Forderungen zur »Digitalen Wende« an den Schulen

Im Digilern-Blog Lutz Berger und Martin Lindner (Wissmuth) werden die 2012 in Ottobrunn bei München aufgestellten Forderungen für einen aufgeschlossenen Umgang der Schulen mit digitalen Technologien zusammengefasst. Ich raffe hier zusätzlich und stelle nur Kernaussagen dar und erlaube mir, einige Formulierungen zu übernehmen:

  1. Die »Digitale Wende« kann nicht von oben, also top-down, geplant und vollzogen werden, sondern muss unter Mitwirkung der Leute erfolgen, die Erfahrungen mit »Lernen im Netz« haben.
  2. Die gezielte Förderung von Eigeninitativen, die Freistellung von Pionieren, die Förderung von Netzwerken und »Zellen« engagierter Lehrerinnen und Lehrern ist von großer Bedeutung.
  3. Die Selbständigkeit der Schulen stärken. Zuerst einmal muss man da gezielt fördern, wo sich Eigeninitiative regt.
  4. Netzwerke an Schulen müssen mit den Technologien und Praktiken von Web 2.0 operieren.
  5. Lernen im Netz und mit dem Netz führt zu einer anderen Didaktik: weniger Frontalunterricht, mehr Projektlernen, mehr selbstgesteuerte Aktivitäten einzelner Schülerinnen und Schüler.
  6. »Digitales (Netz-)Lernen« setzt notwendig das Sammeln, Anreichern und Teilen von selbst produzierten Inhalten und Materialien voraus. Das Prinzip ist es, Inhalte nicht redaktionell vorab auszuschließen, sondern durch einen gemeinsamen Prozess aus einem möglichst großen Pool heraus zu verbessern und zu filtern.
  7. Nötig ist darum die Förderung der Initiativen für Freie Bildungsmedien, so genannten Open Educational Ressources (OER), die von netzerfahrenen Lehrpersonen ausgehen.
  8. Schulen können »Präsenzlernen« und »Netzlernen« unterschieden: Nicht alle Lernprozesse müssen vor Ort stattfinden. Damit können lange Schulwege vermieden und unter Umständen in Gemeinde kleinere Lerngemeinschaften etabliert werden, welche das Netz nutzen.

Digilern-Keynote: »Web 2.0 in der Schule – Weshalb sollte ich das denn auch noch machen?«

Der Mathematikdidaktiker Christian Spannagel hat auf dem Kongress zum Lernen mit digitalen Medien (DigiLern) eine Keynote gehalten, in der er der Frage nach geht, welche Vorteile die Integration von Web 2.0 in die Schule haben kann.

Das Referat lohnt sich anzusehen, es dauert zwar knappe 40 Minuten (ohne Fragen), ist aber sehr aufschlussreich.

Lesen 2.0

Texte zu verteilen, Lernende Texte lesen zu lassen und die Texte im Unterricht zu besprechen ist eine erprobte, bedeutsame Unterrichtsmethode. Im Umgang mit Texten hört man häufig, dass »Print nicht tot« sei, dass man weiterhin Texte auf Papier lesen werde.

Neue Displays und Geräte ermöglichen nun aber ein Leseerlebnis, bei dem digitales Lesen nicht mehr von dem Lesen auf Papier zu unterschieden ist. Deutlich macht das z.B. die Vergleichsseite für das neue iPad, wo die Auflösung  getestet werden kann:

Auflösung iPad2 und iPad (3. Generation). Klicken für größeres Bild.

In Zukunft, so kann man sicher sagen, werden Schülerinnen und Schüler Unterrichtsmaterialien auf digitalen Geräten lesen (die Frage, welche Hürde der Betrieb solcher Geräte darstellt, erörtere ich später). Dieses Leseerlebnis unterscheidet sich aber in weiteren Punkten vom herkömmlichen:

1. Lesen wird interaktiv

Amazons Kindle-Bücher ermöglichen auf allen Geräten (Kindle gibt es auch für andere Plattformen als Amazons eigene, z.B. auch fürs iPad und iPhone) das Nachschlagen von unbekannten Wörtern in einem Wörterbuch oder im Internet.

Nachschlagefunktion auf Kindle for iPhone
Nachschlagefunktion auf Kindle for iPhone

Diese Funktionalität kann vielseitig eingesetzt werden: Z.B. im Fremdsprachenunterricht, wo unbekannte Wörter automatisch einem Lernprogramm hinzugefügt werden können, im Mathematikunterricht, wo Beweise oder alternative Darstellungen mit einem Textbuch verknüpft werden können, in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, wo Lexikoneinträge oder komplexere Zusammenhänge »hinter« dem Text stehen könnten.

2. Lesen wird sozial

In der Kindle-App ist es möglich, Passagen zu unterstreichen. Diese »Highlights« können auf einen Server bei Amazon geladen werden. Amazon wertet die Daten aus und bietet einem an, die am meisten markierten Passagen automatisch einzublenden. Das erzeugt das etwas gespenstische Gefühl, dass viele Leute eine Passage wichtig fänden – man also jetzt etwas sehr Bedeutsames lesen werde. Das sieht dann wie folgt aus:

»Highlight«-Passage in Kindle-App für iPhone.
»Highlight«-Passage in Kindle-App für iPhone.

Amazon führt Best-Of-Listen, die aus diesen Passagen erstellt werden, eine für die am meisten markierten Passagen (»Because sometimes things happen to people and they’re not equipped to deal with them.«), eine für die am meisten markierten Bücher (Bibel):

Am meisten markierte Bücher, Stand: März 2012.
Am meisten markierte Passagen, Stand: März 2012.

Auch daraus ließen sich viele Möglichkeiten für den Unterricht gewinnen: Schülerinnen und Schüler könnten z.B. Passagen markieren, die sie nicht verstehen. Oder solche, die sie wichtig finden.

3. Lesen wird dialogisch

Die Möglichkeiten der Interaktion und der sozialen Vernetzung geben einer Lehrperson die Möglichkeit, den Leseprozess von Lernenden wahrzunehmen und von diesem Prozess direkte Rückmeldungen zu erhalten, die wiederum verarbeitet werden können. Fragen könnten zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden – und zwar bereits vor der Stunde. Es wäre wahrnehmbar, wofür die Schülerinnen und Schüler sehr viel Zeit aufwenden wollen oder müssen – und wofür wenig. Es wäre möglich, einer Lehrperson über das Lesen Feedback zu geben etc.

4. Und die Risiken?

Es ist wohl ein Axiom der technischen Entwicklung: Der Preis, der für den Fortschritt bezahlt werden muss, entspricht ungefähr dem Nutzen des Fortschritts. Dieser Preis besteht beim »neuen Lesen« aus zwei Komponenten:

  • Lesen ist kein privater Prozess mehr, sondern ein öffentlicher. 
    Es wird sichtbar, wie lange man liest, was man liest, was man unterstreicht etc.
  • Lesen wird aufwändiger. 
    All diese Vorteile des »Lesens 2.0« erfordern immer auch eine bestimmte Tätigkeit: Schülerinnen und Schüler müssen Wörter auch wirklich nachschlagen, Lehrpersonen müssen die Feedbacks auswerten etc.

Zusammenarbeit mit Online-Tools – warum Google Docs die beste Lösung ist

Unterrichtsprojekte erfordern oft das Zusammenarbeiten mehrerer Schülerinnen und Schüler oder zwischen Schülergruppen und Lehrpersonen. Im einfachsten Fall – von dem wir hier ausgehen wollen – geht es darum, Textdokumente miteinander zu erstellen. Folgende Eigenschaften wären zu erwarten:

  1. alle können Dokumente bearbeiten
  2. die Zusammenarbeit in in Realtime möglich, d.h. alle können gleichzeitig daran arbeiten
  3. alle Veränderungen werden dokumentiert
  4. alle Veränderungen können rückgängig gemacht werden (z.B. über eine Versionskontrolle)
  5. die Dokumente sind vom Zugriff Unberechtigter geschützt.

Der Punkt B. ist derjenige, der innovative Lösungen erfordert: Verbreitete Plattformen wie z.B. BSCW oder Educanet bieten zwar eine Ablage von Dokumenten und bieten Interaktionsmöglichkeiten, können aber nicht sicher stellen, dass die Kollaboration zur gleichen Zeit erfolgt. Wer ein Dokument bearbeitet, weiß nicht, wer dieses Dokument gleichzeitig auch noch bearbeitet. (BSCW und Educanet bieten natürlich darüber hinaus andere Funktionen.)

Ideale Lösungen gibt es einige. Sehr einfach zu handhaben sind z.B. TypeWithMe und Writeboard: Sie erfordern keine Anmeldung und kein Einarbeiten und bieten doch alles, was man braucht, um gemeinsam Texte zu schreiben.

Die ideale Lösung hingegen ist Google Docs.

Ich beginne mit einem Beispiel: Hier habe ich im Unterricht auf dem Projektor mit der Klasse begonnen, eine Zitaterörterung zu schreiben. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Erörterung weiterschreiben – indem alle das Dokument bearbeiten, das ich dann wiederum runterladen und editieren kann, um ein Arbeitsblatt zu gestalten. Um Dokumente zu bearbeiten braucht man nicht einmal ein Konto, idealerweise bieten Schulen ihren Schülerinnen und Schülern aber solche Konten an. Google Docs bietet weitere Vorteile:

  1. Einfache Kontrolle über kollaborativ oder privat verwendete Dokumente.
  2. Einfache Möglichkeiten, Dokumente in Gruppen zu bearbeiten und zu publizieren.
  3. Alle Formen von Dokumenten (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen) sind möglich.
  4. Alle Formen von Dokumenten sind hochladbar, editierbar und speicherbar.
  5. Google Docs ersetzt den Memory-Stick und den Cloudservice: Die Dokumente sind im eigenen Konto immer verfügbar.

Der Nachteil ist, dass Google die abgelegten Dokumente scannt und für Werbezwecke verwendet.

Über weitere Hinweise auf sinnvolle Tools freue ich mich.

Schule in der Informationsgesellschaft


Auf der Seite Schule in der Informationsgesellschaft wird ein Poster bereitgestellt, mit dem die Entwickler folgende Ziele haben:

Das Poster „Schule in der Informationsgesellschaft“ soll dazu anregen, über die aktuelle und künftige Rolle digitaler Medien in der Schule nachzudenken. Es kann als Grundlage für die gemeinsame Diskussion in schulinternen Arbeitsgruppen und Weiterbildungen dienen. Das Poster wurde vom Institut für Medien und Schule der PH Zentralschweiz – Schwyz und mit Unterstützung der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften entwickelt.

Die Initianten formulieren auf ihrer Seite drei Einsatzmöglichkeiten, z.B. »Vorteile und Nachteile abwägen«:

  1. Schauen Sie sich das Poster an und stellen Sie sich vor, dass Ihre Schule in fünf Jahren so aussehen würde. Ist das eine wünschenswerte Vorstellung oder sehen Sie das eher kritisch?
  2. Kleben Sie sprechblasenförmige Notizzettel auf das Plakat, auf die Sie mit einem grünen Stift positive Aspekte schreiben und mit einem roten Stift negative Aspekte, die sie von so einer Entwicklung erwarten würden.
  3. Überlegen Sie sich Massnahmen, die nötig wären, um die Entwicklung von der heutigen Situation in Richtung der positiven Aspekte voranzutreiben. Denken Sie über Massnahmen nach, um die möglichen negativen Aspekte zu vermeiden. Schreiben Sie diese Massnahmen auf quadratische Klebezettel und heften Sie sie neben die entsprechenden Sprechblasen.
  4. Versuchen Sie, die Massnahmen gemeinsam zu priorisieren. Was sind wichtige und was weniger wichtige Massnahmen? Kleben Sie zunächst individuell 3 Klebepunkte auf die für Sie wichtigsten Massnahmen. Diskutieren Sie dann in der ganzen Gruppe, ob sich damit eine mögliche Strategie für Ihre Schule ergibt.

Das Poster ist sehr hoch aufgelöst, die Originalfiles finden sich hier: jpg (11 MB)pdf (12 MB). Es darf unter der Lizenz CC BY-NC 3.0 verwendet werden.

Schule in der Informationsgesellschaft

Wie sollen Lehrerinnen und Lehrer auf Social Media / im Internet präsent sein?

Wie schon in Bezug auf die Präsenz von Schulen rate ich auch hinsichtlich dieser Frage zu großer Zurückhaltung. Jede einzelne Präsenz (damit meine ich: jedes Profil auf jeder einzelnen Plattform) muss betreut werden:

  • sozial: Fast alle Profile bieten die Möglichkeit der sozialen Vernetzung, man muss also entscheiden, mit wem man sich vernetzen will und mit wem nicht.
  • inhaltlich: Die Profile müssen mit Inhalten befüllt werden, auf inhaltliche Anregungen muss reagiert werden.
  • kommunikativ: Jedes Profil bietet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme, Nachrichten müssen gelesen und beantwortet werden.

Wer Profile betreibt, ohne sie zu betreuen, verärgert Menschen, die eine Aufwand betreiben, um einen Kontakt herzustellen oder eine Mitteilung zu verschicken.

Ich werde die Frage konkret in Abschnitten beantworten, die einzelne Komponenten der Präsenz beleuchten.

(1) Privatperson oder Lehrperson? 

Social Media Guidelines (hier z.B. ein Vorschlag für Lehrpersonen) machen deutlich, dass auch private Profile automatisch mit der beruflichen Tätigkeit verbunden werden. Selbst wenn die Profile anonym erstellt werden, besteht die Möglichkeit der Identifizierung und damit der Verbindung von scheinbar Privatem mit Beruflichem. Generell wirken heute anonymisierte Profile oder solche mit Pseudonymen unprofessionell und suspekt.

Grundsätzlich sollte man sich bei jeder Form von Aktivität überlegen, ob man dazu auch als Lehrperson, im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, mit der Schulleitung und Behörden stehen kann. Meine Empfehlung: Tendenziell eher vorsichtig sein.

Selbstverständlich hat man – auch arbeitsrechtlich – das Recht, privat seine Meinung beliebig zu äußern.

(2) Facebook: Mit Schülerinnen und Schülern befreundet sein oder nicht? 

Die Frage würde ich völlig offen lassen – die Antwort darauf hat aber Konsequenzen:

Wer ein eher offenes Profil betreibt, sollte dies konsequent tun und nur Inhalte veröffentlichen, die ganz öffentlich sein dürfen. Je mehr Menschen Einblick haben, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Adressatenkreis nicht beschränken lässt. Ich persönlich ziehe diese Variante vor: Mein Facebook-Profil enthält nichts Geheimes oder Privates, grundsätzlich muss ich nicht überlegen, ob ich Freundschaften annehmen oder ablehnen soll.

Der Vorteil der FB-Freundschaft mit Schülerinnen und Schülern ist die Möglichkeit der niederschwelligen Kommunikation, was ich hier schon einmal dokumentiert habe. Es gibt Lehrpersonen, die dafür eigene FB-Profile einrichten – was sinnvoll ist, wenn man dem Anschein entgegentreten will, auf FB zu private Freundschaften zu pflegen. (Allerdings gilt es immer noch zu bedenken, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigene Profile auf FB vor Lehrpersonen schützen wollen – Privatsphäre gibt und braucht es auf beiden Seiten.)

Ein privates Profil muss sauber verwaltet werden: Von den Privacy-Einstellungen bis zur sorgfältigen Pflege der Freundschaftsliste muss sicher gestellt werden, dass Privates sicher privat bleibt.

Es besteht die Möglichkeit, ein Lehrerprofil auf FB als Zweitprofil zu betreiben. Diese Möglichkeit wird in einem Welt-Artikel am Beispiel von Marie-Theres Johannpeter beschrieben, die sich ein Profil als »Frau Johannpeter« eingerichtet hat. Dieses Modell wurde an einigen deutschen Schulen als einzige Möglichkeit, wie Lehrpersonen mit Schülerinnen und Schülern virtuell »befreundet« sein dürfen, festgelegt.

(3) Unterrichtsmaterialien bereitstellen

Viele Schulen unterhalten eigene interne Plattformen, auf denen Lehrpersonen Materialien veröffentlichen. Sinnvoll wäre es aber, ausgewählte Inhalte öffentlich zugänglich zu machen, z.b. als Open Educational Resources (OER).

Dafür eigenen sich Homepages, hier drei Beispiele von Deutschlehrpersonen, die an Gymnasien unterrichten:

Diese Seiten erscheinen grafisch und inhaltlich alle komplett anders, verfolgen auch unterschiedliche Ziele, stimmen aber darin überein, gewisse Inhalte zugänglich zu machen und sie mit dem Namen der Lehrperson zu verbinden (die Form der Homepage erlaubt es auch, sich als Person zu verkaufen).

Diese Art von Transparenz und Mehrwert ist eine Qualität und sollte optional genutzt werden können – empfiehlt sich heute aber nur Lehrpersonen, die Spass am Betreiben von kleinen Webseiten haben. Der Aufwand ist nicht besonders groß.

(4) Twitter: Braucht man das? 

Twitter ist eine so genannte Microblogging-Plattform. Einfach erklärt verschickt man – und liest man –  SMS-Mitteilungen, die öffentlich sind. Das klingt zunächst paradox, gibt einem aber die Möglichkeit, interessante Links zu verbreiten. Kurze Statements ermöglichen aber auch ein Gedankenaustausch – mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit anderen Lehrpersonen und der Öffentlichkeit.

Hier ein Beispiel von mir:

http://twitter.com/dominik_merz/status/182831342088749056

Auch für Twitter gilt: Es ist eine optionale Ergänzung des Unterrichts und der Präsenz im Internet. Twitter muss gepflegt werden, weil man auch ansprechbar ist und öffentlich erwähnt werden kann: Man muss also wissen, was über einen gesagt wird.

Hier gibt es eine gut geschriebene, verständliche Einführung zu Twitter von Sandro Würmli.

(5) Ein eigenes Blog

Blogs können – als Mischung zwischen Homepage und Twitter – als Unterrichtsergänzung und persönliche Plattform ebenfalls eingesetzt werden. Sie brauchen kein technisches Know-How und erlauben die unkomplizierte Publikation kurzer Texte, von Links und Kommentaren. Sie bieten zudem die Möglichkeit, dass auch andere sich zu den Blogposts äußern können – was wiederum erfordert, dass diese Kommentare gelesen und moderiert werden.

(6) Chat

Chatprogramme (Skype, Live Messenger, Facebook Chat) ermöglichen unter Umständen einen digitalen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern. Es mag Situationen geben, in denen dies erwünscht ist – und andere, in denen diese Möglichkeit eher ärgerlich ist. Die Möglichkeit, Projekte per Chat zu betreuen, würde ich aber durchaus situativ in Betracht ziehen.

(7) Und was gibts sonst noch so?

Ich stelle hier regelmäßig weitere Netzwerke vor. Viele von Ihnen sind spezialisert – z.B. auf Fotographien (Instagram, Pinterest, Flickr) oder  auf Örtlichkeiten (Fourquare). Viele dieser Services sind nicht besonders betreuungsintensiv – setzen aber ein entsprechendes Interesse voraus.

Andere sind in ihren Grundzügen Facebook sehr ähnlich (Google Plus, Linkedin, Xing) – für sie gilt, was für Facebook gilt, mit der Ausnahme, dass viel weniger Menschen auf ihnen vertreten sind.

Fazit

Für alle Aktivitäten sind die Punkte zu beachten, die ich in den Social Media-Guidelines formuliert habe: Es ist wichtig, professionell aufzutreten. Das heißt insbesondere, dass man im Internet dann in Erscheinung treten sollte, wenn es einem ernst ist, man konkrete Ziele verfolgt und man kompetent genug dafür ist. Versuche mit Twitter, wie sie nach Twitterschulungen häufig erfolgen, scheinen mir nur dann sinnvoll, wenn langfristig die Motivation besteht, den Dienst zu nutzen. Ein verwaistes Profil sollte gelöscht werden – es bietet nur nur die Möglichkeit, als fehlende Kompetenz interpretiert zu werden.

Andererseits bieten fast alle Dienste, die es gibt, die Möglichkeit, die berufliche Tätigkeit von Lehrpersonen zu unterstützen und zu ergänzen – wenn man bereit ist, den nötigen Aufwand in Bezug auf Vernetzung, Inhalte und Monitoring zu betreiben.

Ein Beispiel

Ich selber nutze sehr viele verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion mit Schülerinnen und Schülern sowie zur Präsentation von Gedanken und Inhalten. Was fehlt ist eine klare Strategie zur Publikation von Unterrichtsmaterialien, daran arbeite ich noch.
Hier eine Übersicht:

  1. Mein persönliches Blog: philippe-wampfler.com
    Ich veröffentliche dort hauptsächliche wissenschaftliche, politische und ästhetische Hintergrundberichte und -kommentare und dokumentiere Gedanken oder Inhalte, mit denen ich mich beschäftige – selten, aber ab und zu mit Unterrichtsinhalten verbunden (hier ein Beispiel zum Thema »Freiheit« im Schwerpunktfach Philosophie).
  2. Meine persönliche Seite: philippe-wampfler.ch
    Hier präsentiere ich mich als Person, dokumentiere Projekte, Texte und Vorträge und verlinke auf meine anderen Präsenzen. Die Verbindung mit dem Unterricht ist hier fast nicht vorhanden.
  3. Mein Facebook-Profil
    Hier veröffentliche ich Blogposts sowie meistens unterhaltsame Fundstücke aus dem Internet. Ich beteilige mich selten an Diskussionen über FB, hingegen nutze ich die Message- und Chat-Funktion, um Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Meldungen zu kontaktieren, die sie sofort erfahren müssen (z.B. wenn ich krank bin, informiere alle Schülerinnen und Schüler per Mail und einige per Facebook oder SMS, damit sie sicher sehen, dass sie nicht in die Schule kommen müssen). Ich nehme alle Freundschaftsanfragen von Schülerinnen und Schülern an, frage hingegen aktiv keine an.
  4. Mein Twitter-Konto
    Ich publiziere interessante Links und äußere meine Meinung zum Zeitgeschehen. Zudem nehme ich an Debatten teil, auch mit Schülerinnen und Schülern. Ich folge allen SchülerInnen, deren Konto mir bekannt und nicht privat ist, um mein Interesse zu signalisieren.
  5. Weitere Konten wie Google+ habe ich auch, verfolge damit aber keine konkreten Ziele.

Social Media-Guidelines für Lehrpersonen

Heute hat das ORF seine Social Media-Guidelines veröffentlicht (pdf). Diese Guidelines können einfach auch für Lehrberufe adaptiert werden, was ich im Folgenden tue. Der erste Punkt umfasst einen zentralen Hinweis der BBC. Die Richtlinien halten dazu fest:

Diese Regel hat die BBC ihren Journalistinnen und Journalisten im Umgang mit sozialen Netzwerken auferlegt. Lieber einmal mehr nachgedacht, als später ein Posting bereut. Der informelle Ton in sozialen Netzwerken verleitet dazu, flapsig zu schreiben. Doch wir werden nicht nur als Privatperson im Internet wahrgenommen, sondern auch als ORF-Mitarbeiterin oder Mitarbeiter. Wer seine (politischen) Ansichten in sozialen Netzwerken verbreitet, läuft Gefahr, dass die journalistische Unabhängigkeit und Unparteilichkeit in Frage gestellt werden könnte.
Unsere „Social-Media-Guidelines“ sind Empfehlungen für alle, die sich im virtuellen Raum bewegen – beruflich und privat. Diese Empfehlungen, die wir als Redakteursvertretung ausgearbeitet haben, sollen nicht als Maulkorb missverstanden werden. Sondern im Gegenteil: Sie sollen dazu ermuntern, sich aktiv, aber mit Vernunft in sozialen Netzwerken zu präsentieren.

Hier also die adaptierten Guidelines für Lehrpersonen. Über Hinweise oder Ergänzungen freue ich mich (z.B. in den Kommentaren).

  1. Tue nichts Dummes!
  2. Man ist im Internet nie nur Privatperson, sondern wird als auch Lehrperson wahrgenommen.
  3. Achte auf deinen Ruf und auf den deiner Schule.
  4. Tue nichts, was Zweifel an deiner Qualifikation für den Lehrberuf und an deiner Fairness gegenüber deinen Schülerinnen und Schüler auslösen könnte.
  5. Zeige Fingerspitzengefühl bei politischen, religiösen und anderen heiklen Themen.
  6. Schreibe nichts, von dem du nicht willst, dass es auch morgen oder in einigen Jahren noch auf dem Netz zu finden sein wird.
  7. Soziale Netzwerke sind Werkzeuge, keine Spielzeuge.
  8. Interagiere mit Schülerinnen, Schülern und anderen Lehrpersonen.
  9. Bleibe höflich.
  10. Kümmere dich um deine Privatsphäreneinstellungen.
  11. Halte dich auch im Netz an Gesetze – insbesondere ans Urheberrecht.

Sollen Schulen Social Media-Profile unterhalten?

Die im Betreff formulierte Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Ich gehe in drei Schritten vor und kommentiere Funktion, Risiken und gebe eine konkrete Empfehlung ab. Einleitend kann festgehalten werden, dass ich in Bezug auf Social Media zu großer Zurückhaltung rate: Es ist wichtiger, Kanäle intensiv zu betreuen, als auf möglichst vielen präsent zu sein.

(1) Funktion von Social Media-Profilen

Die Studie Social Media Schweiz 2012 der ZHAW zeigt, dass solche Profile für die Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege bedeutsam sein können. In mehrere Dimensionen:

  • Viele Schülerinnen und Schüler informieren sich heute über Facebook (siehe JAMES-Studie der ZHAW). Darunter sind auch potentielle Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule, die sich über ein FB-Profil ein Bild machen.
  • Eltern nehmen die Schule auch über Facebook wahr und könnten – im Sinne eines Newsletters – über Statusupdates auf dem Laufenden gehalten werden.
  • Eine Schule unterhält viele Anlässe, an die externe Gäste eingeladen werden, die ebenfalls über Facebook beworben und dokumentiert werden können.
  • Auch Schulerfolge können über FB und entsprechende Likes verbreitet werden und zu einem positiven Image einer Schule beitragen.
  • Viele Alumni tragen in ihre FB-Profile ein, dass sie diese Schule besucht haben.

Aber auch innerhalb der Schule gibt es viel Interesse an den Vorgängen, FB bietet sich an, um Bilder von Schulanlässen zu präsentieren und Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit zu geben, am Schulleben teilzuhaben, gewisse Ereignisse auch kommentieren zu können.

Grundsätzlich – und das ist ganz wichtig – entstehen Profile auf Facebook ganz von alleine. Für praktisch alle Schulen gibt es Profile und Seiten – auch wenn die Schule selbst gar keine Anstrengungen unternimmt oder unternehmen will. Diese Profile werden von Schülerinnen, Schülern, Ehemaligen, Lehrpersonen angelegt oder automatisch generiert. Unterhält man sie nicht aktiv, läuft man Gefahr, dass man die Kontrolle über die externe Kommunikation verliert.

(2) Gefahren

Die größte Gefahr, und das zeigt ebenfalls die Bernet-ZHAW-Studie, ist eine fehlende Strategie. Es reicht nicht, dass eine interessierte Lehrperson ein Profil einrichtet. Die Kommunikation über das Profil muss abgestimmt sein mit allen anderen Bemühungen im kommunikativen Bereich, sie muss bewusst er- und konkrete Zeile verfolgen.

Mit einem Profil ist ein Aufwand verbunden:

  • Regelmässiges Updaten mit relevanten, einfach zugänglichen, ansprechenden Beiträgen.
  • Das Profil muss immer aktuell sein.
  • Konsequentes Monitoring des Profils, d.h. es muss jemand kontrollieren, was damit passiert.

Besonders der letzte Punkt ist entscheidend: Über solche Profile ist es sehr leicht, z.B. einzelne Lehrpersonen zu beleidigen, Schülerinnen und Schüler blosszustellen oder Verleumdungen zu verbreiten. Auch so genannte »Shitstorms«, also Kommunikationskrisen, können auf Social Media-Profilen in einer Nacht eine ungeheure Dimension annehmen.

Völlig neutral muss auch beurteilt werden, wie viel Kommunikation über Social Media erfolgen soll. Will man mit Eltern und Schülerinnen und Schülern über so ein Profil kommunizieren? Will man Rückmeldungen entgegennehmen, auf Kommentare reagieren – oder will man die Kommentarfunktion abschalten (und so möglicherweise Gefahr laufen, als nicht-kommunikativ wahrgenommen zu werden)?

Das heißt letztlich, dass ohne genaue Gedanken über ein Profil und ohne die nötigen Ressourcen die Risiken größer sind als der Nutzen.

(3) Empfehlung und konkrete Profile

Jedes Profil eröffnet einen neuen Kanal – gibt mehr Möglichkeiten zur Interaktion und erhöht den Aufwand.

  1. Facebook.
    An Facebook führt heute kein Weg vorbei – man ist automatisch präsent. Eine Schule muss ein Facebook-Profil unterhalten, sonst wird es für sie unterhalten.
  2. Youtube.
    Wenn es Filme zur Schule gibt, die in die Öffentlichkeit gehören, gehören sie auch auf Youtube – weil sie sonst auch automatisch dort landen würden.
  3. Twitter.
    Wer twittert, muss es regelmässig und intensiv tun. Der Aufwand ist recht groß, der Nutzen – für eine Schule – wohl sehr bescheiden.
  4. Google+, Xing und andere.
    Diese Netzwerke haben eine zu geringe Penetration und sind Spezialistinnen und Spezialisten vorbehalten.

Meine Empfehlung: Sich auf Facebook beschränken. Die Facebook-Seite soll frisch sein, immer wieder mit Updates versehen werden und positiv. Sie soll einen Teil des eigenen Webauftritt spiegeln, ihn aber unter keinen Umständen ersetzen (Facebook kann jederzeit alle Inhalte löschen – ohne Angabe von guten Gründen).

Alle weiteren Profile – mit Ausnahme von Youtube – bringen wohl eher wenig und sollten nur dann eingesetzt werden, wenn das angestrebte Ziel mit Facebook nicht erreicht werden kann. D.h. nicht, dass sich die Bedeutungen dieser Netzwerke ändern können, aber 2012 ist Facebook in der Schweiz das einzige Netzwerk, auf dem genügend Menschen aktiv sind.

Ein Kommunikationsverantwortlicher, eine Kommunikationsverantwortliche soll das Facebook-Profil intensiv pflegen und der Schulleitung ab und zu berichten, was dort abläuft – sie sofort informieren, wenn es zu problematischen Vorfällen kommt.

Studie: Social Media Schweiz 2012 der ZHAW

In Zusammenarbeit mit Bernet PR hat die ZHAW eine Studie zum Engagement von Schweizer Unternehmen im Bereich von Social Media durchgeführt. Die Studie ist als pdf-File online einsehbar.

Gerade im Zusammenhang mit der Frage, ob Bildungsinstitutionen (konkret: Schulen) auf Social Media-Plattformen vertreten sein können, ist die Studie aufschlussreich. Die dafür wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen und Organisation sind auf Social Media aktiv.
  2. Nur die Hälfte davon hat eine konkrete Strategie.
  3. Der große Aufwand wird als größtes Hindernis betrachtet, generell erachten die aktiven Organisationen den Aufwand größer als den Nutzen. Ressourcen stehen tendenziell wenig zur Verfügung.
  4. Es gibt drei Hauptziele:
    1) externer Dialog
    2) Imagepflege
    3) Marketing
  5. Die wichtigsten Kanäle sind Facebook, Youtube und Twitter.
  6. Inhalte:

    Worüber Organisationen berichten: Social Media
    Worüber Organisationen berichten: Social Media (Quelle: Studie der ZHAW)

Für Schulen ergeben sich meiner Ansicht nach folgende Konsequenzen daraus:

  • Social Media gibt es nicht ohne Aufwand.
  • Für ein Engagement in Social Media braucht es eine Strategie.
  • Sie sollte sich hauptsächlich auf die externe Kommunikation und auf die Imagepflege beziehen.

Wikis im Geschichtsunterricht

Christian Spannagel, Professor für Mathematikdidaktik an der PH Heidelberg berichtet in seinem Blog über ein Projekt mit Wikis im Geschichtsunterricht. Ich veröffentliche hier eine gekürzte Kopie seinen Beschriebs (Lizenz: CC BY-SA 3.0), da mir das Projekt lohnens- und nachahmenswert erscheint.

* * *

In den LernZeitRäumen arbeiten wir gerade mit Schülerinnen und Schülern in einem Wiki. Das Oberthema ist Mittelalter. Verschiedene Schülerteams arbeiten an unterschiedlichen Mittelalter-Themen (wie beispielsweise “Bauwerke”, “Essen und Trinken” und “Schrift und Buchkunst”). […] Ein wesentliches Ziel dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, aus Texten Informationen zu entnehmen (hierfür haben sie ausführliche Reader und Bücher zur Verfügung), die Informationen in eigenen Texten zusammenzufassen, dabei korrekte Quellenangaben zu machen und das Ganze für andere Leserinnen und Leser attraktiv aufzubereiten. Hier liegt eine große motivationale Chance des Wikis: Die Texte landen nicht einfach nur auf dem Schreibtisch des Lehrers, sondern stehen im Web und können von jedem gelesen werden. (Ein Beleg, dass das für Schüler bedeutsam ist, kommt weiter unten. […]).

Das Schulwiki der LernZeitRäume wird freundlicherweise von der ZUM gehosted, und dank toller Vorbilder wie dem RMG-Wiki, dem DSD-Wiki und vielen anderen Wikis in der ZUM-Wiki-Family konnten wir auf zahlreichen Beispielen aufbauen und von reichhaltigen Erfahrungen anderer profitieren.

Hier möchte ich mal alle möglichen Eingangsüberlegungen zusammenfassen, die den Start des Wikis und die Arbeit in den ersten Wochen begleitet haben:

  • Wir haben uns dazu entschieden, dass sich die Schülerinnen und Schüler nur mit Pseudonymen und nicht mit Realnamen anmelden. Die Wahl der Pseudonyme erschien uns angemessen, weil wir vermeiden wollten, dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Realnamen im Web auftreten.
  • Es hat sich bewährt, dass die Schülerinnen und Schüler einen Anmeldebogen ausfüllen, den ich aufbewahre und immer mit dabei habe. Denn: Schüler vergessen Passwörter, und die kann ich dann bei Bedarf nachschlagen. (Ich bin sozusagen Vertrauensstelle für vergessene Passwörter.)
  • Mit den Schülerinnen und Schülern haben wir eine Wiki-Abmachung getroffen. Darin unterschreiben sie, dass sie sich respektvoll im Internet verhalten, keine persönlichen Daten von sich preisgeben und das Urheberrecht beachten. Außerdem habe ich unterschrieben, dass ich den Schülerinnen und Schülern sowohl offline als auch online mit Rat und Tat zur Seite stehe. Die Abmachung ist also tatsächlich eine gegenseitige Vereinbarung und keine einseitige Verpflichtung.
  • Diese Abmachung wurde gleich in der ersten Woche gebrochen (auf einer Benutzerseite stand “ihr Deppen!”). Perfekt! Wir hatten gleich eine Gelegenheit, nochmals über die Abmachung zu sprechen und die Ernsthaftigkeit der Abmachung zu unterstreichen. Seitdem ist nichts mehr vorgefallen. Genau das gefällt mir an der Wiki-Arbeit in der Schule: Man stellt nicht nur die Gefahren und Probleme des Internets heraus, sondern hebt zunächst einmal die Möglichkeiten der produktiven Zusammenarbeit hervor. Die Probleme sind dann mehr Seitenaspekte, die auch wichtig sind, die aber nicht im Vordergrund stehen.
  • Die technische Einführung hielt sich im Rahmen. In ca. 15 Minuten habe ich den Schülern die Basics gezeigt (Bearbeiten, Vorschau, Speichern, Texteingabe, fett, kursiv, Überschriften). Alles weitere gibt es dann als Hilfe “on demand”. Relativ schnell wollten Schüler Tabellen erstellen. Weil das ein bisschen komplizierter ist, habe ich das dann im Einzelgespräch gezeigt. Hier wird dann auch den Schülern deutlich, wie hilfreich das Verwenden von bereits vorhandenem Code ist.
  • Neben den zahlreichen Hilfen (die, glaub ich, bislang kaum ein Schüler angeschaut hat), habe ich auch eine Oops!-Seite eingerichtet. Das ist die Seite für die Offline-Hilfe. Wenn ich mal nicht an der Schule bin und ein Schüler ein Problem hat, dann kann er dieses auf die Oops!-Seite schreiben, und ich antworte dort.
  • Ganz klar: Ich muss täglich den RSS-Feed des Wikis checken, um zu schauen, was dort passiert. Das ist aufwändig, aber notwendig. […]
  • […] Wenn Schüler im Wiki arbeiten, entstehen logischerweise Rechtschreib- und Tippfehler. Wir haben uns vorgenommen, dass die Wiki-Arbeit mit 10 Minuten Korrektur der Seiten von anderen endet. Das heißt, Schülerinnen und Schüler sollen am Ende einer Stunde durchs Wiki gehen und Fehler korrigieren. Und wir müssen es aushalten, dass mal eine Zeit lang Fehler enthalten sind. Wikiarbeit ist schließlich ein Prozess.
  • Der Diskussionsbereich zu jeder Seite ist ein prima Platz für Feedback der Lehrer an die Schüler (z.B. hier die Rückmeldung von Axel zum Thema Burgen). So ist das Feedback nahe am Text, aber nicht im Text, und der Prozess lässt sich im Nachhinein noch nachvollziehen.
  • Schülerinnen und Schüler finden es klasse, dass die Seiten im Internet stehen und andere sich diese ansehen können. Jedenfalls sind alle ganz wild darauf, unten auf der Seite immer zu schauen, wie viele Zugriffe es auf die Seite gab (ein regelrechter Wettbewerb unter manchen Schülern).

Ein paar Bilder wurden von Schülern auch schon eingefügt. Wenn die Texte fertig sind, werden wir noch eine Quiz-Seite gemeinsam erstellen, in der die Schüler Multiple-Choice-Tests, Lückentexte, Rätsel und sonstige Aufgaben als Wissenstest zum Mittelalter gestalten können.