Konsequenzen der digitalen Revolution – zwei Artikel von Mindshift

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Im letzten Blogpost habe ich auf den Mindshift-Blog verwiesen, wo die Journalistin Tina Barseghian die (technologische) Zukunft der Lernens erforscht. Im folgenden werde ich die Aussagen von zwei lesenswerten Artikeln zusammenfassen und knapp kommentieren:

  1. Is Peer Input as Important as Content for Online Learning? (Nathan Maton)
    Ist im Online-Lernen der Input von Peers gleich wichtig wie der Lerninhalt?
  2. Amidst a Mobile Revolution in Schools, Will Old Teaching Tactics Work? (Tina Barseghian)
    Werden sich alte Lehrstrategien trotz der mobilen Revolution erhalten?

Screenshot Mindshift.

Die Grundvoraussetzungen sind klar: Inhalte im Internet können auf mobilen Geräten überall und jederzeit angesehen werden. Dieser Fluss von Informationen bedeutet grundsätzlich, dass die Schule nicht mehr die primäre Aufgabe hat, diese Informationen zur Verfügung zu stellen – z.B. als Wissen von Lehrpersonen oder in Form von Unterrichtsmaterialien.

Digitales Lernen findet, wie auch traditionelle Lernformen, auf fünf Standbeinen statt:

  • Lerninhalte
  • Lernmethoden
  • Lerngemeinschaft
  • Institutionalisierung und Anerkennung von Lernerfolgen
  • Technologien und Medien des Lernens

Die »Revolution« betrifft diesen fünften Punkt. Werden die Medien digital, so ist es viel einfacher als bisher, Kopien anzufertigen. Anders gesagt: Lerninhalte kosten nichts mehr – z.B. OER.

Daran schließen sich grundsätzlich vier Fragen an:

  1. Mit welchen pädagogischen Mitteln sollen und können die Vorteile des digitalen Lernens genutzt werden?
  2. Wie organisiert man Gemeinschaften, in denen diese Inhalte erlernt werden können?
  3. Wie erfolgt die Anerkennung von Lernerfolgen im digitalen Lernen?
  4. Mit welchen Technologien sollen digitale Inhalte abgerufen und bearbeitet werden?

Wie wichtig Punkt ii. ist, zeigt ein Zitat von Philipp Schmidt, der die Gratis-Online-Universität P2PU gegründet hat:

The things I care most about is collaborative skills, are you a good communicator, can you get stuff done? I think that’s the number one thing that isn’t being assessed anywhere that is super important. That’s what you ask when someone wants a job from you: do they get stuff done.
[Übersetzung phw] Ich interessiere mich am meisten für Kompetenzen im Bereich der Zusammenarbeit: Kannst du kommunizieren? Kannst du Aufgaben erledigen? Das ist die wichtigste Fähigkeit, die von allen verlangt wird. Wenn jemand angestellt werden soll, geht es genau darum: Kann die Person Aufgaben erledigen?

Punkt i. hingegen ist der Gegenstand von Barseghians Post. Ihre Forderung ist klar und wurde auf diesem Blog schon mehrfach wiederholt: Technologie verfügbar zu haben ist nur dann hilfreich, wenn es auch effiziente Methoden gibt, sie für pädagogische Zwecke einzusetzen. Zudem müssen digitale Geräte so zugänglich gemacht werden, dass sich privates und schulisches Lernen vermischt. Barseghians und ihre Gewährsleute skizzieren eine Learning-By-Doing-Mentalität, die durch Hilfsmittel wie Smartphones und iPads gefördert werden kann.

Abschließend ein Zitat von Shelley Pasnik, der Leiterin des Center For Childern & Technology:

That’s where the pedagogical practice comes to play, a thoughtful use of tool sets. Having the apps sitting on your phone on your desk in and of itself isn’t going to make you smarter, and it won’t make the classroom more anything. It’s what you do with it, and how it’s supported, how teachers and students know to learn, to use those tools. It’s part of a complex nature of learning.
[Übersetzung phw]: Das ist der Punkt, wo die pädagogische Praxis relevant wird: Ein durchdachter Einsatz von Werkzeugen. Nur Apps auf seinem Telefon zu haben macht niemanden schlauer und es verbessert auch die Erfahrung im Klassenzimmer in keiner Hinsicht. Es kommt darauf an, was man mit den Geräten und den Apps macht und wie dieses Handeln unterstützt wird, wie Lehrpersonen und SchülerInnen ihr Lernen und ihren Einsatz von Hilfsmitteln verstehen. Es ist ein Teil der komplexen Natur des Lernens.

The Author

philippe-wampfler.ch

8 Comments

  1. Sanjiv BhamreNovember 5, 2012This is a brilliant elapmxe of Individualised learning‘. There is lot of proof to know that it works. But it is also a method which is most difficult to scale‘. And that is why, my guess is, that schools do not like it. Just one question? Are you aware of Montessori method of education? They are the individualised‘ learning schools, where students determine the pace, content and form of learning. May be, you could get many ideas of making this popular.

  2. The next time I read a blog, I hope that it doesnt disappoint me as a lot as this 1. I mean, I know it was my option to read, but I in fact thought youd have something interesting to say. All I hear is usually a bunch of whining about something that you could fix if you werent too busy seeking for attention.
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  3. This article is so informative. It really incited interest in me on many points. I agree with much of your views here. Your material has ignited my brain into thinking harder. Thank you so much.

  4. martinlindner says

    ich würde „get stuff done“ eher übersetzen mit „sachen weiterbringen“: „Bringt jemand die Sachen weiter?“
    „Aufgaben“ klingt nach Apparat.

    • Danke für den Hinweis. »get stuff done« heißt doch, etwas erledigen, nicht nur etwas weiterbringen. Die Frage wäre: Was wäre denn das »etwas«… Mit Aufgaben meine ich sowas wie »tasks«.

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