Evgeny Morozovs Kritik am Internetdiskurs

In seinem Buch To save everything, click here untersucht Evgeny Morozov das Internet als Idee. Um zu markieren, dass er nicht ein technisches Netzwerk meint, sondern ein gedankliches Konstrukt, markiert er Internet fast durchgängig mit Anführungszeichen. Zu Beginn von Kapitel 2 stellt der Autor fest, heute könne man mit »Internet« »just about anything« bezeichnen –„Evgeny Morozovs Kritik am Internetdiskurs“ weiterlesen

Selfies als Reaktion auf Massenüberwachung

Der öffentliche Raum wird zunehmend überwacht. Kameras und bald auch Mikrofone nehmen auf, was in Nahverkehrsmitteln, auf Plätzen, Bahnhöfen, Einkaufszentren und an vielen anderen Orten passiert, um eine diffuse Form von »Sicherheit« herzustellen. Gleichzeitig beginnen Menschen, Bilder von sich selbst zu machen. Zunächst oft alleine, dann in Gruppen. An ausgefallen Orten, bei ausgefallenen Tätigkeiten. Auf„Selfies als Reaktion auf Massenüberwachung“ weiterlesen

Wie sich Erfahrungen abnutzen

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, Und viel zu grauenvoll, als daß man klage: Daß alles gleitet und vorüberrinnt. (Hugo von Hoffmansthal, Terzinen über die Vergänglichkeit) Das ist mein liebstes Panini-Bild aller Zeiten. Als die WM 1986 in Mexico stattfand, war ich neun. Ich spielte jeden Tag Fussball, schaute wenige Spiele am Fernsehen,„Wie sich Erfahrungen abnutzen“ weiterlesen

Der Privatsphäre geht es ganz gut

Nathan Jurgenson, ein amerikanischer Soziologe, den ich aufgrund seiner kritischen Arbeiten zum digitalen Dualismus sehr schätze, hat bei Wired einen dichten Essay zur Privatsphäre im Web 2.0 publiziert. Im Folgenden fasse ich seine wesentlichen Aussagen zusammen. Weil das Leben keine Datenbank ist, ist Privatsphäre nicht etwas, was an- oder ausgeschaltet werden kann. Sie ist vielmehr ein Spiel,„Der Privatsphäre geht es ganz gut“ weiterlesen

Algorithmische Liebe – ein Gedankenexperiment

Kürzlich habe ich einen Artikel verlinkt, der beschriebt, wie ein Mathematiker ein Programm geschrieben hat, das ihm dabei geholfen hat, in einer Datenbank  »wahre Liebe« zu finden: Liebe, so verstanden als eine algorithmisch zu errechnende Passung zweier Menschen. Als Reaktion auf den Hinweis (FB), dass es sich hier nicht um eine Aussage über Algorithmen handle,„Algorithmische Liebe – ein Gedankenexperiment“ weiterlesen

Inhalte in Social Media sind halb-öffentlich, nicht öffentlich

In der Diskussion über den Twitter-Account @blockempfehlung, auf dem aus einer radikalfeministischen Perspektive Profile erwähnt werden, welche Menschen mit ähnlichen Haltungen blocken sollten/könnten, um gar nicht erst mit ihnen in Kontakt kommen zu können. Der Account wurde schnell als Pranger gebrandmarkt und mit wüsten Beleidigungen eingedeckt, umsichtigere Einordnungen wie die von Martin Weigert sprechen von„Inhalte in Social Media sind halb-öffentlich, nicht öffentlich“ weiterlesen

Eine Interpretation des Offline-Diskurses

Schweizer Blogger haben den kommenden Sonntag, den 15. Dezember, als Offlinetag designiert. Ihre Aufforderung: Verbringt den Tag offline – mit Freunden und Familie, zu Hause, in der Natur, im Lieblingsrestaurant. Was steckt hinter diesem Wunsch von Menschen, die ihre Smartphones und Laptops ständig nutzen? Wie die knappe Aufforderung, die ich oben zitiert habe, zeigt, wird in„Eine Interpretation des Offline-Diskurses“ weiterlesen

Die Konsensillusion

Soziale Netzwerke haben einen starken Einfluss auf die digitale Kommunikation gehabt. Diese Einsicht wird häufig – auch in diesem Buch ausgeblendet -, wenn davon ausgegangen wird, digitale Kommunikation sei automatisch Kommunikation in sozialen Netzwerken. »Lange Zeit war es der Normalzustand, dass man sich im Netz mit Fremden unterhielt«, hält Kathrin Passig am Anfang einer Untersuchung„Die Konsensillusion“ weiterlesen

Videos erfordern eine neue Alphabetisierung

In seiner Abrechnung mit Fernsehen und »Show Business«, Amusing Ourselves To Death  von 1985 notiert Neil Postman: American television is, indeed, a beautiful spectacle, a visual delight, pouring forth thousands of images on any given day. The average length of a shot on network television is only 3.5 seconds, so that the eye never rests,„Videos erfordern eine neue Alphabetisierung“ weiterlesen

Überwachung und Naivität

Der Schluss einer Petition der Schriftstellerin Juli Zeh ist ein Beispiel dafür, wie naiv selbst diskursbestimmende Intellektuelle über die totale Überwachung durch Geheimdienste denken. Daher hier ein paar Feststellungen gegen diese Naivität. Es gibt heute keine digitale Lösung, der Überwachung zu entgehen.  Weder Linux, noch ein alternativer Mailprovider noch Hardwarehersteller schützen uns vor Überwachung im„Überwachung und Naivität“ weiterlesen