In Kürze erscheint mein zweites Buch, das stark auf der Vorarbeit in diesem Blog beruht. Weitere Informationen gibt es auf einer Unterseite sowie auf einer Facebook-Seite. Das Inhaltsverzeichnis kann unten eingesehen werden, auch das Vorwort ist bereits publiziert und verschafft einen ersten Eindruck.
Wer gerne ein Rezensionsexemplar hätte, kann sich in diesem Formular eintragen. Ich danke im Voraus für das Interesse!
Kürzlich habe ich bei Facebook dieses Profilbild neu eingestellt. Bald entwickelte sich in den Kommentaren eine Diskussion, weil Beat Rüedi, den ich aus medienpädagogischen Diskussion kenne, nach einer ersten Frage (»Treibst du Sport?«) bemerkte, ich sehe auf dem Bild »ein wenig gut genährt aus«:
Diese Diskussion irritierte einige Mitlesende, die mir das in SMS oder persönlichen Nachrichten zu verstehen gaben. Ich beschloss, sie zu löschen, aber zu dokumentieren (weitere Diskussionsbeiträge habe ich dann einfach gelöscht). Kurz darauf wurden zwei Blogposts zu diesem Fall publiziert, einer von Daniel Menna, der andere von Steve Bass. Während Menna den fehlenden Anstand von Rüedi konstatierte, ging Bass differenziert auf die Frage ein, was Öffentlichkeit für persönliche Kritik bedeute:
Kritik in der Öffentlichkeit muss ich zwar aushalten, aber sie bringt mich meistens nicht weiter. Wenn mir ein Bekannter an einem Fest sagt, dass er findet ich sei zu dick, kann ich in diesem Rahmen keine vernünftige Diskussion führen. Ich werde elegant darüber hinweg gehen und bin den Rest des Abends verunsichert und verletzt. Auch bei sozialen Netzwerken würde ein öffentlicher Kommentar zu einem ähnlichen Ergebnis führen, da eine konstruktive Auseinandersetzung kaum stattfinden kann aus meiner Erfahrung.
* * *
Die Beleidigung ist für mich hier nicht der entscheidende Aspekt. Ich bin übergewichtig. Weil ich aber privilegiert bin – als gebildeter Mann mit einem anständigen Einkommen und einer Meinung, die oft ernst genommen wird -, fällt das für mich weniger ins Gewicht als für andere. Bei Referaten kommentiere ich mein Gewicht immer wieder, um einen rhetorischen Erfolg zu erzielen. Kurz: Wenn mir jemand sagt, ich sei zu dick, dann trifft mich das zwar, aber ich weiß, dass die andere Person Recht hat.
Bedeutsamer war, dass Rüedi nicht einfach einen negativen Kommentar abgab, sondern den schon mit einer Frage einleitet und mir danach Tipps gab, wie ich das Bild korrigieren müsste, um es besser aussehen zu lassen. Letztlich wollte er – zumindest empfand ich das so – nicht mangelndes Gesundheitsbewusstsein, sondern mangelnde Medienkompetenz vorwerfen: Einerseits durch die ungünstige Wahl der Bilder und andererseits, weil er ahnte, dass eine souveräne Reaktion mir schwer fallen könnte. In einer Notiz hielt Rüedi denn tatsächlich fest, ich hätte »Social Media nicht verstanden«. Q.E.D.
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Darum die allgemeine Frage: Wie sollte man auf unerwartete, unerwünschte, nebensächliche Kommentare bei Bildern reagieren? Konsequentes Löschen wäre durchaus meine Empfehlung. Wer einen Kanal anbietet, darf auch Regeln festlegen. Nur weil die Möglichkeit besteht, Kommentare abzugeben, heißt das nicht, dass diese Kommentare ablenken und verletzen dürfen. Social Media gelingen, wenn Menschen in konstruktive Auseinandersetzungen mit sich und der Welt gelangen können. Und sie scheitern, wenn viel Energie in Animositäten verpufft werden, die niemanden weiterbringen.
Das Geheimnis ist, so gesehen, Anlass einer Gewissensentscheidung, die einem niemand abnehmen kann; man muss sich klar darüber werden, warum man schweigt. Oder eben doch redet. Und welche Folgen dies haben könnte. In jedem Fall gilt: Das Gesagte lässt sich – einmal in der Welt – nicht mehr in das Ungesagte zurückverwandeln. Und das plötzlich öffentlich Gewordene kann nicht mehr zum Nicht-Öffentlichen werden.
Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hat am Montag im Tages-Anzeiger über die Bedrohung des Geheimnisses durch Transparenz geschrieben (Version aus dem Web-Archiv). Dass digitale Medien das menschliche Leben transparenter machen und so Geheimnisse durch Kontrolle ersetzen, ist ein Gemeinplatz der gehobenen Medienkritik. Im Folgenden eine kurze Analyse des Arguments.
Liest man die einleitenden Sätze von Pörksen, so wird klar, dass sein Argument auf der Annahme basiert, mediale Umwälzungen machten alles öffentlich Sagbar. Blicken wir in die Instagram-Kanälen junger Menschen, so scheinen wir das tatsächlich zu sehen: Sie »dokumentieren mit Selfies [ihre] Existenz als Laienpaparazzi in eigener Sache«, wie Pörksen schreibt.
Neben dieser Selbstinszenierung setzen auch Unternehmen und Staaten alles daran, unser Leben in Daten zu verwandeln. Barzahlungen sollen zugunsten von nachverfolgbaren Zahlungen unterbunden werden, Webseitenbesucher werden per Tracking verfolgt, Handyantennen und Kameras im öffentlichen Raum ermöglichen Bewegungsprofile.
Diese Entwicklung hat einen hohen Preis, den wir alle bezahlen. Und es ist wichtig, dass eine Auseinandersetzung darüber stattfindet, ob wir den Preis zahlen wollen.
Aber der Preis, so behaupte ich, ist nicht das Geheimnis. Noch einmal Pörksen:
Denn ein Geheimnis erschafft, wie bereits der Soziologe Georg Simmel formulierte, eine zweite Welt, ein Refugium des Unbeobachteten und Unsichtbaren. In diese Welt können wir uns zurückziehen. Hier können wir uns erholen und müssen nicht mehr funktionieren. Hier können wir einem anderen von Erschöpfung, Krankheit oder unseren Sehnsüchten erzählen – im Vertrauen auf seine Verlässlichkeit und sein Schweigen.
Geheimnisse und Öffentlichkeit sind aber kulturell und sozial veränderliche Konzepte, wie die Arbeiten von Foucault (besonders die Vorlesungen von 83/84) zeigen. Nur ein Beispiel: Die Ehe war nicht immer ein öffentlicher Bund. Das heißt: Selbst wenn Dinge öffentlich werden, verschließt das den Raum der Geheimnisse nicht. Der Grund liegt darin, dass eben das Leben keine Datenbank ist, sich nicht auf Daten reduzieren lässt. Pörksens Annahme, Transparenz zerstöre die Möglichkeit des Geheimnisses, muss davon ausgehen, dass Gefühle wie Liebe, Scham, Ekel etc. – wie sie in den abgebildeten Beispielen von Postsecret ausgeführt werden – in Daten auflösbar sind. Weil das aber nicht der Fall ist, eröffnen selbst Social Media neue Räume für menschliche Geheimnisse. Das zeigen selbst die radikalsten Versuche, das eigene Leben transparent zu machen.
But a human life is not a database, nor is privacy the mere act of keeping data about ourselves hidden. In reality, privacy operates not like a door that’s kept either open or closed but like a fan dance, a seductive game of reveal and conceal.
By that standard, the explosion of personal information online is giving rise to new mysteries, new unknowns. When you post a photo on Instagram, it offers up not just answers but hints at new questions: Who were you with and why? What were you feeling? What happened between the updates, and why was it left out? Secrets, creative concealments, the spaces between posts—this is where privacy flourishes today.
Adorno: Technik ist nicht heilig.
Horkheimer: Marx hat schon das Moment, daß in einer falschen Gesellschaft die Technik sich falsch entwickelt.
Immer wieder sehe ich mich dem Vorwurf ausgesetzt, ich würde die hässlichen Seiten von Social Media ausblenden, das ganze »Social-Media-Meer voll Dummheiten und Geschwätzigkeit, in dem halt selten Perlen reifen«, wie das Urs Bühler in der NZZ kürzlich formulierte.
Die Diagnose ist einfach: Seit handliche Geräte allen Menschen eine Stimme geben, mit der sie eine kleine Öffentlichkeit erreichen können, finden sich in ihren Kanälen Dummheiten, Hass, Aufrufe zur Gewalt und massive Übergriffe auf andere. Die Betreiber der Plattformen sehen diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zu: Entweder richten sie schwerfällige Meldeformulare ein, mit denen dann ein Bruchteil der problematischen Inhalte gefiltert werden, oder sie geben vor, dass die Verantwortung für die Inhalte bei den Usern liege und nicht bei ihnen, die lediglich eine Technologie zur Verfügung stellten.
Meine Standardreaktion auf diese Kritik ist der Hinweis darauf, dass sich die Möglichkeit (und Pflicht) zur Redaktion auf die einzelnen Nutzenden übertragen hat: Anders als eine Zeitung, deren Inhalte von im Impressum Genannten verantwortet werden, stellen sich die Kommunikationspartner in sozialen Netzwerken ihre eigenen Nachrichten zusammen, indem sie Filter verwenden. Jemandem folgen, abonnieren, blockieren, auf eine Liste setzen, einer Gruppe beitreten, ausblenden etc. sind alle Filtervorgänge. Viele Plattformen geben Nutzerinnen und Nutzern Filtersouveränität.
Selbstverständlich sind die Werkzeuge, um Filter zu erstellen, noch sehr schlecht ausgebildet. Missverständnisse in Bezug auf die Öffentlichkeit von Inhalten lassen selbstverständliche Vorgänge wie Blocken von Accounts als etwas Verwerfliches erscheinen, während es dabei lediglich darum geht, sich vor möglichen Äußerungen und Angriffen zu schützen. Dieser Schutz ist heute schlecht ausgebildet: Verletzbare Personen ziehen sich immer wieder aus Social Media zurück, weil sie sich mit dem Dreck, den sie dort antreffen, nicht mehr auseinandersetzen können. Es bilden sich auch in Subkulturen enge Normen. Wer ihnen nicht entspricht, muss mit Sanktionen rechnen. Das darf nicht sein.
Rather than encouraging openness, transparency or authenticity – let alone activism or freedom – social media has re-inscribed a limited view of success and a surprisingly narrow range of acceptable behaviour. While this may differ between social groups, cultures and nationalities, social media’s early, revolutionary promise has been replaced by a jockeying for popularity and status that is far from world-changing.
Damit sind wir zurück bei Horkheimers Aussage, dass sich in einer falschen Gesellschaft auch die Technik falsch entwickle. Das Dilemma der Social Media ist das Dilemma aller Medien: Dürfen sie die Welt und die Gedanken der Menschen so zeigen, wie sie sind – oder sollen sie zeigen, wie sie sein sollten? Und wer entscheidet, wie sie sein sollen?
Herrscht ein Konsens in Bezug auf die Frage, ob ISIS Twitter als Mittel zur Mobilisierung von Kämpfern verwenden sollte, so bröckelt der in Bezug auf die Frage, was eine akzeptable Meinung und was grundloser Hass ist, sehr schnell. Social Media machen nicht nur Gedanken sichtbar, die Menschen medienunabhängig haben, sondern sie weisen spezifische »Affordances« auf, indem sie Anreize für bestimmte Inhalte machen. Nicht jede Botschaft verbreitet sich auf Social Media, ergo schüren sie Hass, regen zu Diskriminierung und Rassismus an – ohne dass das irgendwie relativiert werden muss.
Betrachtet man das Problem differenziert, so erscheint es auf drei Ebenen:
Wie können Menschen Social Media so nutzen, dass sie sich vor Übergriffen schützen können?
Wie können Gesellschaften ein friedliches Zusammenleben sicher stellen?
Wie können Gesetze und Politik negative Auswüchse in Social Media wirksam bekämpfen, ohne massiv in Grundrechte eingreifen zu müssen?
Diese Aufstellung zeigt einerseits, wie grundsätzlich die Fragen sind, die in einer oberflächliche Kritik sozialen Netzwerken angelastet werden. Selbstverständlich verstärken sie bestimmte Tendenzen – die aber erstens schon bestehen und zweitens auf eine entsprechende Resonanz stoßen. Andererseits wird erkennbar, dass einfache Vorschläge Scheinlösungen sind. Wer verhindern kann, dass ISIS Twitter nutzt, verhindert auch, dass sich Widerstand gegen totalitäre Systeme bildet.
Social Media sind heute, was Flugblätter früher waren. Sie enthielten Nazi-Propaganda, waren also Mittel zur Vernichtung von Millionen von Menschen. Und sie wurden vom Widerstand, der »Weißen Rose« genutzt. Wie Social Media und jede Technologie waren sie nicht heilig. Aber auch nicht Gegenstand naiver Lösungen.
Flugblatter der Weißen Rose, die RAF-Flieger abgeworfen haben.
Übers Wochenende hat eine Studie (pdf) für Aufruhr gesorgt: Ein Team von Wissenschaftlern hat in Zusammenarbeit mit Facebook hat während einer Woche im Januar 2012 bei über 300’000 Facebook-Profilen entweder weniger negative oder weniger positive Statusmeldungen angezeigt als bei einer je gleich großen Kontrollgruppe. Als »negativ« wurden dabei Meldungen angesehen, die mindestens ein »negatives Wort« enthielten.
Das Ergebnis: Wer weniger Negatives zu sehen bekam, hat selbst mehr positive Wörter verwendet – und umgekehrt.
Die Kritik am Experiment – von Martin Giesler bei den Blogrebellen ursprünglich auf Deutsch formuliert – ist nachvollziehbar: »Forschungsethik ist anders«. Wer Experimente durchführt, muss das mit dem Wissen und dem Einverständnis der Untersuchten tun, vor allem wenn der Zugriff auf die Mitteilungen aus dem Freundeskreis dabei verändert wird.
Schnell wurde bemerkt, dass Facebook die angezeigten Meldungen selbstverständlich manipulieren darf. In den Datenverwendungsrichtlinien heißt es:
Zusätzlich zum Unterstützen der Nutzer beim Ansehen und Herausfinden der Dinge, die du machst und teilst, können wir beispielsweise die über dich erhaltenen Informationen folgendermaßen verwenden […] für interne Prozesse, u. a. Fehlerbehebung, Datenanalyse, Tests, Forschung und Leistungsverbesserung. Indem du uns die Erlaubnis zur Verwendung deiner Informationen erteilst, ermöglichst du uns nicht nur, Facebook in seiner heutigen Form zur Verfügung zu stellen, sondern auch dir zukünftig innovative Funktionen und Dienstleistungen anzubieten, die wir unter neuartigem Einsatz der Informationen, die wir über dich erhalten, entwickeln.
Kurz: Facebook kann mit den Inhalten seiner Kunden frei experimentieren.
Ich nutze viele Dienste. Ausser Facebook, das ich für wirklich bösartig halte.
Die andere formuliert Patrick Breitenbach auf Facebook:
Süß. Das nennt sich A/B Testing und ist im E-Business banale Alltagsrealität. Aber schon interessant warum nun ausgerechnet dieser Diskurs geführt wird. Vermutlich weil man »die Wissenschaft« als die letzte Bastion der Moral und Ethik wahrnimmt. Also im Gegensatz zur Ökonomie. Daran haben wir uns offenbar gewöhnt. Vermutlich weil es die meisten mitspielen.
A/B-Testing bedeutet, dass im Internet oft einem Teil der Besucher einer Webseite eine Version A, einem anderen Teil einer Version B angezeigt wird (z.B. andere Titel, andere Bilder etc.), um herauszufinden, wie sich die Reaktionen und Interaktionen unterscheiden.
Facebook, so könnte man verallgemeinern, manipuliert unsere Informationen ohnehin ständig. Was wir in unserem Stream sehen, sind von einem Algorithmus ausgewählte Einträge, die für das Finanzierungsmodell von Facebook optimale Ergebnisse hervorrufen. Wer Facebook nutzt, sollte sich dessen bewusst sein. In diesem Fall – so eine Argumentation, die Facebook verteidigt, wurde die Manipulation für wissenschaftliche statt kommerzielle Zwecke genutzt.
Gleichwohl wurde in diesem Fall zwei Grenzen überschritten. Einerseits haben Wissenschaftler Methoden des Marketing verwendet, die den ethischen Standards klar widersprechen. Andererseits arbeitet Facebook in diesem Fall nicht mit Metadaten, welche die Relevanz von Posts festlegen (kurz: aufgrund meiner früheren Interaktion mit Inhalten und Profilen werden meine Erwartungen bestimmt), sondern mit »Sentiments«, also maschinell aufbereiteten Gefühlen und Einstellungen.
Dieser Umbruch ist entscheidend, weil er die Möglichkeiten von Algorithmen aufzeigt, uns psychologisch zu beeinflussen. Programme werden wissen, wie wir auf bestimmte Bilder reagieren, weil wir danach die Trackpads hastiger bewegen oder die Touchscreens stärker berühren. Immer smartere Sensoren werden unsere Gefühle genau kennen und uns so bedienen, dass wir uns im Sinne des Programms optimal verhalten.
Also steigen wir einfach irgendwo ein, kein Eingang ist besser als ein anderer, keiner hat Vorrang, jeder ist uns recht, auch wenn er eine Sackgasse, ein enger Schlauch, ein Flaschenhals ist. Wir müssen nur darauf achten, wohin er uns führt, über welche Verzweigungen und durch welche Gänge wir von einem Punkt zum nächsten gelangen.
So führen Deleuze und Guattari in ihr Kafka-Buch ein. Diese Anleitung bedeutsam, zumal jede Lektüre heute übers Netz vermittelt ist. Das Netz oder das Rhizom hat das Buch längst ersetzt – das Buch ist zur Metapher geworden, zur leeren Form, in welche Netzausschnitte gepresst werden. Auf Wikipedia gibt es den Button »Buch erstellen«.
Bücher waren immer schon vernetzt. Ihre lineare Form ist eine Erfordernis des Druck- und Vertriebprozesses, nicht eine des Schreibens, Denkens oder Lesens. Das zeigen Werke wie Büchners Woyzeck oder Kafkas Process, die auch deshalb zu den wichtigsten Texten der deutschen Literatur gehören, weil sie eine lineare Lektüre hintertreiben.
Gute Literatur (und damit auch gute Literaturwissenschaft) schafft Netze, die »allenfalls jene, die ein Werk zu »deuten« versuchen, verwirren« – weil das Werk »in Wahrheit nur experimentell erprobt sein will« (Deleuze/Guattari). Erproben heißt das Netz betreten, seinen Verzweigungen folgen, sich darin verirren.
Prokrastination, das ziellose Verschwinden im Netz, ist die Abweichung vom linearen Arbeitsverfahren. Es ist die fahrige, zufällige, orientierungslose Lektüre. »Sich in einer Stadt nicht zurechtzufinden heißt nicht viel. In einer Stadt sich aber zu verirren, wie man in einem Walde sich verirrt, braucht Schulung« – das Wort aus Benjamins Berliner Kindheit um 1900 gilt auch fürs Lesen.
Der Verlust von Linearität und Sinnstruktur, das Verlassen der Formate des Buches und der Seite sind oft ein Gewinn. Wer nicht über die Bibliothek in die Lektüre einsteigt, sondern über die undurchsichtigen Algorithmen der Suchmaschine, verirrt sich schneller, schweift ab, springt in andere Zusammenhänge. Beginnt vom Lesen zum Schreiben überzugehen und kreiert das Netz, in dem er sich schon verloren hat.
Der Literaturwissenschaftler Alexander Pschera schreibt in seinem Essay über Soziale Netzwerke (Titel: 800 Millionen):
Das Soziale Netz existiert nicht ohne uns. Daher ist es nicht lesbar, obwohl es ständig auf sein Gelesen-Werden-Wollen verweist. Die sozialen Medien geben sich die Gestalt eines zu lesenden, dem im Lesen ein Klang abzuhorchen ist. Facebook gibt sich den Namen eines Buches, jedoch eines Buches, das genauso wenig lesbar ist wie ein Gesicht. Facebook ist ein leeres Buch, das zugleich geschrieben und gelesen werden will. Das Netz ist nicht lesbar, weil es keinen eigenen Text hat.
Schlauen Menschen fällt Kulturpessimismus leicht: Thesenartig nehmen sie Beobachtungen aus der Jugendkultur auf, verbinden sie mit technologischen Neuerungen und zeichnen dann das Bild einer Welt, die dem Leben das Lebenswerte nimmt. Die normative Verwerfung von Entwicklungen, in die jede kulturpessimistische Argumentation münden muss, nehmen ihr alle Offenheit.
Kulturpessimismus floriert im Feuilleton. Über die Gründe kann ich nur spekulieren – es wunder mich immer wieder, warum aus all den Menschen, die zu digitalen Entwicklungen etwas sagen könnten, immer die mit den platten Angst-Thesen Platz erhalten.
Bevor ich skizziere, wie der bessere Netz-Diskurs unter Intellektuellen aussehen könnte, zwei Beispiele:
1. Werther als WhatsApp-Roman
Letzte Woche hat Tomasz Kurianowicz in der NZZ über Liebesbeziehungen geschrieben, die ihren Anfang in Chats finden. »Die neue Generation von Jugendlichen verliebt sich heutzutage vor dem Bildschirm«, ist der Ausgangspunkt von Kurianowicz. Er zitiert Luhmann und analysiert Werther, um zum abschließenden Horrorszenario zu kommen:
[Es] droht die Gefahr, dass wir eines Tages auf dem Sofa aufwachen und menschliche Auseinandersetzung aus Faulheit und Angst vermeiden. Das wäre dann der Punkt, an dem wir einen digitalen Unort erschaffen, an dem es nur noch Platz für uns und unser Smartphone gäbe und keinen Platz mehr für einen Partner aus Fleisch und Blut, den wir trotz und gerade wegen seiner Mängel, Schwächen und Unzulänglichkeiten lieben gelernt haben.
Hier sieht man, warum diese technologiepessimistische Haltung so langweilig ist: Kurianowicz muss annehmen, dass die Balance zwischen sozialer Verbindung und einsamer Reflexion, zwischen schreiben, sprechen und schweigen, zwischen dem Aushalten von Schwächen und dem Einfordern von positiver Resonanz durch die Technologie kippt – dass also über Jahrhunderte etablierte Kulturtechniken und Beziehungsformen sich aufgrund von kleinen Geräten radikal ändern. Statt Werther als Zeichen zu lesen, dass Problemkonstellationen, die Erwachsene bei Jugendlichen heute besonders auffallen, das moderne Subjekt seit seiner Entstehung begleiten, wird der Roman und mit ihm die Jugendlichen ahistorisch pathologisiert. Der Kulturpessimist Kurianowicz schenkt der Technik mehr Bedeutung, als ihr zukommen sollte.
2. Ist ein Auto ohne Lenkrad ein Auto?
Nein, schreibt Niklas Maak in der FAZ in einem Text über die Idee von Google, selbstgesteuerte Autos zu entwickeln, die Menschen nicht mal mehr besitzen müssten, um in stets verfügbaren Taxis von A nach B zu gelangen.
Das Auto, so argumentiert Maak, stünde »im Wortsinn für erfahrbare Freiheit und Selbstbestimmung«. Und auch bei ihm mündet diese Sichtweise in ein Katastrophenszenario:
Man muss gar kein Apokalyptiker sein, um sich auszumalen, wie demnächst die wearable devices und das „Internet der Dinge“ gegen ihre Benutzer arbeiten.
Doch, muss man. Selbstverständlich ist das Auto symbolisch aufgeladen. Natürlich versucht Google mit solchen Innovationen, die Energienutzung und die Mobilität effizienter zu gestalten. Freiheit ist selten besonders effizient. Aber auch hier führt die Befürchtung zu einer schrecklich einfachen Sichtweise: Auch die Pole kollektive Organisation und Freiheit sind in den letzten Jahrhunderten immer wieder aufeinandergeprallt. Ohne Kompromisse ging es nie und wird es nie gehen. Wir können uns weder eine Gesellschaft leisten, in der alle Menschen unbesorgt Ressourcen verschleudern, noch werden wir eine konstruieren, in der Geräte unser Leben so bestimmen, dass wir keine Freiräume mehr erfahren können.
Warum sollte also gerade ein Google-Projekt (von denen mehr gescheitert als erfolgreich gewesen sind) hier eine Entscheidung herbeiführen, die selbst dem Kapitalismus nicht vollständig gelungen ist?
Der digitale Feuilleton-Diskurs, den ich mir wünsche
Die Baby-Boomer, die das Feuilleton lesen, stehen mit beiden Beinen in einer analogen Welt. Digitale Entwicklungen beobachten sie neugierig, wissen aber, dass sie diese Trends nicht mitmachen müssen, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein. Das sind sie schon – sonst würden sie weder die NZZ oder die FAZ lesen. Ihnen holzschnittartige Kulturpessimismustücke vorzulegen hat sich im digitalen Bereich offenbar bewährt:
Schaut mal was die Jungen oder das Silicon Valley tut!
Denkt mal nach, was Goethe, Musil und Luhmann gesagt haben!
Es kann alles noch schlimmer werden, darum wäre es besser, es wäre wie früher!
Wünschen würde ich mir lediglich eine Trennung dieser drei Argumentationsstufen. Ich habe nichts gegen Katastrophenszenarien als Gattung, nichts gegen Beschreibungen von technologischen Entwicklungen und schor gar nichts gegen eine schlaue Musil-Exegese. Aber diese drei Dinge haben weniger miteinander zu tun, als das Feuilleton denken könnte. (Schon nur, weil Goethe, Luhmann und Musil alle keine Kulturpessimisten waren und differenzierte Aussagen zur Technologie gemacht haben.) Was fehlt, sind die Stimmen, die beschreiben können, welche Auswirkungen die Technologie auf die Menschen hat, die sie heute benutzen. Die im arabischen Frühling vor Ort waren, die Twitter bei Protesten in der Türkei benutzt haben, die gegen den chinesischen Firewall kämpfen oder die mit Jugendlichen sprechen und ihre Anliegen kennen.
Diese Stimmen gibt es – es sie meist die von Frauen, die im angelsächsischen Raum agieren. Sie beschönigen nichts, aber sie müssen nicht den Teufel an die Wand malen, um kritisch sein zu können. Zeynep Tufekci und Danah Boyd verdienen Platz im Feuilleton, um digitale Themen zu diskutieren.
Vorbemerkung: Diese Rezension erschien bereits Mitte Juni. Auf Wunsch des Verlags kein & aber, der eine Sperrfrist für Besprechungen verfügt hatte, wurde sie depubliziert.
»Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft!« Diese Forderung führt Hannes Grassegger, Journalist und Ökonom, in seinem schmalen Essay aus, der im Juli bei Kein & Aber erscheint. Im Wesentlich gliedert der Autor sein Argument in drei Teile:
Wir sind unsere Daten.
Mit unseren Daten verdienen Unternehmen Geld – ohne uns Mitsprache zu gewähren.
Wir können etwas tun: Unsere Daten verkaufen.
Grassegger schafft in seinem unterhaltsamen Text ein Geflecht aus Zitaten, Verweisen und Bildern. Daten sind ein Rohstoff, sind Erdöl, sind das Ackerland, das nur durch die Arbeit vieler Menschen einen Wert erhält. Die Unternehmen im Silicon Valley sind Cowboys, Kidnapper, Overlords, Sklaventreiber – und Hippies. Diese Form der sprachlichen Annäherung an die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Digitalisierung ist symptomatisch: Phantasien aus Science-Fiction-Filmen vermengen sich schnell mit wirtschaftlichen Ängsten, luziden Analysen und Verschwörungstheorien, wenn Menschen über den Cyberspace nachdenken. Es ist dem Essay zugute zu halten, dass er die Unschärfe der Bilder in den Text reinnimmt, mit denen Menschen über Datenverarbeitung sprechen. So zeichnet der die Funktionsweise einer Wirtschaft nach, in der allein der Glaube an den Wert von Daten mächtige Unternehmen entstehen lassen kann, die nicht in der Lage sind, ein Produkt zu verkaufen.
Gegen das zentrale Argument Grasseggers müssen so zwei Einwände vorgebracht werden: Erstens vertraut er dem Versprechen des Silicon Valley, dass Big-Data-Anwendungen tatsächlich einen wirtschaftlichen Wert jenseits des Verkaufs von Werbung und der Kontrolle von Menschen haben. Zweitens analysiert er Daten, als wären sie Eigentum. Das sie sind aber nicht, wie Jürgen Geuter unlängst ausgeführt hat. Das Konzept des Eigentums hat sich durchgesetzt, um das Problem der Knappheit von Gütern pragmatisch in den Griff zu bekommen. Es ist ein einfaches und recht klares Konzept, was es in praktischer, nicht aber in ethischer Hinsicht auszeichnet. Daten funktionieren nicht so. Geuter unterscheidet fünf Datentypen:
Daten, die ich bewusst selbst verbreite.
Daten, die ich eintrage, weil ich eine Dienstleistung nutzen will oder mich ans Gesetz halte.
Daten, die ich als Spuren hinterlasse (weil ich Webseiten besuche oder aus dem Haus gehe etc.)
Daten, die andere über mich verbreiten (Bilder, auf denen ich zu sehen bin).
Daten, die durch meine Beziehungen zu anderen Menschen entstehen.
Daraus nun abzuleiten, dass bestimmte Daten mit gehören, erfordert absurde Entscheidungen. Ist ein Bild, das eine Fotografin anfertigt, als Datensatz ihr Besitz (weil er auf ihrem Chip gespeichert ist) oder der der abgebildeten Personen? Wie regelt man Konflikte, wenn einige der abgelichteten Menschen das Bild für sehr wichtig und bewahrenswert halten, andere es jedoch löschen möchten?
Solche Fragen zeigen, wie kompliziert die Forderung »meine Daten gehören mir« letztlich ist. Sie verweist auf die feministische Forderung nach der Selbstbestimmung über den eigenen Körper – und bezieht sie auf ein Konzept, das schon immer unkontrollierbar war: Was andere über mich denken, woran sie sich erinnern, was sie erzählen, unterstand noch nie meiner Verfügung.
Es war allerdings – um zu Grasseggers Text zurückzukehren – auch noch nie maschinell aus- und verwertbar. Grassegger, ganz Ökonom, will die Verwertung mit einem Markt regeln. Entscheidungen der Individuen, die ihre Daten mit einer »undurchdringbaren Rüstung« (S. 69) schützen, sollen letztlich über die bezahlte Nutzung der Daten entscheiden. 250 Dollar im Monat sollen meine Daten wert sein, rechnet Grassegger vor. Er fordert, dass wir als Individuen unsere Daten von Zwischenhändler verkaufen lassen und den Profit einstreichen. Die Macht der Unternehmen, per AGB festzulegen, was mit den Daten geschieht, soll so gebrochen werden.
Kann ein Markt ein Problem lösen, dass er selbst geschaffen hat? Entscheiden sich nicht viele Menschen heute schon dafür, ihre Daten für ein paar Cumulus-Rabattgutscheine zu verkaufen? Warum sollten sie in Zukunft mehr verlangen, wenn sie das heute nicht tun?
Wie ein Gespenst geistert eine andere Lösung durch Grasseggers Essay: Genossenschaften regeln die Verwertung von Daten. Voraussetzung dafür ist, dass Menschen nachvollziehen können, welche Unternehmen welche ihrer Daten wie nutzen. Praktisches Beispiel: Zeigt mir Facebook eine Anzeige, so kann ich mit einem Klick nachvollziehen, aufgrund welcher Daten diese Anzeige ausgeliefert würde – und festlegen, ob diese Daten weiterhin so genutzt werden können. Je nach Entscheidung muss ich dann auf bestimmte Dienstleistungen verzichten.
»Transparenz ist Terror«, zitiert Grassegger Byung-Chul Han knapp und verkürzt (S. 67). »Es gehört zur Demokratie, dass die Menschen nicht alles wissen können«, sagt Byung-Chul Han. Und lässt dabei weg, dass zur Demokratie auch gehört, dass Menschen bestimmte Informationen jederzeit einsehen und über ihre Verwendung bestimmen können. Der solidarische und demokratische Umgang mit Daten erfordert politische Vorstösse, die ökonomische Lösungen nicht ersetzen können.
In dieser Hinsicht unterläuft Grassegger ein Denkfehler, der dem Netzdiskurs heute eigen ist: Die Unternehmen des Silicon Valley werden von Kritikern wie Jaron Lanier und Evgeny Morozov zu einem Gegner aufgebaut, der zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Problematisch ist, dass politische Institutionen im Netz Grundsätze des demokratischen Rechtsstaats über Bord werfen, der als einziger in der Lage wäre, die Unternehmen in die Schranken zu weisen. So droht ein durch Scheindemokratien komplett überwachtes Netz, das auch die analogen Aspekte unsere Lebens erfasst – und sich paradoxerweise durch den Kampf gegen Google, Facebook und Co. legitimiert.
Heute Abend spielt Brasilien gegen Kroatien. Die Mannschaften sind in der Gruppenphase schon an der WM 2006 aufeinandergetroffen – ein Tor von Kaka entschied die Partie. Oben ist es zu sehen.
Das File ist eine .gif-Datei. Sie besteht, wie man in einem Grafikprogramm sieht, aus vielen Einzelbilder (hier sind es 60), die hintereinander angezeigt werden.
Daraus ergibt sich ein Video-Effekt, ohne dass ein Video gestartet werden muss. Das ist für eine Kombination von Text und Bild optimal – die Ladezeiten sind kurz, wichtige Szenen können oft hintereinander eingesetzt werden. Sport-Seiten wie sbnation oder grantland setzen gifs in der Sportberichterstattung oft ein, auch Watson tut das.
Hier eine Anleitung, wie gifs ganz einfach erzeugt werden können:
Auswählen, ob Bilder zusammengesetzt werden sollen (z.B. serielle Aufnahmen einer Kamera) oder ob ein Video die Vorlage sein soll.
Einstellungen vornehmen. Die maximale Länge ist fünf Sekunden.
Das File kann wie ein Bildfile (.jpg, .png) runtergeladen und verwendet werden. Facebook zeigt die Files aber nicht an, Google + schon. Auf Blogs erscheinen sie ebenfalls animiert.
Alternativ eignet sich für Youtube auch dieser Dienst, der ein extrem einfaches Interface bereit stellt. Das Resultat sieht dann aber ganz ähnlich aus – hier das erste Tor Kroatiens in der Qualifikation, Nikica Jelavic hat es gegen Mazedonien erzielt:
In diesem Blog habe ich bereits über den MOOC zur Lernen-durch-Lehren-Methode (LdL) geschrieben. Ich habe nicht direkt am MOOC teilgenommen, d.h. ich habe keine Wochenaufgaben gelöst, aber viel mitgelesen und mitdiskutiert. Nicht zuletzt habe ich in den letzten Wochen auch ein kleines LdL-Projekt in der Schule umgesetzt (Input hier, Reflexion folgt).
An welcher Stelle hast Du persönlich das ergreifendste/begreifendste Lernen im Rahmen des MOOCs erlebt? In der Formulierung meiner Kritik an LdL wurde mir bewusst, wie stark auch ich als Lehrperson versuche, das Lernen meiner Schülerinnen und Schüler zu beeinflussen, statt Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Das hat mich am MOOC enorm gestört, dass ich den Eindruck hatte, dass Jean-Pol Martin seine Sicht auf die Welt durchsetzen und verbreiten möchte und der MOOC nur ein Mittel dazu ist. So möchte ich als Lehrender nie agieren.
An welcher Stelle hast Du Dir gedacht, och nö, das ist mir jetzt nichts mehr?
Ungefähr an der gleichen. Ich merkte, dass ich eine Belastung für ein Projekt wurde, dass von engagierten Leuten mit klaren Vorstellungen getragen wurde – Vorstellungen, die ich einfach so nicht teilte. Da nahm ich mich aus der Diskussion raus – auch deshalb, weil meine Inputs immer wieder mit dem Hinweis bedacht wurden, ich würde LdL zu wenig gut verstehen und hätte mich nicht eingelesen.
Wie hältst Du es damit, in der Öffentlichkeit zu lernen?
Mein Lernen findet fast vollständig in PLNs statt – ich schätze das und bin froh um Inputs und Korrekturen.
Was hat Dich motiviert, bis hierher, immerhin Woche 5, an der Stange zu bleiben?
Wie gesagt – die Motivation fehlt mir immer noch, vor allem wegen grundsätzlichen Annahmen von LdL, die ich so nicht teilen kann. Das hängt sicher damit zusammen, dass ich einerseits keine Fremdsprachen unterrichte, andererseits muss ich mich nicht gegen strikte Vorstellungen von Frontalunterricht abgrenzen, weil ich nicht so sozialisiert worden bin.
Hat Dir etwas gefehlt? War Dir etwas zuviel?
Mir hat gefehlt, dass sich eine Community entwickelte, die LdL in neue Bahnen lenkte. Zu stark wurde alles an die Vorgaben von Jean-Pol Martin zurückgeführt und damit von anderen interessanten Formen, innovativ und vernetzt zu lernen, abgegrenzt. Das mag aber auch ein sehr subjektiver Eindruck sein.
Wie hast du die Mit-Teilgeberinnen im MOOC wahrgenommen?
Einige als einen eingeschworenen Kreis, der eine Botschaft verbreiten will, andere als aktive und spannende Partnerinnen und Partner im Gespräch.
Wie viel % der geteilten Inhalte hast Du Dir genauer angeschaut, schätzungsweise?
Ca. 80.