt, die durch die Vorauswahl an Mahlzeiten die Möglichkeiten verringert, während das Web sozusagen alle Zutaten mit Rezepten bereitstellt. Eine bestimmte Information wird obendrein an vielen Stellen des Nachrichtenkonsums auftauchen, wenn sie gewisse Relevanzschwellen überschreitet. Wer sich sein Netzwerk nach durchschnittlichen Maßen zusammenstellt, also mit etwa einhundertfünfzig Kontakten, kann daher kaum eine ihn interessierende Information übersehen. […] Dass es nicht zu einer Gleichartigkeit von maschinellen Empfehlungen kommt, ergibt sich auch daraus, dass keine Situation wie die andere ist: Sie ist nach Zeit, Ort und Personen sowie deren Bedürfnissen, Kontexten, sozialen Beziehungen und Informationslandschaften immer neu.

Durch Social Media hergestellte Relevanz unterscheidet sich auf zwei Arten von traditionellen Vorstellungen:

  1. Die Daten sind allen ungefiltert zugänglich, nicht nur einer schreibenden Eliter.
  2. Daten entstehen durch Engagement der Teilnehmenden, nicht durch bloßen Konsum.

Dafür zwei Beispiele: In der Weltwoche dieser Woche argumentiert Alex Baur, von 63 Kommentaren auf der »Webseite des Tages-Anzeigers« hätten nur 13 eine bestimmte Haltung ausgedrückt. Dieses Argument wird angesichts der Tatsache problematisch, dass die Kommentare gefiltert sind – und zwar ohne dass der Filter transparent wäre. Ähnlich verhält es sich bei Klickzahlen: Gerade auf Newsnet, also der »Webseite des Tages-Anzeigers« dominieren oft Artikel die Charts, die mit reißerischen Titeln oder »attraktiven« Bildern versehen sind. Interessant wären die Zahlen, wenn erkennbar wäre, wie lange Menschen eine Artikel gelesen haben. Der Klick auf den Artikel zeigt weder Interesse noch Engagement.

Kurz: Social Media aufgrund der Tatsache, dass alle mitschreiben können, die Fähigkeit abzusprechen, Relevanz zu erzeugen, ist wohl keine sinnvolle Haltung. Im Blick zu behalten, dass nur wenige Menschen auf Social Media aktiv sind, ist allerdings auch nicht falsch.

 

 

Ratgeber »Medienkompetenz« der ZHAW

An dieser Stelle eine Empfehlung: Der eben erschienene Ratgeber »Medienkompetenz« der ZHAW, der sich an Eltern, Erziehende und Lehrpersonen von bis zu 13-jährigen Kindern richtet, ist eine hervorragende und aktuelle Informationsquelle zu den wichtigsten Bereichen der Medienkompetenz.

Bildschirmfoto 2013-02-01 um 11.09.37 Auf der Homepage der ZHAW heißt es dazu:

Kinder und Jugendliche wachsen in einer reichhaltigen Medienwelt auf. Eltern und Lehrpersonen fühlen sich oft unsicher oder überfordert und fragen sich: Wie viel Medienzeit und welche Medieninhalte sind gut für die Kinder? Was tun bei Cybermobbing oder Onlinesucht?

Im vorliegenden Leitfaden „Medienkompetenz“ (PDF, 3.4 MB) beantwortet das medienpsychologische Forschungsteam häufig gestellte Fragen rund um das Thema Jugend und digitale Medien auf einer wissenschaftlichen Basis. Der Ratgeber bietet Orientierung und möchte insbesondere Eltern und Lehrpersonen ermutigen, Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien aktiv zu begleiten.

Die oben abgebildeten »Goldenen Regeln« stammen aus einem separaten Flyer (pdf).

Papierloses Lernen

Papierlos

Mein Studium wäre ohne Papier kaum denkbar, da der ‹Faust› oder der ‹Mann ohne Eigenschaften› auf dem Bildschirm nicht das Gleiche sind wie zwischen Buchdeckeln.

Dieses Zitat findet sich unten am oben abgebildeten Artikel über Krystina Schaub – ein Klick vergrößert ihn so, dass er lesbar wird, hier die Online-Version. Schaub benutzt für ihr geisteswissenschaftliches Publikum nur ein Tablet. Sie nutzt es produktiv, rezeptiv und zur Kommunikation – und kann so, wie auch die Illustration zeigt, gänzlich auf Papier verzichten. (Studien belegen, dass man heute auf Tablets gleich gut Texte lesen kann wie auf Papier.)

Wie eine Umfrage von Per Bergamin zeigt, nutzen Studierende heute Tablets vor allem für rezeptive Tätigkeiten: Sie lesen Texte und betrachten Videos oder Präsentationen darauf, hingegen schreiben oder arbeiten sie wenig damit. Das mag damit zu tun haben, dass Tastaturen eine schnellere Texteingabe ermöglichen oder Papiernotizen weniger Ablenkungsgefahr bieten.

tablet-verteilung

Die Lernrealität vieler Lernenden umfasst heute so eine Reihe von Medienwechseln: Vom Buch zum Smartphone zum Computer zum Tablet, vom Online-Portal zur Facebook-Seite zum eBook zum Youtube-Video. Jeder dieser Medienwechsel ist mit Verlusten verbunden, wie Bergamin ausführt:

Die Sprünge zwischen dem Lehrbuch auf Papier und den Notizen aus dem Unterricht und dem Diskussionsforum im Web bringen Lernverluste. Bis man jeweils von einem auf den anderen Datenträger umgestiegen ist, hat man viel vergessen.

Die Vision, papierlos zu arbeiten, würde auch für die Schule solche Verluste vermeiden. Es müsste dann energischer nach sauberen Lösungen gesucht werden, die sowohl für Lernende als auch für Lehrende die Organisation und Verteilung von Daten erleichtern. Ein Beispiel aus meinem Unterrichtsalltag: Ich lese viele Bücher auf meinem Kindle (in der App oder auf dem Gerät). Dort markiere ich Stellen und halte Notizen fest. Diese Arbeit muss ich dann wieder auf ein Arbeitsblatt übertragen oder auf eine Präsentation, mit der ich die Schülerinnen und Schüler arbeiten lasse. Gleichzeitig notiere ich aber die Links, mit denen sie diese Dateien wieder aus der Cloud abrufen können. Sie lesen die Texte aber in einem Buch; stelten verweise ich sie auf Online-Ausgaben längerer Bücher.

Das Problem, so scheint mir, ist nicht das Papier. Ich werfe Papiere immer fort und benütze sie allenfalls kurzfristig. Ich archiviere Daten nur digital. Und doch besteht das Problem der Verzettelung. Krystina Schaub nutzt Evernote zur Organisation von Notizen, Bildern, Links und anderen Dokumenten; Evernote ist eine Art komplettes Archiv. Ich speichere alle meine Daten auf meinem Google-Drive-Profil und kann sie so einfach verteilen, verlinken und von jedem Endgerät aus bearbeiten.

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Evernote auf OS X.

Letztlich reicht aber eine individuelle Lösung für guten Unterricht nicht. Die Lösungen der Lernenden müssen mindestens an die Lösungen der Schule und der Lehrpersonen anschließbar sein. Natürlich können sie jedes Handout schnell mit dem Tablet oder Smartphone scannen und so ablegen. Aber oft werden schuleigene Intranet gebraucht, die nicht offen sind, oft werden Dokumente über zu viele verschiedene Kanäle zugänglich gemacht etc.

Kommuniziere so, dass andere deine Daten ohne Aufwand in ihren Archiven ablegen können, könnte die Maxime für die Zukunft lauten. Klar müsste dabei aber sein, ob Papier oder Daten das primäre, komplette Archiv darstellen. Sinnvoll wäre ein kompletter Datensatz, der auszugsweise ausgedruckt wird.

(Disclaimer: Ich kenne Krystina Schaub persönlich.) 

Elektronische Medien aus Sicht der Lehrpersonen

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V., kurz BITKOM, hat 2011 mit »Schule 2.0« eine repräsentative Untersuchung zum Einsatz elektronischer Medien an Schulen aus Lehrersicht publiziert (Volltext als pdf).

Die Resultate sind durchaus interessant und sollen hier kurz zusammengefasst werden. Ich fokussiere auf den Vergleich der Fächer, obwohl die Umfrageergebnisse auch Geschlechter, Schultyp und Alter unterscheiden.

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Die ersten beiden Grafiken zeigen, dass 85% der Lehrpersonen von sich sagen, ein positives Verhältnis zu elektronischen Medien zu haben – man könnte denken, die These, dass vor allem die wenig medienaffine Menschen Lehrerin oder Lehrer werden, sei falsch. Allerdings sind solche Ergebnisse immer mit Sorgfalt zu genießen: Wenn der Frame der elektronischen Medien gesetzt ist, geben wenige Menschen an, diesen negativ gegenüberzustehen. Man müsste hier Vergleichswerte anderer Berufsgruppen kennen.

Auf jeden Fall sind rund 10% weniger der Ansicht, elektronische Medien ließen sich im Unterricht sinnvoll einsetzen. Dasselbe gilt, sie man unten sieht, auch für Social Media: Ein Viertel der befragten Lehrkräfte findet, Social Media seien für den Unterricht untauglich. Bildschirmfoto 2013-01-27 um 13.46.07

Bildschirmfoto 2013-01-27 um 13.44.57

Aspekte, die Social Media auszeichnen, kommen aber dann bei den Einsatzmöglichkeiten im Unterricht wenig zum Tragen – letztlich dienen elektronische Medien traditionellen Vorstellungen vom Unterricht; aus welchen Gründen auch immer. 
Bildschirmfoto 2013-01-27 um 13.45.46

 

Auch den sechs Aussagen zum Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln stimmen jeweils rund drei Viertel der Lehrpersonen zu: Schülerinnen und Schüler scheinen ihnen motiviert, konzentriert; sie arbeiten gut in Gruppen und individuell, lernen schneller und können Inhalte besser darstellen.

Die Studie hinterlässt letztlich ein diffuses Gefühl: Die hohe Zustimmung zeigt in ihrer Gleichförmigkeit kaum Handlungsmöglichkeiten auf; es scheint mir sehr unklar zu sein, wie der Einsatz verändert und vor allem verbessert werden könnte.

Fünf Forderungen für Digitale Bildung

Auf Google+ fordert Martin Lindner das interessierte Publikum auf, fünf Foderungen für Digitale Bildung zu formulieren, die »gern auch unrealistisch, nur im Kern vernünftig« sein sollten. Er bezieht sich dabei auf sein Buch-Exposé »Bildung für alle«.

Ich möchte die Anregung auf nehmen und formuliere hier meine fünf Forderungen:

  1. Formelle und informelle Bildungsprozesse verschränken. 
    Die stärken von digitalen Bildungsprozessen liegen in ihrer losen Struktur und ihrer radikalen Individualität. Persönliche Lernnetzwerke sind auf eine einzelne Person zugeschnitten, sie haben keine starren Regeln, sondern funktionieren vielleicht in einer Hinsicht, in einer anderen nicht. Digitale Bildung akzeptiert das: Sie bietet in formellen Bildungsprozesse Schnittstellen für informelle Lernprozesse und setzt voraus, dass die Lernenden auch informell lernen. Damit wird das Axiom verabschiedet, dass es schulische Bildung als ein Monopol gibt, sondern schulische Bildung systematisiert und zertifiziert Lernen, das informell oder formell stattfindet.
  2. Fokus auf Reflexion und Dialog. 
    Die besten Nachhilfelehrer für Mathematik sind Computerprogramme. Sie bringen uns auch das 10-Finger-System bei, das Gitarre spielen und trainieren Vokabeln von Fremdsprachen. Viele solcher automatisierbaren Abläufe kann und soll Digitale Bildung nicht anbieten, sondern einen Dialog darüber anbieten, der Reflexion ermöglicht. Diese Reflexion ist nicht ein Schlagwort, sondern eine echte Auseinandersetzung mit Praktiken, Kompetenzen und ihrer Gewichtung. Dieser Fokus überlässt die Anwendung und das Üben digitalen Hilfsmittel und macht Lernangebote auf einer Meta-Ebene. 
  3. Nicht-Digitale Bildung als Alternative. 
    Digitale Bildung bietet Lernprozesse an, die sich nicht digitalisieren lassen. Kinder gehen jede Woche einen Tag in den Wald, sie lernen schwimmen, erleben gemeinsam die Dunkelheit, erzählen sich Geschichten, nehmen ihren Körper wahr. Strengen sich an, ruhen sich aus. Kochen, essen, löten und ziehen Kerzen . Sie bauen etwas mit ihren Händen. Sie spielen Theater. Wichtig ist hier: Es geht nicht um einen Ersatz, sondern eine Ergänzung, eine Abwechslung, eine Distanz, aus der auch Reflexion möglich ist.

    Resultat von Digitaler Bildung.
    Resultat von Digitaler Bildung.
  4. Use Your Own Device. 
    Digitale Bildung scheitert oft an der Praxis. Lange wird debattiert, welche Geräte angeschafft werden, wie Missbrauch verhindert wird, wie sie reserviert werden können etc. Dann sind sie nicht aufgeladen, lassen sich nicht anschließen, Daten gehen verloren etc. Es gibt nur ein Rezept: Jede Schülerin und jeder Schüler hat ihr und sein eigenes Gerät, mit dem sie sich bilden. Privat und in der Schule. Sie können niederschwellig Support erhalten, sind aber selber verantwortlich für das Funktionieren des Geräts und die Verfügbarkeit von Daten.
  5. Bottom Up. 
    Digitale Bildung beginnt nicht mit einem Konzept, das alle Eventualitäten abdeckt, sondern mit best practice. Lehrpersonen und Klassen werden ermuntert, zu experimentieren. Neues anzugehen und ihre Erfahrungen mitzuteilen. Ergebnisse werden nicht in statischen Lehrplänen festgeschrieben, sondern dynamisch protokolliert, überarbeitet, kommentiert und ergänzt. Digitale Bildung entsteht wie Inhalte im Web 2.0: Kollaborativ, ausgehend von einem Autorin, aber filterbar vom Rezipienten, verlinkbar, in vielen Versionen.
  6. (Ja, es sollten fünf sein, aber eine Forderung habe ich noch.)
    Hacken als Prinzip. 

    »Was einen Hacker von anderen Technikenthusiasten hervorhebt, ist die selbstbezügliche Hingabe im Umgang mit Technik. Ohne dass dies für einen Beobachter zwangsläufig sinnvoll erscheint, kann er sich aus Spaß am Hacken durchaus für die Lösung von Problemen begeistern, die aus rein praktischen Erwägungen gar keine sind. Wie das Jargon File beschreibt, genießt ein Hacker die intellektuelle Herausforderung, auf kreative Weise Grenzen zu überwinden oder zu umgehen. Neben der üblichen Nutzung von Technik geht es darum, etwas auszuprobieren und zu entwickeln. Technik zu überarbeiten und dabei auch in einer Weise zu verwenden, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen war, entwickelte sich so zu einem wesentlichen Merkmal ihrer Kultur.« – Wikipedia

    Die Herausforderung für die Zukunft der Digitalen Bildung wird sein, ob wir alle in den Netzwerken aufgehen und die Netzwerke uns als Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen, oder ob wir die Netzwerke einrichten und nutzen. Letzteres gelingt dann, wenn wir sie hacken und das Hacken als zentrale Bildungstechnik fördern und fordern. Dazu muss man sich wohl etwas mit Programmieren auseinandersetzen, aber vielleicht auch mit ganz anderen Dingen. Es gibt keine Vorgaben, wie Geräte und Netzwerke benutzt werden, sondern im Gegenteil: Gerade die Abweichung von Vorgaben wird angestrebt und gefördert.

**Zusatz, 24. Januar**

Martin Lindner hat seine fünf Forderungen auch notiert. Hier die Kurzform, die lange Fassung kann man hier nachlesen:

  1. Hilfe zur Selbsthilfe: Ressourcen für selbstorganisiertes Lernen
  2. Ein Pool für Offene Bildungs-Ressourcen (OER)
  3. Eine offene Online-Akademie für „Digital Literacy“
  4. Colearning-Räume im ganzen Land
  5. B-Inkubator:  „Seed Capital“ für hunderte kleine „Digitale Bildung“-Projekte.

Was man von der Lesesucht-Debatte im 18. Jahrhundert lernen kann

Die Lesesucht ist ein thörigter, schädlicher Mißbrauch einer sonst guten Sache, ein wirklich großes Übel, das so ansteckend ist, wie das gelbe Fieber in Philadelphia; sie ist die Quelle des sittlichen Verderbens für Kinder und Kindes Kinder.
– Johann Gottfried Hoche, »Vertraute Briefe über die jetzige abentheuerliche Lesesucht« (1794)

Im 18. Jahrhundert kritisierte eine Reihe von Intellektuellen, Experten, würde man wohl heute sagen, die grassierende Lesesucht. Wie der lesenswerte Beitrag von Klaus Wolschner deutlich macht, wurde während der zunehmenden Alphabetisierung die zunehmende Lektüre von Romanen ein einem Krankheitsdiskurs beobachtet – ein bekanntes Beispiel ist Karl Philipp Moritz‘ autobiographisch inspirierter Bildungsroman Anton Reiser:  »Das Lesen war ihm nun einmal so zum Bedürfnis geworden, wie es den Morgenländern das Opium sein mag, wodurch sie ihre Sinne in eine angenehme Betäubung bringen.« (S. 174)

In seiner »Mediologie des 18. Jahrhunderts« mit dem Titel »Körperströme und Schriftverkehr« hat der Konstanzer Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke dieses Phänomen analysiert. Er spricht von einem »Überdruck der Imaginationen« (S. 403): Literatur hat Wünsche ausgelöst, die im beschränkten dörflichen Umfeld nicht zu befriedigen waren. Gleichzeitig hat sich die Möglichkeit ergeben, sich über die Schrift Netzwerke aufzubauen, die von der physischen Präsenz gelöst werden können. Dadurch wurden auch etablierte Mechanismen zur Verteilung von Macht und Wissen infrage gestellt. Koschorke zitiert einen zeitgenössischen Text von Karl Gottfried Bauer:

Wo der Mensch so wenig in sich, sondern stets außer sich zu existieren gewohnt ist, wo er so wenig durch sich selbst ist und alles durch andere, durch den Gebrauch äußerlicher Werkzeuge zu werden suchen muss, wo er folglich nur selten sich selbst genug sein kann, wo er einen großen Teil seiner moralischen, ja man kann dreist behaupten, auch seiner physischen Freiheit, Preis gibt und dennoch hinter seinem, oft ganz chimärischen Ziele, weit zurückbleibt.

Kinder lesen. Kupferstich von 1778. (Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung)
Kinder lesen. Kupferstich von 1778. (Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung)

Wenn man die Eigenschaften der Debatte über die Lesesucht zusammenfasst, dann sind folgende Aspekte relevant:

  1. Betroffen von der Kritik sind nicht-privilegierte Gruppen wie Frauen und Jugendliche; sie geht aus von Privilegierten. 
  2. Die dahinterstehende Ideologie ist der digitale Dualismus: Die (physische) Realität und die virtuelle Welt der Romane sind zu trennen. Die Interaktion der beiden Sphären wird als gefährlich bezeichnet.
  3. Der verwendete Suchtbegriff ist auch aufgrund von unpräzisen Vergleichen undifferenziert und tendenziös.

Diese Aspekte gelten auch für »Mediensucht«, wie sie heute mit Computerspielen (»World of Warcraft«) und Social Media in Verbindung gebracht wird. Es wäre also leicht, die Diskussion einfach zu verweigern, indem man darauf verweist, dass jeder mediale Wandel von ähnlichen Befürchtungen geprägt war: Sei es das Lesen, der Film oder eben Computerspiele – stets war die Rede von einer »gänzlichen Zerrüttung des Gehirns« oder »einem empfindlichen Nervensystem« (die Zitate stammen aus einem Traktat von Friedrich Burchard Beneken aus dem Jahr 1788). Gehirn und Nerven sind ein Universalargument, das Raum für viele Spekulationen bietet und immer wieder ignoriert, wie formbar und gewöhnungsfähig das menschliche Hirn ist.

Gleichwohl können problematische Auswirkungen von eine virtuellen Gefühls- und Handlungswelt nicht als gänzlich unberechtigt zurückgewiesen werden. Der Suchtexperte Bert te Wildt argumentiert präzise, wenn er festhält, Medienabhängigkeit sei besonders verheerend, weil sie hauptsächlich Heranwachsende betreffe. Sie verlagerten dabei ihre Beziehungen und ihre Beziehungsarbeit ins Mediale. Indem sie Profile und Avatare ihrer selbst erstellen, also mit Ersatz-Ichs den Cyberspace bevölkern, seien sie gezwungen, viel Zeit in den Aufbau dieser simulierten Personen zu investieren und daraus resultierende Beziehungen zu pflegen. Dabei erlebten sie zufällige Ausschüttungen von Belohnungsreizen, die gekoppelt mit entsprechenden Vorgängen im Hirn wie bei Glücksspielen zu Abhängigkeit führen können. Diese »virtuelle Dimension von Beziehungen« führe nach de Wildt dazu, dass »das empathische Moment leidet oder gar verkommen könnte«. Menschen verlieren das Mitgefühl, weil sie außerstande sind, handeln zu helfen: Sie können im Medialen nur zuschauen. Letztlich böten Medien die Möglichkeit der Realitätsflucht: Realität und Wirklichkeitsansprüche driften dabei auseinander. Kann die Realität die Ansprüche nicht befriedigen, würden sie ins Mediale externalisiert und zum Objekt gemacht.

Dieses Suchpotential der virtuellen Dimension, sei sie nun durch Bücher, Filme oder Games gegeben, hat aber auch ein revolutionäres Potential: Es befähigt, die Wirklichkeit zu verändern, Autoritäten zu hinterfragen, eigene Netzwerke in der virtuellen Dimension zu bilden, die Beschränkungen der Realität überwinden können. Als Beispiel kann hierfür Marina Weisbands Biografie angeführt werden, die als Migrantin in der Schule schlecht integriert war und ausgeschlossen wurde. Sie sagte dazu in einem Interview:

Mit 13 habe ich einen Internetanschluss bekommen, und dort habe ich Freunde gefunden. Da hatte ich dann meine virtuelle Clique. Sobald wir von der Schule heimkamen, haben wir uns alle in einem bestimmten Forum getroffen und uns hin und her geschrieben, bis wir eingeschlafen sind. Wir waren uns sehr nah. Ich habe auch meinen ersten Freund online kennengelernt.

Medienwandel ein ein sozial komplexes Phänomen. Er kann nicht bewältigt werden, indem jahrhundertealte Formeln wiederholt und in sozialen Abgrenzungs- und Ausgrenzungsbemühungen eingesetzt werden – aber auch nicht, indem er unkritisch gefeiert wird. In ihrem lesenswerten Essay »Standardsituationen der Technologiekritik« hat Kathrin Passig ein Muster diskutiert, das technische Neuerungen kulturhistorisch begleite. In der Welt fasst es Felix Müller wie folgt zusammen:

  1. Wofür soll das bitte gut sein?
  2. Das braucht doch kein Mensch.
  3. Die Einzigen, die das wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.
  4. Das ist ja nur eine Modeerscheinung.
  5. Die Innovation verändert überhaupt nichts.
  6. Die Neuerung ist zwar ganz gut, aber nicht gut genug.
  7. Sie stürzt schwache Charaktere ins Verderben.

Die Facebook-Krise: Ist eine Ära vorbei?

Fast täglich kann man Berichte über Statistiken lesen, die belegen, dass die dominanten Stellung von Facebook als das herausragende soziale Netzwerk bedroht sein könnte:

  1. In der Schweiz nimmt die Beliebtheit von Facebook bei den unter 15-Jährigen ab, wie die PR-Agentur Bernet ermittelt hat. Mehr als die Hälfte der User ist über 30.

    Quelle: bernetblog.ch
    Quelle: bernetblog.ch
  2. In den UK haben fast 2% der FB-User (600’000) im Dezember das Netzwerk verlassen, wie der Guardian berichtet.
  3. Die Kundenzufriedenheit nimmt gemäß dem American Customer Satisfaction Index stark ab, Facebook ist das soziale Netzwerk mit den unzufriedensten Kunden.  Bildschirmfoto 2013-01-15 um 11.08.28

Die Probleme von Facebook sind auf fünf Gründe zurückzuführen:

  1. Monetarisierung
  2. Sicherheit
  3. mobile Nutzung
  4. Privatsphäre
  5. häufige Änderungen der Oberfläche.

Diese Gründe sind miteinander vermischt, lassen aber alle die Attraktivität des Netzwerks sinken. Die Monetarisierung wirkt sich umfassend aus: Viele Posts werden den Usern gar nicht mehr eingeblendet, weil das ein kostenpflichtiges Feature ist; Nachrichten erreichen ihre Empfänger nicht bzw. verschwinden in einer ominösen und eigentlich unsichtbaren Spam-Box; aggressive Werbung erscheint und benutzt dafür andere User, ohne ihr Einverständnis einzuholen.

Foto

Das erschwert auch die mobile Nutzung des Netzwerks. Das Verschicken von Botschaften und Bildern lässt sich da einfacher handhaben als mit der doch eher schwerfälligen und unzuverlässigen App von Facebook. Die Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre sind auf Social Media oft Imagefragen, die nicht auf eine realistischen Einschätzung oder einem Vergleich der Netzwerke beruhen. Facebook gilt als notorisch unsauber, ein Ruf, von dem das Netzwerk kaum wieder loskommt.

Die Zwangsänderungen (z.B. Chronik) verärgern viele User, weil sie unerwartete Effekte hervorrufen. Generell kann man nicht sicher sein, wie das aussehen wird, was man bei Facebook hinterlässt. Zudem dürfte sich auch eine Art Abnutzung ergeben haben: Wenn man fünf Mal die Ferienbilder auf Facebook geteilt hat und dafür tolle Kommentare und Likes erhalten hat, erlebt man beim sechsten Mal nichts Aufregendes mehr. Die Interaktion nimmt ab, der Aufwand steigt, die Lust geht verloren.

like and dislike paper

Gleichwohl ist FB immer noch für viele Menschen Synonym für Social Media. Sie erreichen dort ihr größtes Netzwerk, die meisten Bekannten haben FB und müsste erst dazu bewegt werden, eine Alternative zu nutzen. Die Frage ist also: Sind solche Netzwerke an sich in der Krise oder geht es einfach um die Marke FB? Man müsste in die Zukunft blicken können, um die Frage zu beantworten. Das folgende Video zeigt aber auf einer mäßig humorvolle Art und Weise, wie übersättigt viele Menschen mit den Möglichkeiten von FB sind.

Kompetenzen für eine digitale Welt

Philipp Zurmöhle, society6.
Philipp Zurmöhle, society6.

Blickt man in die Zukunft, so wirkt Medienkompetenz oft wie ein Schlagwort, mit dem viele Ansprüche gemeint sind, die sich nicht genau benennen lassen. In der Diskussion des Begriffs Kompetenz vermischen sich zudem die Anforderungen einer wirtschaftlich determinierten Berufswelt und gesellschaftliche Vorstellungen von individueller Entwicklung, wie Anja Wagner in ihrer Dissertation mit dem Titel »ÜberFlow« festhält (S. 108):

Die Kompetenzdebatte fokussiert auf die Person als zentrale Instanz der Kompetenzentwicklung. Seitens gesellschaftspolitischer Instanzen wird über den individualisierten Kompetenzbegriff großer Druck auf die Menschen ausgeübt, damit diese problemorientiert auf flexible äußere Anforderungen reagieren können und die nationalen Gesellschaften innovativ weiterentwickeln. Will man dagegen weniger die funktionale Anbindung an von außen gesetzte Normen oder Ziele (wie staatliche Entwicklung, Innovationen, persönliche Bildung o.ä.) in den Vordergrund rücken und eher die Sicht des Einzelnen einnehmen, so kommt der individuellen Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit eine größere Bedeutung zu. Die persönliche Kompetenz zur Gestaltung von Situationen ist eine andere als fach- oder methodenspezifische Kompetenzen, um in bestimmten Situationen im Interesse der Wissensökonomie zu agieren.

Die Fähigkeit, im Internet vorliegende Angebote nutzen zu können, auf die beispielsweise das »Internet Literacy Handbook« der UNESCO eingeschränkt ist, und die damit verbundene Reflexion erweitert Wagner mit drei zentralen Voraussetzungen, die Individuen befähigen »eine individuelle Netz-Kompetenz aufzubauen, die es ermöglicht, neben den herrschenden Netzwerkstrukturen alternative Netzwerke mit gestalten zu können« (S. 109f.):

  1. Selbstregulation, Selbstorganisation, Selbstreflexion und Selbstreflexion ermöglichen informelles Lernen im Kontext des Web 2.0; sie führen zu »Neugierde und Kreativität, Initiative und Autonomie, Lernfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Frustrationstoleranz, Improvisationsgeschick und Risikobereitschaft«.
  2. Eine Internetkompetenz, die sich aus einer Medienalphabetisierung oder Medien-literacy, »medienspezifischen Analyse-, Evaluations- und Contententwicklungs-Skills« und der Fähigkeit, Informationen kontextualisieren zu können, zusammensetzt.
  3. Die unter 1. und 2. genannten Fähigkeiten kommen in heterogenen sozialen Zusammenhängen zum Einsatz, entscheidend ist also die Kompetenz, in flexiblen Umgebungen problembezogen kommunizieren zu können, ohne die eigene Autonomie preiszugeben.

Medienkompetenz muss in Bildungsprozessen mit der Förderung sozialer und ethischer Kompetenzen gekoppelt werden. Nur so kann dem einerseits gesellschaftlichen, andererseits wirtschaftlichen Druck widerstanden werden, der durch die Neuen Medien gerade auf Jugendliche ausgeübt wird.

»Überschätzter Frontalunterricht« – mein Beitrag im Sonntag

Gestern ist im Sonntag meine Meinung zum Frontalunterricht erschienen, die ich hier schon als Blogpost entworfen habe. Der Text kann auch digital gelesen werden.

Ich freue mich über Kommentare.

Der Sonntag, 13. Januar 2013, S. 13.
Der Sonntag, 13. Januar 2013, S. 13.