Das ist ein Aufruf, vielleicht auch ein Rant. Er enthält eine ganz einfache Botschaft: Hört bitte auf, von »digital natives« (und damit auch von »digital immigrants«) zu sprechen.
Mir ist bewusst, dass die geographisch-politische Metapher viele amüsiert und gleichzeitig dabei hilft, das Verstörende am Internet konzeptuell zu erfassen. Gleichwohl gibt es gute Gründe, den Begriff im 1. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zu belassen und bessere zu finden.
- Der Begriff setzt voraus, dass der Zeitpunkt der Geburt darüber entscheidet, ob Menschen Technik nutzen. Tatsächlich sind dafür eine Reihe von Faktoren entscheidend, unter denen das Alter keine herausragende Rolle spielt.
- »digital native« impliziert einerseits eine automatische technische Fertigkeit, andererseits eine gewisse Naivität in Bezug auf die sozialen Auswirkungen von Technologie (Beziehungen, psychische Konsequenzen, Privatsphäre, Werbung, Manipulation etc.).
Beide Annahmen sind falsch: Weder ist das Alter dafür ausschlaggebend, dass Fertigkeiten autodidaktisch ausgebildet werden können, noch verhindert es Reflexion. - Erwachsene können Kinder und Jugendliche nicht allein lassen mit ihren Gadgets, müssen ihnen aber auch nicht mit ihrer gebündelten Weisheit ihre Unbedarftheit unter die Nase reiben. Gefragt ist ein offenes Gespräch, die Bereitschaft, andere Sichtweisen zuzulassen, ohne vorzugeben, dass es »Eingeborene« und »Einwanderer« gibt. Die werden nämlich meist schnell zu Kolonialherren.
- Der Fokus auf das Alter verhindert, dass die mit der Digitalen Kluft verbundenen Probleme Menschen ins Bewusstsein rückt. Viele im Arbeitsmarkt entscheidende Fähigkeiten können nur Menschen erlernen, die Eltern haben, die sich kümmern, oder die gute Schulen besuchen. Mit ihrem Alter hat das nichts zu tun.
- (Das ist eigentlich ein Geheimnis.) Die Verwendung von »digital native« ist ein Schibolleth: Fachleute verwenden diese Sichtweise kaum noch, während sie unter Laien massive Verbreitung findet.
* * *
In meinem neuen Buch habe ich das wie folgt formuliert:
Spricht man über digitale Kommunikation, so fließt meist schnell das Begriffspaar »digital natives« und »digital immigrants« ins Gespräch ein. Seit Marc Prensky 2001 erstmals von dieser Gegenüberstellung sprach, werden dadurch Vorurteile zementiert, die sich wissenschaftlich kaum nachweisen lassen. So erwerben eben nicht alle Jugendlichen autodidaktisch-spielerisch Kompetenzen im Umgang mit Neuen Medien, nur weil sie später geboren sind als ihre Eltern. Und älteren Menschen ist es nicht verwehrt, einen selbstverständlichen Umgang mit digitaler Technik zu pflegen. Entscheidend ist es, eine Mischung zu finden: zwischen den spielerischen, automatischen Lernprozessen und dem bewussten Gestalten von Lernumgebungen, in denen dank Begleitung erfahrener Coaches Grundfertigkeiten sicher angeeignet werden können.










Die Idee packte mich. Ich wollte mithelfen, sie umzusetzen, und schrieb ein paar Mails und führte ein paar Telefongespräche. Das tat auch Regula Stämpfli. So entstand das Projekt, das ich #wmfair nennen wollte – Regula Stämpfli mochte »Social Pay Per View« besser. Wir hatten vor WM-Start eine Homepage, eine Facebook-Seite, Flyer und eine SMS-Nummer, mit der man für Projekte von 









