Social Media im Unterricht – ohne Computer

Wenn man Social Media hört, denkt man sofort an Facebook, Smartphones, an Menschen vor dem Computer. Die Idee von Social Media ist aber eine andere – die mit gutem Unterricht sehr viel zu tun hat.

Ich versuche das kurz zu skizzieren. Eigentlich geht es um vier Aspekte:

  1. Alle an der Kommunikation Beteiligten können wahlweise aktiv und passiv daran teilnehmen, also Inhalte erstellen und Inhalte konsumieren.
  2. Dadurch verändert sich die Rolle der Lehrperson, die Prozesse begleiten kann, aber nicht exklusiv für Inhalte zuständig ist. Ihre Hauptaufgabe ist nicht mehr das Bereitstellen von Inhalten, sondern die Begleitung im Umgang mit diesen Inhalten, das Coaching.
  3. Zudem verläuft die Kommunikation zwischen allen Teilnehmenden – Schülerinnen und Schüler kommunizieren direkt miteinander und nicht via die Lehrperson.
  4. Dieses Lernen ist dann nicht mehr ortsgebunden und findet nicht mehr nur im schulischen Kontext statt, sondern verbindet private Lernphasen mit schulischen.
John Trevor Custis, Francis M. Drexel School in Philadelphia. 1898. Wikimedia Commons.
Dazu lässt sich immer schön Brechts Ideal in seiner Radiotheorie von 1930 zitieren:
Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müßte demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.

Die Schülerinnen und Schüler sollen »in Beziehung gesetzt« werden. Das ist Social Media.

Ein aktuelles Beispiel dazu findet sich in einem Artikel zum »Virtual Linguistics Campus« an der Universität Marburg. Der zitierte Professor, Jürgen Handke, kommentiert das Konzept des »inverted classrooms« wie folgt:

Dennoch kann auf das persönliche Erscheinen im Vorlesungssaal oder Seminarraum auch hier nicht ganz verzichtet werden: Denn das gemeinsame Üben sei immens wichtig, betont Anglistik-Professor Handke. Die Inhalte, die sich die Studenten im Netz aneignen, werden deshalb in einer Präsenzveranstaltung an der Uni vertieft. Das ist Phase zwei des „umgekehrten Klassenzimmers“.

Ganz ohne direkten Kontakt zum Professor geht es also nicht. „Der hat allerdings eine völlig neue Funktion“, sagt Handke und ist ganz offensichtlich begeistert: „Er ist der Begleiter, denn er begleitet die Studierenden beim Üben und Diskutieren. Und die Diskussionen – die sind viel lebhafter als sonst!“

Letztlich hieße Social Media in der Schule, dass Schule ohne Gadgets und Computer stattfindet – dass aber zuhause am und mit dem Computer gelernt wird.

Projektidee: Kony 2012

Auf FB hat heute Klaus Meschede, dem ich viele Inputs für das Thema dieses Blogs verdanke, folgenden Vorschlag gepostet:

Idee für ein Projekt zum Schuljahresende:
„Kony 2012“
Vorgeschichte, Kampagne, Wirkung, Auswirkung(?), etc.
Basis: hohe Betroffenheit, Empathie bei Jugendlichen, intensive Kommunikation
Bezug: Moralentwicklung bei Jugendlichen, Empathie vs. Abstraktion/ Universalismus (Habermas als Ergänzung zu Kohlberg), Identitätsbildung
möglichst fächerübergreifend, wenigstens mit Referenten aus SoWi-LK [gemeint: Sozialwissenschaften-Leistungskurs], D-LK [Deutsch-Leistungskurs] (Medien und Kommunikation), evtl. Filmgruppen

Ich möchte diese Idee im Folgenden nun etwas ausführen – und insbesondere aufzeigen, welche Rolle die Reflexion und der Einsatz von Social Media in Bezug auf dieses Thema spielen könnte.

Am Anfang soll eine Liste mit Aspekten stehen, die für das Thema eine Rolle spielen:

  • Worum geht es ganz grundsätzlich? Was hat sich in Uganda in den letzten fünf Jahren ereignet? Was ist die Rolle der Lord’s Resistance Army? Wie ist die aktuelle Situation zu beurteilen?
  • Woher wissen wir etwas über ein Land wie Uganda? Welchen Quellen vertrauen wir, wie nähren wir uns einem solchen Thema?
  • Inwiefern gibt es in Westeuropa ein differenziertes Afrikabild? Welchen Aussagen / Fakten / Vorurteilen schenken wir in Bezug auf afrikanische Länder eher Glauben – und warum?
  • Wie können Menschen auf ein wichtiges Anliegen aufmerksam gemacht werden? Welche Rolle spielen dabei traditionelle Medien, welche Neue Medien bzw. Social Media?
  • Welchen Einfluss haben Prominente auf die Bedeutung von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Problemen?
  • Was beschleunigt bzw. verlangsamt soziale Kommunikation auf Netzwerken wie Facebook und Twitter? Welche Inhalte werden schnell und oft geteilt, welche weniger?
  • Warum berührt uns das Kony Video (stärker als andere Videos)?
  • Wie unterscheidet sich die Verarbeitung von News durch junge Menschen von der älterer?
  • Ist es möglich, dass virale Kampagnen bzw. Virals eine Auswirkung außerhalb des Internets (d.h. in der Welt der Dinge und Menschen) haben?
  • Dürfen Organisationen, die wohltätig bzw. in der Entwicklungshilfe tätig sind, Marketing betreiben? Wie aufwändig darf dieses sein? Ist es besser, wenn eine solche Organisation hohe Einnahmen und hohe Kosten hat, als wenn sie tiefe Einnahmen und tiefe Kosten hat?
  • Kann virales Marketing auf Social Media Kanälen langfristig für wohltätige Organisationen bedeutsam sein?
  • Können wir in einer globalisierten Welt ein »fremdes« Problem lösen?
  • Die persönlichen Geschichten hinter Kony: Jason Russell (Regisseur des Filmes, evangelikaler Hintergrund, sein Sohn); Joseph Kony.

Diese verschiedenen Zugänge bieten sich für einen interdisziplinären Ansatz an. Es stellen sich ganz konkrete politische, wirtschaftliche, historische und soziale Fragen. Es werden kommunikative und mediale Themen verhandelt. Ethische Fragen spielen eine große Rolle, ebenso erkenntnistheoretische.

Infografik: Huffington Post.

Wenn man sich die Bandbreite der Themen anschaut, so ist dieses Projekt klar gymnasial ausgerichtet, wohl sogar eher für Klassen nahe beim Abitur/bei der Matur. Viel Material wird erst dann verfügbar, wenn Schülerinnen und Schüler genügend gut englisch sprechen.

Ich stelle mir einen möglichen Projektablauf wie folgt vor:

  1. Input für alle Projektteilnehmenden:
    Visionierung des Kony-VideosDiskussion.
  2. Entscheid für einen Themenbereich, sehr grob skizziert – Bildung von Gruppen.
    Danach weiteres Inputmaterial,
    z.B.

  3. Projektartige Verarbeitung des Materials und der Überlegungen der Gruppe.
    a) Projektziele und -verlauf definieren.
    b) Recherchieren, kuratieren und verarbeiten von Hintergrundmaterial.
    c) Verarbeitung idealerweise Arbeit mit Social Media, z.B. Wiki oder Blog. (Idee: Es entsteht ein Gesamtprodukt, in das die einzelnen Gruppenbeiträge eingefügt und auf einander bezogen werden können.)
  4. Präsentation und Feedbackprozess.
    Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse dem Plenum und erhalten von anderen Gruppen Feedback.
    Wiederholung dieser Schlaufe mit einer Art Öffentlichkeit, über Social Media sehr einfach möglich.
  5. Individuelle Reflexion. 
    Die Lehrpersonen, die das Projekt begleitet haben, können hier einige allgemeine Fragen stellen (Umgang mit Social Media; Manipulierbarkeit; Möglichkeiten, in einer globalen Welt etwas zu verändern; Afrikabild in Europa und Nordamerika…)
    In diesem Prozess kann vor allem auch die persönliche Haltung und Veränderung dieser Haltung ins Spiel gebracht werden, sinnvoll ist hier wohl eine ganz traditionelle Arbeit mit einem persönlichen Text, aber auch Social Media (z.B. als Kommentar etc.) wäre denkbar, wenn für Schülerinnen und Schüler in Ordnung.
Visiualisierung der Twitter-Aktivitäten zu Kony 2012, SocialFlow.

Ein solches Projekt würde dem entsprechen, was Wolfgang Neuhaus in einem Aufsatzentwurf zu »didaktisches Design« einleitend formuliert:

Lernen ist eine auf Zukunft gerichtete Aktivität. Ich lerne aus Neugier, aus Interesse, aus Spass oder wegen extern an mich herangetragenenen Notwendigkeiten und ich verspreche mir davon, bestimmte Aufgaben oder Herausforderungen in der Zukunft bewältigen zu können.

Neuhaus zitiert dabei Bruno Latour und sein Konzept des Komponierens, das auf solche Aktivitäten sehr schön anwendbar ist:

Der Bruch mit der Vergangenheit wird nicht ausreichen. Kritik wird auch nicht helfen. Es ist Zeit zu komponieren – in allen Bedeutungen des Wortes, einschließlich mit etwas komponieren, also Kompromisse einzugehen, sich zu kümmern, sich langsam zu bewegen, vorsichtig und mit Vorsorge.

Tipps und Spiele zum besseren Umgang mit Suchmaschinen

Suchmaschinen wie Google zu verwenden scheint eine so selbstverständliche Kulturtechnik zu sein, wie das Schuhebinden. Man würde naiverweise denken, dass Schülerinnen und Schüler das nicht in der Schule lernen müssen, sondern es schon beherrschen. Das denkt man so lange, bis man ihnen einmal beim Suchen im Internet zusieht.

Wie also lernt und lehrt man, besser zu »googlen«?

1. Spielerisch

Es gibt eine Reihe von Spielen mit Suchmaschinen, die man z.B. in einer Partnerarbeit spielen kann:

  1. Wer findet die Seite? 
    Schülerin A gibt eine Seite vor, z.B. diesen Blogeintrag. Schüler B muss eine Suchanfrage finden, die als erstes (oder einziges) Resultat diese Seite anzeigt.
  2. Wer findet das bessere Suchwort? (Googlefight)
    Schülerin A gibt einen Suchbegriff vor. Gemeinsam sieht man, wie viele Resultate Google findet:
    Schüler B schlägt nun einen Suchbegriff vor, der mehr Resultate liefert. (Um das Spiel schwieriger zu machen: Mehr, aber nicht mehr als doppelt oder zehn Mal so viele…)
    Lustiger wird dieses Spiel mit einem Googlefight –  dort kämpfen zwei Suchbegriffe gegeneinander. Kann auch verwendet werden, um z.B. die richtige orthographische Schreibweise eines Wortes zu klären (»klären« vs. »klähren«)  oder die Beliebtheit von Fussballspielern.
  3. Was hab ich gesucht? (What did I search for?)
    Auf folgenden Seiten werden Suchresultate angezeigt, der Suchbegriff aber mit ????? codiert. Die Frage ist nun, was der Suchbegriff war. Die Seite gibt es meines Wissens leider nur auf Englisch, ist aber wohl auch ein sinnvolles Spiel für den Fremdsprachenunterricht…
    (a) gamesforthebrain.com/game/whatsearch/
    (b) gwigle.varten.net/
  4. Das Bildersuchequiz.
    Auch für die Bildersuche gibt es ein (englisches) Quiz, wo man den Suchbegriff erraten muss. Das kann man gut aber auch selbst in Partnerarbeit spielen – einfach so runterscrollen, dass der Suchbegriff nicht mehr sichtbar ist. Hier ein einfaches Beispiel:

2. Suche wie ein Mathematikproblem angehen: Resultate schätzen

Tasha Bergson-Michelsen schlägt vor, Schülerinnen und Schüler die drei folgenden Fragen zu stellen, bevor sie etwas suchen. Die Idee ist, dass sie das Resultat zuerst abschätzen müssen, um einschätzen zu können, ob es hilfreich und sinnvoll ist – analog zu einer Mathematikaufgabe, wo es didaktisch sinnvoll ist, zuerst eine Schätzung abzugeben, bevor man die Aufgabe löst.

  1. Was für Ergebnisse liefert die Suche?
    Z.B. für »Bayern«, »Bayern München«, »die Bayern«. [Bergson-Michelsens Beispiel ist etwas schöner: »who«, »the who«, und »a who«.]
  2. Wie sieht mein perfektes Suchergebnis aus?
    Was steht auf der Seite, die ich suche? Welches Vokabular verwendet sie? Wann kann ich annehmen, dass sie von einer Expertin oder einem Experten verfasst worden ist?
  3. Was erwarte ich, wenn ich auf ein Suchresultat klicke?
    Sobald ich gesucht habe, sehe ich eine Liste von Resultaten. Auf welches soll ich zuerst klicken – und warum?

Diese Überlegungen können geübt werden. Werden diese Übungen richtig gemacht, erkennen und erfahren Schülerinnen und Schüler, dass sich ihre Sucheffizienz und die Qualität ihrer Ergebnisse automatisch verbessern – und setzen neue Techniken ein.

3. Tipps für Suchtechniken

Diese Tipps kann man Schülerinnen und Schülern einfach einmal mitteilen, indem man sie an geeigneten Beispielen vorführt – sie könnten auch auf einem Poster im Computerraum stehen etc.

  1. Das Suchwort »wiki« hinzufügen, um direkt Wikipedia-Artikel angezeigt zu bekommen.
  2. Präzise Informationen durch das Zusammenstellen von vier bis sechs Suchbegriffen, die in einem gesuchten Dokument vorkommen müssen.
  3. Wissenschaftliche Texte findet man, indem man direkt nach pdfs sucht. Das geht so: »SUCHANFRAGE filetype:pdf«.
  4. Dasselbe geht auch für Präsentationen, Word-Dokumente oder Tabellen, dort gibt es aber nicht immer einheitliche Fileformate (hilfreich sind aber .ppt respektive .doc beziehungsweise .xls.
  5. Erweiterte Suchoptionen benutzen um Sprache, Datum und Region einzustellen, wenn das nötig sein sollte.
  6. Sehr oft suche ich Dokumente, die bestimmte Zitate enthalten.
    Das Suchen mit Anführungszeichen hilft oft weiter: »”liberty and justice for all”«.
  7. Nützlich ist auch das Suchen nur auf einer Seite: »SUCHANFRAGE site:nzz.ch«.
  8. Auch die Bildsuche kann feingesteuert werden, z.B. auch über die Farbauswahl!

Bergson-Michelsen kombiniert diese Techniken hier an einem schönen Beispiel.

4. Google Search Education

Google bietet selbst Tools an, um mit der Fülle von Möglichkeiten und Informationen umzugehen. Hier der Link zur Seite (englisch) und ein Einführungsvideo:

Zeichenbegrenzungen kreativ nutzen – Twitter im Deutschunterricht

Für viele Texte steht nur ein bestimmter Platz zur Verfügung. Historisch war Papier eine teure Ressource, über die man nicht beliebig verfügte. Ich konnte einmal zusehen, wie ein vom Literaturarchiv Marbach ersteigerter Schiller-Brief ausgepackt wurde: Der Brief umfasste einen Bogen und Schiller füllte jede Zeile aus – ohne, dass man das dem Inhalt oder Stil des Briefes angemerkt hätte.

Ähnlich war es mit Postkarten, die nicht nur sehr limitierten Platz boten, sondern auch nur dann günstiger frankiert werden konnten, wenn sie 20 Wörter oder weniger enthielten.

http://www.suetterlin-online.de/postkarte-1911.html (mit Abschrift des Textes)

Ein weiteres Beispiel sind journalistische Texte, deren Länge oft exakt vorgegeben ist, um das Layout zu erleichtern.

Kurz gesagt: Zum Schreiben gehörte lange Zeit der Umgang mit Begrenzungen. Sie stellen Anforderungen an präzise Wortwahl, an inhaltliche Verdichtung, an bewusste Stilwahl.

Digitale Medien erlauben es, Texte von unbeschränkter Länge zu schreiben. Gerade bei Blogs führt das oft zu zu langen Texten, wie ich kürzlich an einem anderen Ort festgehalten habe.

Aus diesen Gründen halte ich den Einsatz von Twitter in einem Schreibprojekt für sehr sinnvoll. Ich skizziere es hier grob und werde den Post vervollständigen, wenn ich damit konkrete Erfahrungen gesammelt habe. (Bisher habe ich Schülerinnen und Schüler nur in Twitter eingeführt und sie ausprobieren lassen.)

  • Das Projekt ist wohl ab dem 7. Schuljahr denkbar.
  • Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse sollen ein Profil unter einem Phantasienamen erstellen.
  • Idealerweise wird dem Profil eine Rolle und den geäußerten Tweets eine Funktion zugewiesen: Bsp. Lästern über fiktive MitarbeiterInnen, Kommentare zum Zeitgeschehen, ein Vater rapportiert lustige Aussagen eines Kindes, Kommentare zu Fernsehwerbung, das Wetter des Tages in Reimform etc.
  • Ziel: Unterhaltsame und dennoch tiefgründige Entwicklung einer Rolle durch die Äußerung fiktiver Tweets.
  • Regeln:
    a) Es dürfen keine  Abkürzungen verwendet werden.
    b) Aussagen dürfen nicht auf mehrere Tweets aufgeteilt werden.
    c) Vollständige Sätze sind Pflicht.
    d) (optional) Alle Tweets in Standardsprache (z.B. Duden-konform).
  • Eine bestimmte Kadenz wird vorgegeben: Z.B. 5 Tweets pro Woche. (Können dann von mobilen Geräten aus oder auch vom PC aus verfasst werden.)
  • Ein Mal pro Woche gibt es die Möglichkeit für Feedback: Z.B. stellen immer fünf SchülerInnen ihren Lieblingstweet der Woche vor (ausgewählt aus den Tweets der Klasse).
  • Projektdauer: Ein Semester, als rund 20 Wochen.
    Ergibt 100 geschriebene Tweets.
  • Abschluss: Projektreflexion, Auswahl der gelungensten Tweets, stilistische Betrachtungen (z.B. Satzlänge, Satzbau, Semantik, evtl. mit einem Statistiktool arbeiten).

Ich freue mich über weitere Inputs und Anregungen…

Konsequenzen der digitalen Revolution – zwei Artikel von Mindshift

Im letzten Blogpost habe ich auf den Mindshift-Blog verwiesen, wo die Journalistin Tina Barseghian die (technologische) Zukunft der Lernens erforscht. Im folgenden werde ich die Aussagen von zwei lesenswerten Artikeln zusammenfassen und knapp kommentieren:

  1. Is Peer Input as Important as Content for Online Learning? (Nathan Maton)
    Ist im Online-Lernen der Input von Peers gleich wichtig wie der Lerninhalt?
  2. Amidst a Mobile Revolution in Schools, Will Old Teaching Tactics Work? (Tina Barseghian)
    Werden sich alte Lehrstrategien trotz der mobilen Revolution erhalten?
Screenshot Mindshift.

Die Grundvoraussetzungen sind klar: Inhalte im Internet können auf mobilen Geräten überall und jederzeit angesehen werden. Dieser Fluss von Informationen bedeutet grundsätzlich, dass die Schule nicht mehr die primäre Aufgabe hat, diese Informationen zur Verfügung zu stellen – z.B. als Wissen von Lehrpersonen oder in Form von Unterrichtsmaterialien.

Digitales Lernen findet, wie auch traditionelle Lernformen, auf fünf Standbeinen statt:

  • Lerninhalte
  • Lernmethoden
  • Lerngemeinschaft
  • Institutionalisierung und Anerkennung von Lernerfolgen
  • Technologien und Medien des Lernens

Die »Revolution« betrifft diesen fünften Punkt. Werden die Medien digital, so ist es viel einfacher als bisher, Kopien anzufertigen. Anders gesagt: Lerninhalte kosten nichts mehr – z.B. OER.

Daran schließen sich grundsätzlich vier Fragen an:

  1. Mit welchen pädagogischen Mitteln sollen und können die Vorteile des digitalen Lernens genutzt werden?
  2. Wie organisiert man Gemeinschaften, in denen diese Inhalte erlernt werden können?
  3. Wie erfolgt die Anerkennung von Lernerfolgen im digitalen Lernen?
  4. Mit welchen Technologien sollen digitale Inhalte abgerufen und bearbeitet werden?

Wie wichtig Punkt ii. ist, zeigt ein Zitat von Philipp Schmidt, der die Gratis-Online-Universität P2PU gegründet hat:

The things I care most about is collaborative skills, are you a good communicator, can you get stuff done? I think that’s the number one thing that isn’t being assessed anywhere that is super important. That’s what you ask when someone wants a job from you: do they get stuff done.
[Übersetzung phw] Ich interessiere mich am meisten für Kompetenzen im Bereich der Zusammenarbeit: Kannst du kommunizieren? Kannst du Aufgaben erledigen? Das ist die wichtigste Fähigkeit, die von allen verlangt wird. Wenn jemand angestellt werden soll, geht es genau darum: Kann die Person Aufgaben erledigen?

Punkt i. hingegen ist der Gegenstand von Barseghians Post. Ihre Forderung ist klar und wurde auf diesem Blog schon mehrfach wiederholt: Technologie verfügbar zu haben ist nur dann hilfreich, wenn es auch effiziente Methoden gibt, sie für pädagogische Zwecke einzusetzen. Zudem müssen digitale Geräte so zugänglich gemacht werden, dass sich privates und schulisches Lernen vermischt. Barseghians und ihre Gewährsleute skizzieren eine Learning-By-Doing-Mentalität, die durch Hilfsmittel wie Smartphones und iPads gefördert werden kann.

Abschließend ein Zitat von Shelley Pasnik, der Leiterin des Center For Childern & Technology:

That’s where the pedagogical practice comes to play, a thoughtful use of tool sets. Having the apps sitting on your phone on your desk in and of itself isn’t going to make you smarter, and it won’t make the classroom more anything. It’s what you do with it, and how it’s supported, how teachers and students know to learn, to use those tools. It’s part of a complex nature of learning.
[Übersetzung phw]: Das ist der Punkt, wo die pädagogische Praxis relevant wird: Ein durchdachter Einsatz von Werkzeugen. Nur Apps auf seinem Telefon zu haben macht niemanden schlauer und es verbessert auch die Erfahrung im Klassenzimmer in keiner Hinsicht. Es kommt darauf an, was man mit den Geräten und den Apps macht und wie dieses Handeln unterstützt wird, wie Lehrpersonen und SchülerInnen ihr Lernen und ihren Einsatz von Hilfsmitteln verstehen. Es ist ein Teil der komplexen Natur des Lernens.

Risiken im Umgang mit Social Media

Im Sinne einer umfassenden Prävention ist es an der Zeit, dass Lehrpersonen auch kompetent auf Gefahren aufmerksam machen, die Social Media-Aktivitäten mit sich bringen. Dabei sind zwei Punkte meiner Meinung nach entscheidend:

  • Prävention sollte zum Ziel haben, dass Jugendliche eine Distanz einnehmen können und »nein« sagen können.
    Es kann nicht das Ziel sein, ihnen ein schlechtes Gefühl zu geben, wenn sie auf dem Internet sozial aktiv sind oder sie zur Abstinenz zu erziehen, sondern sie kompetent und risikobewusst werden zu lassen.
  • Prävention erfordert von einer Lehrperson keine Detailkenntnisse in Facebook, Twitter und beim Schreiben von Blogs – genau so wenig, wie eine Lehrperson Gelegenheitsraucher oder -raucherin sein muss, um Rauchprävention thematisieren zu können.

Im Folgenden präsentiere ich eine fokussierte Zusammenfassung der Risiken, die als Ausgangslage für entsprechende Unterrichtseinheiten dienen kann. Ich werde wichtige Punkte fortlaufend ergänzen und die Zusammenfassung präzisieren. Für Hinweise in den Kommentaren bin ich dankbar.

1. Wer liest, was ich schreibe? 

Kommunikation im Internet kann privat, halb-öffentlich oder öffentlich sein. Problematisch ist die Verwischung dieser Bereiche, was an zwei Beispielen gezeigt werden kann:

  1. Wer sind Freunde von Freunden? 
    Viele auf Facebook geteilte Bilder oder Notizen können sich »Freunde von Freunden« ansehen. Wer ist das?
    Angenommen, man hat 200 Freunde und alle dieser Freunde haben wieder 200. Dann heißt das, dass 200×200, also 40’000 Menschen lesen können, was ich schreibe (etwas weniger, wenn mal alle mehrfach vorkommenden abzieht). Konkret aber: Die ganze Schule, der ganze Verein, das ganze Dorf.
    Man sagt, alle Menschen auf der Welt kennen sich über fünf Stationen (»Kleine-Welt-Phänomen«) – was umgekehrt heißt, dass sich über zwei Stationen schon viel mehr Menschen kennen, als man denken würde. »Freunde von Freunden« ist kaum zu unterscheiden von »alle«.
  2. Was kann mit privaten Chats geschehen?
    Was in einem Chat geschrieben wird, ist auf einem anderen Computer abrufbar. Es kann kopiert werden – und dann veröffentlicht. Wenn man der besten Freundin heute schreibt, was man über Charlotte wirklich denkt – wie weiß man dann, dass Charlotte in einem Monat oder einem Jahr nicht eine Kopie von dem erhält, was man heute geschrieben hat?
    Grundsätzlich wird alles, was ich in privaten Konversationen schreibe, für immer so gespeichert, dass es öffentlich werden kann.

2.  Wer bin ich im Internet – und wer sind die anderen?

Oft verwendet man Pseudonyme im Internet – ich schreibe nicht unter meinem richtigen Namen, sondern als »D0nald$12«. Dennoch kann leicht herausgefunden werden, wer man ist:

  • Man hinterlässt mit seinem Computer und Internetanschluss Spuren, die zwar nicht direkt sichtbar sind, aber entschlüsselt werden können.
  • Man hinterlässt an verschiedenen Orten viele Informationen, die zusammen viel über einen verraten.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass man mit einem Pseudonym nicht besser geschützt ist als ohne.

Gleichzeitig weiß man aber nie, wer andere sind. Auch Profile, mit denen man ganz lange gechattet hat, denen man vertraut – sind nur Profile. Dahinter stecken Menschen, die vielleicht ganz andere Absichten haben, die einen täuschen können. Man soll nicht allen Menschen, mit denen man im Internet kommuniziert, pauschal böse Absichten unterstellen – ihnen aber nur so weit vertrauen, wie man keinen großen Schaden erleiden kann: Das gilt besonders für Bereiche, in denen sich die virtuelle Realität mit der gelebten überschneiden (also Treffen, Bankkonten etc.).

Hier kann man sich die Anekdote in Erinnerung rufen, wie sich zwei Menschen in einem Forum ineinander verliebt haben. Das Problem der einen Person war nun, dass sie sich als »normalgewichtig« bezeichnet hatte, obwohl sie übergewichtig war. Deshalb zögerte sie ein Treffen hinaus – um dann schließlich herauszufinden, dass die andere Person genau dasselbe getan hatte. Moral: Genau so, wie ich mich selber nicht als mich selbst darstelle, tun das auch andere nicht im Internet.

3. Wie viel Information ist zu viel Information? 

Menschen haben das Recht auf eine Privatsphäre: Ich muss meine Geheimnisse, Gedanken, Daten etc. niemandem verraten, wenn ich das nicht will. Diese Privatsphäre ist wichtig – nicht nur für mich, sondern auch für andere.

Wenn ich also etwas ins Internet schreibe, dann kann ich zwar Persönliches von mir preisgeben, wenn ich das möchte. Aber sobald ich Informationen über meine Freunde, meine Familie etc. veröffentliche, verletze ich damit ihr Recht, darüber zu bestimmen, wer was weiß.

Wichtig ist, dass mir gerade im Zusammenhang mit 1. folgender Grundsatz präsent ist: »Alles, was ich ins Internet schreibe, wird für immer gespeichert und kann möglicherweise von allen gelesen werden.« Gerade abschätzige Kommentare über Mitmenschen, Schulen und Organisationen kann einem später zum Verhängnis werden, auch wenn man selbst längst vergesssen hat, dass man das je gesagt oder geschrieben hat.

Zudem nutzen auch kriminelle Menschen das Internet. Macht man es ihnen zu leicht, herauszufinden, wer wann in den Ferien ist und den Hausschlüssel im Blumentopf versteckt hat, muss man sich nicht wundern, wenn der Goldschmuck nicht mehr da ist, wenn man aus den Ferien zurückkommt.

Wichtig ist also, gut zu überlegen, welche Information man warum veröffentlicht. Viele Informationen können auch kombiniert werden, ohne dass wir daran gedacht hätten. (Was wir vor drei Jahren auf Facebook veröffentlicht haben, ist immer noch dort…)

4. Passwörter sind kein sinnvoller Vertrauensbeweis

Junge Menschen tauschen Passwörter, um sich gegenseitig ihrer Liebe zu versichern oder ihr Vertrauen zu demonstrieren (hier ein guter Artikel aus der New York Times). Dieses Vorgehen ist gefährlich: Freundschaften zerbrechen, Vertrauen wird missbraucht.

Passwörter sollten persönlich sein. Wer aufgefordert wird, sein Vertrauen zu beweisen, sollte entgegnen, dass Vertrauen gerade nicht bewiesen werden kann oder muss. Vertrauen ist nicht Kontrolle.

Generell sollten Passwörter nicht leicht zu merken sein und regelmässig geändert werden, dafür gibt es einfache Tools, die hilfreich sind, z.B. OnePassword.

5. Privatsphäreneinstellungen und Konten löschen – hilft das? 

Es gibt keine Social Media-Plattform, bei der es möglich ist, die Privatsphäre klar zu schützen und mit einer Löschung des Kontos sämtliche Informationen aus dem Internet zu entfernen. Diese Aussage ist wohl leicht übertrieben, aber ein hilfreicher Leitgedanke.

Das heißt nicht, dass man nicht bei jedem Netzwerk sich darüber im Klaren sein soll, wo Privatsphäreneinstellungen vorgenommen werden können und wie ein Konto gelöscht werden kann. Aber darauf zu vertrauen, ist gefährlich.

6. Mein soziales Umfeld im Internet

Jeder erwachsene Mensch kann nur 150 soziale Beziehungen unterhalten. Ob ich diese Beziehungen nun im Internet unterhalte oder nicht, ändert an dieser Tatsache nichts.

Virtuelle Beziehungen haben andere Eigenschaften als reale. Darüber sollte man nachdenken. Man exponiert sich im Internet auch, wird leichter angreifbar: Es ist leicht, einen gehässigen Kommentar zu schreiben, viel leichter, als eine Person direkt zu beleidigen. Ist man in Social Media aktiv, setzt man sich der Gefahr aus, beleidigt, bedroht, belästigt zu werden. Wenn das passiert, muss man sich an jemanden wenden, das mitteilen und sich wehren.

7. Sucht und Digitale Einsamkeit

Zuletzt kommen wir zu den psychischen Gefahren, die Social Media mit sich bringen. Es ist klar: Nicht jede Nutzerin von Facebook und jeder Nutzer von Twitter ist abhängig und erfährt psychische Probleme. Es handelt sich um Werkzeuge, die sinnvoll eingesetzt werden können. Sie bringen aber auch eine Gefahr mit sich, andere, wichtige Dinge zu ersetzen, zu verunmöglichen. Sie können uns einsam machen – und abhängig.

Der Kulturkritiker William Deresiewicz beschrieb 2010 im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, wie uns Social Media einsam machen:

[Die] Moderne [ist] von der Angst des Einzelnen geprägt, nur eine einzige Sekunde von der Herde getrennt zu sein. […] Ich möchte eine Analogie ziehen: Das Fernsehen war eigentlich dazu gedacht, Langeweile zu vertreiben – in der Realität hat es sie verstärkt. Genauso verhält es sich mit dem Internet. Es verstärkt die Einsamkeit. Je mehr uns eine Technik die Möglichkeit gibt, eine Angst des modernen Lebens zu bekämpfen, umso schlimmer wird diese Angst bei uns werden. Weil wir ständig mit Menschen in Kontakt treten können, fürchten wir uns umso mehr, allein mit uns und unseren Gedanken zu sein.

Für die Abhängigkeit gilt das, was für alle Suchtmittel gilt: So lange ich etwas genießen kann, darf ich das auch. Sobald ich es aber genießen muss, genieße ich es nicht mehr – und bin abhängig. Diesen Übergang gilt es zu vermeiden.

[Für Eltern und Lehrpersonen empfiehlt sich eine Lektüre des Leitfadens des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) als pdf.)

Lesen 2.0

Texte zu verteilen, Lernende Texte lesen zu lassen und die Texte im Unterricht zu besprechen ist eine erprobte, bedeutsame Unterrichtsmethode. Im Umgang mit Texten hört man häufig, dass »Print nicht tot« sei, dass man weiterhin Texte auf Papier lesen werde.

Neue Displays und Geräte ermöglichen nun aber ein Leseerlebnis, bei dem digitales Lesen nicht mehr von dem Lesen auf Papier zu unterschieden ist. Deutlich macht das z.B. die Vergleichsseite für das neue iPad, wo die Auflösung  getestet werden kann:

Auflösung iPad2 und iPad (3. Generation). Klicken für größeres Bild.

In Zukunft, so kann man sicher sagen, werden Schülerinnen und Schüler Unterrichtsmaterialien auf digitalen Geräten lesen (die Frage, welche Hürde der Betrieb solcher Geräte darstellt, erörtere ich später). Dieses Leseerlebnis unterscheidet sich aber in weiteren Punkten vom herkömmlichen:

1. Lesen wird interaktiv

Amazons Kindle-Bücher ermöglichen auf allen Geräten (Kindle gibt es auch für andere Plattformen als Amazons eigene, z.B. auch fürs iPad und iPhone) das Nachschlagen von unbekannten Wörtern in einem Wörterbuch oder im Internet.

Nachschlagefunktion auf Kindle for iPhone
Nachschlagefunktion auf Kindle for iPhone

Diese Funktionalität kann vielseitig eingesetzt werden: Z.B. im Fremdsprachenunterricht, wo unbekannte Wörter automatisch einem Lernprogramm hinzugefügt werden können, im Mathematikunterricht, wo Beweise oder alternative Darstellungen mit einem Textbuch verknüpft werden können, in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, wo Lexikoneinträge oder komplexere Zusammenhänge »hinter« dem Text stehen könnten.

2. Lesen wird sozial

In der Kindle-App ist es möglich, Passagen zu unterstreichen. Diese »Highlights« können auf einen Server bei Amazon geladen werden. Amazon wertet die Daten aus und bietet einem an, die am meisten markierten Passagen automatisch einzublenden. Das erzeugt das etwas gespenstische Gefühl, dass viele Leute eine Passage wichtig fänden – man also jetzt etwas sehr Bedeutsames lesen werde. Das sieht dann wie folgt aus:

»Highlight«-Passage in Kindle-App für iPhone.
»Highlight«-Passage in Kindle-App für iPhone.

Amazon führt Best-Of-Listen, die aus diesen Passagen erstellt werden, eine für die am meisten markierten Passagen (»Because sometimes things happen to people and they’re not equipped to deal with them.«), eine für die am meisten markierten Bücher (Bibel):

Am meisten markierte Bücher, Stand: März 2012.
Am meisten markierte Passagen, Stand: März 2012.

Auch daraus ließen sich viele Möglichkeiten für den Unterricht gewinnen: Schülerinnen und Schüler könnten z.B. Passagen markieren, die sie nicht verstehen. Oder solche, die sie wichtig finden.

3. Lesen wird dialogisch

Die Möglichkeiten der Interaktion und der sozialen Vernetzung geben einer Lehrperson die Möglichkeit, den Leseprozess von Lernenden wahrzunehmen und von diesem Prozess direkte Rückmeldungen zu erhalten, die wiederum verarbeitet werden können. Fragen könnten zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden – und zwar bereits vor der Stunde. Es wäre wahrnehmbar, wofür die Schülerinnen und Schüler sehr viel Zeit aufwenden wollen oder müssen – und wofür wenig. Es wäre möglich, einer Lehrperson über das Lesen Feedback zu geben etc.

4. Und die Risiken?

Es ist wohl ein Axiom der technischen Entwicklung: Der Preis, der für den Fortschritt bezahlt werden muss, entspricht ungefähr dem Nutzen des Fortschritts. Dieser Preis besteht beim »neuen Lesen« aus zwei Komponenten:

  • Lesen ist kein privater Prozess mehr, sondern ein öffentlicher. 
    Es wird sichtbar, wie lange man liest, was man liest, was man unterstreicht etc.
  • Lesen wird aufwändiger. 
    All diese Vorteile des »Lesens 2.0« erfordern immer auch eine bestimmte Tätigkeit: Schülerinnen und Schüler müssen Wörter auch wirklich nachschlagen, Lehrpersonen müssen die Feedbacks auswerten etc.

Zusammenarbeit mit Online-Tools – warum Google Docs die beste Lösung ist

Unterrichtsprojekte erfordern oft das Zusammenarbeiten mehrerer Schülerinnen und Schüler oder zwischen Schülergruppen und Lehrpersonen. Im einfachsten Fall – von dem wir hier ausgehen wollen – geht es darum, Textdokumente miteinander zu erstellen. Folgende Eigenschaften wären zu erwarten:

  1. alle können Dokumente bearbeiten
  2. die Zusammenarbeit in in Realtime möglich, d.h. alle können gleichzeitig daran arbeiten
  3. alle Veränderungen werden dokumentiert
  4. alle Veränderungen können rückgängig gemacht werden (z.B. über eine Versionskontrolle)
  5. die Dokumente sind vom Zugriff Unberechtigter geschützt.

Der Punkt B. ist derjenige, der innovative Lösungen erfordert: Verbreitete Plattformen wie z.B. BSCW oder Educanet bieten zwar eine Ablage von Dokumenten und bieten Interaktionsmöglichkeiten, können aber nicht sicher stellen, dass die Kollaboration zur gleichen Zeit erfolgt. Wer ein Dokument bearbeitet, weiß nicht, wer dieses Dokument gleichzeitig auch noch bearbeitet. (BSCW und Educanet bieten natürlich darüber hinaus andere Funktionen.)

Ideale Lösungen gibt es einige. Sehr einfach zu handhaben sind z.B. TypeWithMe und Writeboard: Sie erfordern keine Anmeldung und kein Einarbeiten und bieten doch alles, was man braucht, um gemeinsam Texte zu schreiben.

Die ideale Lösung hingegen ist Google Docs.

Ich beginne mit einem Beispiel: Hier habe ich im Unterricht auf dem Projektor mit der Klasse begonnen, eine Zitaterörterung zu schreiben. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Erörterung weiterschreiben – indem alle das Dokument bearbeiten, das ich dann wiederum runterladen und editieren kann, um ein Arbeitsblatt zu gestalten. Um Dokumente zu bearbeiten braucht man nicht einmal ein Konto, idealerweise bieten Schulen ihren Schülerinnen und Schülern aber solche Konten an. Google Docs bietet weitere Vorteile:

  1. Einfache Kontrolle über kollaborativ oder privat verwendete Dokumente.
  2. Einfache Möglichkeiten, Dokumente in Gruppen zu bearbeiten und zu publizieren.
  3. Alle Formen von Dokumenten (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen) sind möglich.
  4. Alle Formen von Dokumenten sind hochladbar, editierbar und speicherbar.
  5. Google Docs ersetzt den Memory-Stick und den Cloudservice: Die Dokumente sind im eigenen Konto immer verfügbar.

Der Nachteil ist, dass Google die abgelegten Dokumente scannt und für Werbezwecke verwendet.

Über weitere Hinweise auf sinnvolle Tools freue ich mich.

Wie sollen Lehrerinnen und Lehrer auf Social Media / im Internet präsent sein?

Wie schon in Bezug auf die Präsenz von Schulen rate ich auch hinsichtlich dieser Frage zu großer Zurückhaltung. Jede einzelne Präsenz (damit meine ich: jedes Profil auf jeder einzelnen Plattform) muss betreut werden:

  • sozial: Fast alle Profile bieten die Möglichkeit der sozialen Vernetzung, man muss also entscheiden, mit wem man sich vernetzen will und mit wem nicht.
  • inhaltlich: Die Profile müssen mit Inhalten befüllt werden, auf inhaltliche Anregungen muss reagiert werden.
  • kommunikativ: Jedes Profil bietet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme, Nachrichten müssen gelesen und beantwortet werden.

Wer Profile betreibt, ohne sie zu betreuen, verärgert Menschen, die eine Aufwand betreiben, um einen Kontakt herzustellen oder eine Mitteilung zu verschicken.

Ich werde die Frage konkret in Abschnitten beantworten, die einzelne Komponenten der Präsenz beleuchten.

(1) Privatperson oder Lehrperson? 

Social Media Guidelines (hier z.B. ein Vorschlag für Lehrpersonen) machen deutlich, dass auch private Profile automatisch mit der beruflichen Tätigkeit verbunden werden. Selbst wenn die Profile anonym erstellt werden, besteht die Möglichkeit der Identifizierung und damit der Verbindung von scheinbar Privatem mit Beruflichem. Generell wirken heute anonymisierte Profile oder solche mit Pseudonymen unprofessionell und suspekt.

Grundsätzlich sollte man sich bei jeder Form von Aktivität überlegen, ob man dazu auch als Lehrperson, im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, mit der Schulleitung und Behörden stehen kann. Meine Empfehlung: Tendenziell eher vorsichtig sein.

Selbstverständlich hat man – auch arbeitsrechtlich – das Recht, privat seine Meinung beliebig zu äußern.

(2) Facebook: Mit Schülerinnen und Schülern befreundet sein oder nicht? 

Die Frage würde ich völlig offen lassen – die Antwort darauf hat aber Konsequenzen:

Wer ein eher offenes Profil betreibt, sollte dies konsequent tun und nur Inhalte veröffentlichen, die ganz öffentlich sein dürfen. Je mehr Menschen Einblick haben, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Adressatenkreis nicht beschränken lässt. Ich persönlich ziehe diese Variante vor: Mein Facebook-Profil enthält nichts Geheimes oder Privates, grundsätzlich muss ich nicht überlegen, ob ich Freundschaften annehmen oder ablehnen soll.

Der Vorteil der FB-Freundschaft mit Schülerinnen und Schülern ist die Möglichkeit der niederschwelligen Kommunikation, was ich hier schon einmal dokumentiert habe. Es gibt Lehrpersonen, die dafür eigene FB-Profile einrichten – was sinnvoll ist, wenn man dem Anschein entgegentreten will, auf FB zu private Freundschaften zu pflegen. (Allerdings gilt es immer noch zu bedenken, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigene Profile auf FB vor Lehrpersonen schützen wollen – Privatsphäre gibt und braucht es auf beiden Seiten.)

Ein privates Profil muss sauber verwaltet werden: Von den Privacy-Einstellungen bis zur sorgfältigen Pflege der Freundschaftsliste muss sicher gestellt werden, dass Privates sicher privat bleibt.

Es besteht die Möglichkeit, ein Lehrerprofil auf FB als Zweitprofil zu betreiben. Diese Möglichkeit wird in einem Welt-Artikel am Beispiel von Marie-Theres Johannpeter beschrieben, die sich ein Profil als »Frau Johannpeter« eingerichtet hat. Dieses Modell wurde an einigen deutschen Schulen als einzige Möglichkeit, wie Lehrpersonen mit Schülerinnen und Schülern virtuell »befreundet« sein dürfen, festgelegt.

(3) Unterrichtsmaterialien bereitstellen

Viele Schulen unterhalten eigene interne Plattformen, auf denen Lehrpersonen Materialien veröffentlichen. Sinnvoll wäre es aber, ausgewählte Inhalte öffentlich zugänglich zu machen, z.b. als Open Educational Resources (OER).

Dafür eigenen sich Homepages, hier drei Beispiele von Deutschlehrpersonen, die an Gymnasien unterrichten:

Diese Seiten erscheinen grafisch und inhaltlich alle komplett anders, verfolgen auch unterschiedliche Ziele, stimmen aber darin überein, gewisse Inhalte zugänglich zu machen und sie mit dem Namen der Lehrperson zu verbinden (die Form der Homepage erlaubt es auch, sich als Person zu verkaufen).

Diese Art von Transparenz und Mehrwert ist eine Qualität und sollte optional genutzt werden können – empfiehlt sich heute aber nur Lehrpersonen, die Spass am Betreiben von kleinen Webseiten haben. Der Aufwand ist nicht besonders groß.

(4) Twitter: Braucht man das? 

Twitter ist eine so genannte Microblogging-Plattform. Einfach erklärt verschickt man – und liest man –  SMS-Mitteilungen, die öffentlich sind. Das klingt zunächst paradox, gibt einem aber die Möglichkeit, interessante Links zu verbreiten. Kurze Statements ermöglichen aber auch ein Gedankenaustausch – mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit anderen Lehrpersonen und der Öffentlichkeit.

Hier ein Beispiel von mir:

http://twitter.com/dominik_merz/status/182831342088749056

Auch für Twitter gilt: Es ist eine optionale Ergänzung des Unterrichts und der Präsenz im Internet. Twitter muss gepflegt werden, weil man auch ansprechbar ist und öffentlich erwähnt werden kann: Man muss also wissen, was über einen gesagt wird.

Hier gibt es eine gut geschriebene, verständliche Einführung zu Twitter von Sandro Würmli.

(5) Ein eigenes Blog

Blogs können – als Mischung zwischen Homepage und Twitter – als Unterrichtsergänzung und persönliche Plattform ebenfalls eingesetzt werden. Sie brauchen kein technisches Know-How und erlauben die unkomplizierte Publikation kurzer Texte, von Links und Kommentaren. Sie bieten zudem die Möglichkeit, dass auch andere sich zu den Blogposts äußern können – was wiederum erfordert, dass diese Kommentare gelesen und moderiert werden.

(6) Chat

Chatprogramme (Skype, Live Messenger, Facebook Chat) ermöglichen unter Umständen einen digitalen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern. Es mag Situationen geben, in denen dies erwünscht ist – und andere, in denen diese Möglichkeit eher ärgerlich ist. Die Möglichkeit, Projekte per Chat zu betreuen, würde ich aber durchaus situativ in Betracht ziehen.

(7) Und was gibts sonst noch so?

Ich stelle hier regelmäßig weitere Netzwerke vor. Viele von Ihnen sind spezialisert – z.B. auf Fotographien (Instagram, Pinterest, Flickr) oder  auf Örtlichkeiten (Fourquare). Viele dieser Services sind nicht besonders betreuungsintensiv – setzen aber ein entsprechendes Interesse voraus.

Andere sind in ihren Grundzügen Facebook sehr ähnlich (Google Plus, Linkedin, Xing) – für sie gilt, was für Facebook gilt, mit der Ausnahme, dass viel weniger Menschen auf ihnen vertreten sind.

Fazit

Für alle Aktivitäten sind die Punkte zu beachten, die ich in den Social Media-Guidelines formuliert habe: Es ist wichtig, professionell aufzutreten. Das heißt insbesondere, dass man im Internet dann in Erscheinung treten sollte, wenn es einem ernst ist, man konkrete Ziele verfolgt und man kompetent genug dafür ist. Versuche mit Twitter, wie sie nach Twitterschulungen häufig erfolgen, scheinen mir nur dann sinnvoll, wenn langfristig die Motivation besteht, den Dienst zu nutzen. Ein verwaistes Profil sollte gelöscht werden – es bietet nur nur die Möglichkeit, als fehlende Kompetenz interpretiert zu werden.

Andererseits bieten fast alle Dienste, die es gibt, die Möglichkeit, die berufliche Tätigkeit von Lehrpersonen zu unterstützen und zu ergänzen – wenn man bereit ist, den nötigen Aufwand in Bezug auf Vernetzung, Inhalte und Monitoring zu betreiben.

Ein Beispiel

Ich selber nutze sehr viele verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion mit Schülerinnen und Schülern sowie zur Präsentation von Gedanken und Inhalten. Was fehlt ist eine klare Strategie zur Publikation von Unterrichtsmaterialien, daran arbeite ich noch.
Hier eine Übersicht:

  1. Mein persönliches Blog: philippe-wampfler.com
    Ich veröffentliche dort hauptsächliche wissenschaftliche, politische und ästhetische Hintergrundberichte und -kommentare und dokumentiere Gedanken oder Inhalte, mit denen ich mich beschäftige – selten, aber ab und zu mit Unterrichtsinhalten verbunden (hier ein Beispiel zum Thema »Freiheit« im Schwerpunktfach Philosophie).
  2. Meine persönliche Seite: philippe-wampfler.ch
    Hier präsentiere ich mich als Person, dokumentiere Projekte, Texte und Vorträge und verlinke auf meine anderen Präsenzen. Die Verbindung mit dem Unterricht ist hier fast nicht vorhanden.
  3. Mein Facebook-Profil
    Hier veröffentliche ich Blogposts sowie meistens unterhaltsame Fundstücke aus dem Internet. Ich beteilige mich selten an Diskussionen über FB, hingegen nutze ich die Message- und Chat-Funktion, um Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Meldungen zu kontaktieren, die sie sofort erfahren müssen (z.B. wenn ich krank bin, informiere alle Schülerinnen und Schüler per Mail und einige per Facebook oder SMS, damit sie sicher sehen, dass sie nicht in die Schule kommen müssen). Ich nehme alle Freundschaftsanfragen von Schülerinnen und Schülern an, frage hingegen aktiv keine an.
  4. Mein Twitter-Konto
    Ich publiziere interessante Links und äußere meine Meinung zum Zeitgeschehen. Zudem nehme ich an Debatten teil, auch mit Schülerinnen und Schülern. Ich folge allen SchülerInnen, deren Konto mir bekannt und nicht privat ist, um mein Interesse zu signalisieren.
  5. Weitere Konten wie Google+ habe ich auch, verfolge damit aber keine konkreten Ziele.

Wikis im Geschichtsunterricht

Christian Spannagel, Professor für Mathematikdidaktik an der PH Heidelberg berichtet in seinem Blog über ein Projekt mit Wikis im Geschichtsunterricht. Ich veröffentliche hier eine gekürzte Kopie seinen Beschriebs (Lizenz: CC BY-SA 3.0), da mir das Projekt lohnens- und nachahmenswert erscheint.

* * *

In den LernZeitRäumen arbeiten wir gerade mit Schülerinnen und Schülern in einem Wiki. Das Oberthema ist Mittelalter. Verschiedene Schülerteams arbeiten an unterschiedlichen Mittelalter-Themen (wie beispielsweise “Bauwerke”, “Essen und Trinken” und “Schrift und Buchkunst”). […] Ein wesentliches Ziel dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, aus Texten Informationen zu entnehmen (hierfür haben sie ausführliche Reader und Bücher zur Verfügung), die Informationen in eigenen Texten zusammenzufassen, dabei korrekte Quellenangaben zu machen und das Ganze für andere Leserinnen und Leser attraktiv aufzubereiten. Hier liegt eine große motivationale Chance des Wikis: Die Texte landen nicht einfach nur auf dem Schreibtisch des Lehrers, sondern stehen im Web und können von jedem gelesen werden. (Ein Beleg, dass das für Schüler bedeutsam ist, kommt weiter unten. […]).

Das Schulwiki der LernZeitRäume wird freundlicherweise von der ZUM gehosted, und dank toller Vorbilder wie dem RMG-Wiki, dem DSD-Wiki und vielen anderen Wikis in der ZUM-Wiki-Family konnten wir auf zahlreichen Beispielen aufbauen und von reichhaltigen Erfahrungen anderer profitieren.

Hier möchte ich mal alle möglichen Eingangsüberlegungen zusammenfassen, die den Start des Wikis und die Arbeit in den ersten Wochen begleitet haben:

  • Wir haben uns dazu entschieden, dass sich die Schülerinnen und Schüler nur mit Pseudonymen und nicht mit Realnamen anmelden. Die Wahl der Pseudonyme erschien uns angemessen, weil wir vermeiden wollten, dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Realnamen im Web auftreten.
  • Es hat sich bewährt, dass die Schülerinnen und Schüler einen Anmeldebogen ausfüllen, den ich aufbewahre und immer mit dabei habe. Denn: Schüler vergessen Passwörter, und die kann ich dann bei Bedarf nachschlagen. (Ich bin sozusagen Vertrauensstelle für vergessene Passwörter.)
  • Mit den Schülerinnen und Schülern haben wir eine Wiki-Abmachung getroffen. Darin unterschreiben sie, dass sie sich respektvoll im Internet verhalten, keine persönlichen Daten von sich preisgeben und das Urheberrecht beachten. Außerdem habe ich unterschrieben, dass ich den Schülerinnen und Schülern sowohl offline als auch online mit Rat und Tat zur Seite stehe. Die Abmachung ist also tatsächlich eine gegenseitige Vereinbarung und keine einseitige Verpflichtung.
  • Diese Abmachung wurde gleich in der ersten Woche gebrochen (auf einer Benutzerseite stand “ihr Deppen!”). Perfekt! Wir hatten gleich eine Gelegenheit, nochmals über die Abmachung zu sprechen und die Ernsthaftigkeit der Abmachung zu unterstreichen. Seitdem ist nichts mehr vorgefallen. Genau das gefällt mir an der Wiki-Arbeit in der Schule: Man stellt nicht nur die Gefahren und Probleme des Internets heraus, sondern hebt zunächst einmal die Möglichkeiten der produktiven Zusammenarbeit hervor. Die Probleme sind dann mehr Seitenaspekte, die auch wichtig sind, die aber nicht im Vordergrund stehen.
  • Die technische Einführung hielt sich im Rahmen. In ca. 15 Minuten habe ich den Schülern die Basics gezeigt (Bearbeiten, Vorschau, Speichern, Texteingabe, fett, kursiv, Überschriften). Alles weitere gibt es dann als Hilfe “on demand”. Relativ schnell wollten Schüler Tabellen erstellen. Weil das ein bisschen komplizierter ist, habe ich das dann im Einzelgespräch gezeigt. Hier wird dann auch den Schülern deutlich, wie hilfreich das Verwenden von bereits vorhandenem Code ist.
  • Neben den zahlreichen Hilfen (die, glaub ich, bislang kaum ein Schüler angeschaut hat), habe ich auch eine Oops!-Seite eingerichtet. Das ist die Seite für die Offline-Hilfe. Wenn ich mal nicht an der Schule bin und ein Schüler ein Problem hat, dann kann er dieses auf die Oops!-Seite schreiben, und ich antworte dort.
  • Ganz klar: Ich muss täglich den RSS-Feed des Wikis checken, um zu schauen, was dort passiert. Das ist aufwändig, aber notwendig. […]
  • […] Wenn Schüler im Wiki arbeiten, entstehen logischerweise Rechtschreib- und Tippfehler. Wir haben uns vorgenommen, dass die Wiki-Arbeit mit 10 Minuten Korrektur der Seiten von anderen endet. Das heißt, Schülerinnen und Schüler sollen am Ende einer Stunde durchs Wiki gehen und Fehler korrigieren. Und wir müssen es aushalten, dass mal eine Zeit lang Fehler enthalten sind. Wikiarbeit ist schließlich ein Prozess.
  • Der Diskussionsbereich zu jeder Seite ist ein prima Platz für Feedback der Lehrer an die Schüler (z.B. hier die Rückmeldung von Axel zum Thema Burgen). So ist das Feedback nahe am Text, aber nicht im Text, und der Prozess lässt sich im Nachhinein noch nachvollziehen.
  • Schülerinnen und Schüler finden es klasse, dass die Seiten im Internet stehen und andere sich diese ansehen können. Jedenfalls sind alle ganz wild darauf, unten auf der Seite immer zu schauen, wie viele Zugriffe es auf die Seite gab (ein regelrechter Wettbewerb unter manchen Schülern).

Ein paar Bilder wurden von Schülern auch schon eingefügt. Wenn die Texte fertig sind, werden wir noch eine Quiz-Seite gemeinsam erstellen, in der die Schüler Multiple-Choice-Tests, Lückentexte, Rätsel und sonstige Aufgaben als Wissenstest zum Mittelalter gestalten können.