In Diskussionen mit Lehrkräften kommen regelmäßig zwei Argumente auf, die stark miteinander verbunden sind:
»Ich habe Twitter/Instagram/Snapchat etc. ausprobiert, aber das ist doch einfach Quatsch, damit kann man nichts Sinnvolles machen.«
»Ist das nicht anbiedernd, sich mit Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen zu unterhalten?«
Die Antworten sind überraschend einfach, wenn man die Perspektive wechselt:
Ausprobieren reicht wohl nicht. Das Ziel wäre zu verstehen, was die Faszination für die Jugendlichen ist, warum nutzen das so viele, was machen sie damit, was für sie sinnvoll erscheint? Wenn du das beantworten kannst, hast du etwas über die Welt verstanden, was du vorher nicht verstanden hast. Das bedeutet nicht, dass du es selber machen musst. Sondern dass du die Perspektive von Jugendlichen eingenommen hast und etwas aus ihren Augen sehen kannst.
Anbiedernd ist, wer sich anbiedert. Wer kommuniziert und Tools nutzt, ist es nicht deswegen – sondern nur dann, wenn die Kommunikation oder die Nutzung anbiedernd ist.
Die Haltung, Eltern müssten Kinder vor digitaler Kommunikation schützen und hätten ein absolutes Recht zu entscheiden, in welchem Alter ihre Kinder den Zugang dazu erhalten, halte ich für eine esoterische Position. Man sollte Eltern, die sie vertreten, ähnlich behandeln wie die, welche Kinder daran hindern wollen, den Schwimmunterricht zu besuchen oder wissenschaftliche Einsichten nachvollziehen zu können.
Weil ich im Blogpost dafür argumentiert habe, dass Schulen die Benutzung von WhatsApp wie die Benutzung bestimmter Bücher einfach voraussetzen könnten, wurde der Abschnitt schnell so gelesen, ich tue jede Kritik an WhatsApp als esoterisch ab. In den Kommentaren habe ich dann diese Verkürzung auch selbst argumentativ verwendet:
Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass WhatsApp für Terminvereinbarung, Dokumentation von Erlebnissen und informelle Kommunikation Standard ist. Einige Menschen halten sich nicht an diesen Konsens, die meisten schon. Esoterisch ist die Position, die sagt, Kinder sollten sich diesem gesellschaftlichen Konsens verweigern.
Das Problem liegt in einem Fehlschluss. Denn man darf nicht von
„X ist gesellschaftlicher Konsens“ auf „Wer X ablehnt, ist esoterisch und seine Position muss man nicht ernst nehmen“ schließen, wie es der Text impliziert.
Denn es kann gute Gründe geben, sich dem Konsens zu widersetzen. Morgen könnte es gesellschaftlicher Konsens sein, Katzenbabys zu ertränken. Doch daraus dass das Ertränken von Katzenbabys gesellschaftlicher Konsens ist, folgt nicht, dass Menschen, die keine Katzenbabys ertränken wollen, esoterisch sind. Im Gegenteil.
Deshalb braucht es wohl eine Präzisierung, die ich der Einfachheit halber etwas gliedere:
Ich halte nicht jede Kritik an WhatsApp für esoterisch. Mir ist bewusst, dass WhatsApp in Bezug auf Datenschutz viele Probleme aufweist, die insbesondere darin liegen, dass Daten von Mobiltelefonen mit anderen Daten verknüpft werden (z.B. werden über WhatsApp Nummern an Facebook übermittelt, welche bestimmte User nicht mit FB teilen möchten).
Ideal wäre es, es gäbe eine mobile App, die keine Datenschutzprobleme aufweist. Nur: Es gibt keine Smartphones ohne Datenschutzprobleme. Es gibt keine Internetnutzung ohne Datenschutzprobleme. Es gibt keine Aktivität in der westlichen Welt ohne Datenschutzprobleme. Das heißt argumentativ nicht, dass sich Widerstand nicht lohnt: Nur muss er meiner Meinung nach nicht Lernenden oder generell Individuen aufgebürdet werden, die einfach vereinbaren wollen, ob sie das schwere Mathebuch morgen zum Unterricht mitnehmen müssen oder nicht – sondern er muss auf politischer Ebene umgesetzt werden.
Wenn also Schulen bessere Chat-Apps einführen wollen, begeistert mich das. Ich denke aber aufgrund meiner Erfahrung, dass der Rückgriff auf einen gesellschaftlichen Standard vieles einfacher macht. Und mit einfacher meine ich nicht eine Arbeitsentlastung für Lehrkräfte, sondern Inklusion: Wer Hürden aufstellt, verliert immer einen Teil der Schülerinnen und Schüler. WhatsApp können alle und nutzen alle. Das Jabber/IrC2058-Protokoll nicht. Und die, welche es nicht begreifen, erhalten wichtige Informationen nicht.
Schulen können Standards etablieren, die von lebensweltlichen Praktiken Jugendlicher abweichen. Die Frage ist aber: Zu welchem Preis und mit welchem Nutzen? In dieser Frage halte ich den Preis für sehr konkret, den Nutzen für total abstrakt. Deshalb mein Plädoyer für WhatsApp.
Diese vernünftigen Kritikpunkte – und das ist mein zentraler Punkt – werden von vielen Menschen aus esoterischen Gründen angeführt. Der eine Schüler meiner Klasse, der WhatsApp nicht benutzt, und die wenigen Lehrkräfte meiner Schule, welche die App nicht nutzen, tun das nicht, weil sie Datenschutzfachleute sind, sondern weil sie den Eindruck haben, ein wahreres, gesünderes Leben zu führen ohne ein Smartphone oder ohne diese App.
Mein Argument umfasst eigentlich drei Teile:
a) Geeignete digitale Lernmittel können problemlos an Schulen verwendet werden.
b) Wenn es dabei rechtliche Probleme gibt, muss eher das Recht angepasst werden als die Pädagogik.
c) WhatsApp bringt das auf den Punkt.
WhatsApp ist in Bezug auf digitale Kommunikation gesellschaftlicher Standard und Konsens. Mein Argument sagt nicht, alles, was einen Konsens verletzt, ist esoterisch: Sondern alles, was sich einem kommunikativen Konsens widersetzt, ist esoterisch. Ich hatte vor einigen Jahren eine Schülerin, die mir gesagt hat, sie lese keine Bücher, also könne ich nicht von ihr verlangen, einen Roman zu lesen. Ihre Mutter hat das bestätigt: Ihre Tochter würde nicht lesen, warum ich das von ihr verlangen wolle. Ob es vernünftige Gründe dafür gibt, nicht zu lesen, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Ohne Lesen kann man keine Schule besuchen. Genau so kann man das ohne Smartphone bald nicht mehr. Wenn Schulen hier den Wechsel machen, dann wird die Position, dass Kinder keine Smartphones verwenden würden, esoterisch, weil man sich damit aus einem kommunikativen Konsens entzieht, der dazu führt, dass man andere nicht mehr hört. Auf welchem Kanal man mit anderen spricht, ist aus meiner Sicht keine ethische Frage – daher impliziert mein Argument nicht, man würde Katzen ertränken müssen, wenn das alle tun würden. Aber wer will schon Katzen ertränken.
Auch gestern tauchte von Seiten der Eltern wieder die Frage auf, ob Lehrpersonen den Eltern vorschreiben dürfen, ab wann ihr Kind mit WhatsApp ausgerüstet zu Schule muss. (FB-Diskussion über Elternabend)
WhatsApp funktioniert in der Kommunikation mit Jugendlichen. Will man die Funktionalität der App auf anderen Wegen mit ähnlicher Zuverlässigkeit replizieren, erfordert das viel Ressourcen, Energie und Disziplin. Warum also nicht auf WhatsApp zurückgreifen? Abgesehen von Datenschutzbedenken – die ich zu einem großen Teil als Verhinderungsdiskurs interpretiere – gibt es die verbreitete Hemmung, von Schülerinnen und Schülern zu verlangen, dass sie WhatsApp für die Schule verwenden müssen (WhatsApp kann man leicht durch andere mobile Kommunikationsapplikationen ersetzen).
Diese Hemmung halte ich – abhängig vom Alter der Kinder – für überflüssig. Ersetzen wir Mobiltelefone durch andere Medien, dann käme die Hemmung nie auf. Von Kindern verlangen, dass sie in angemessenen Lernumgebungen lesen, schreiben, malen, zuhören ist selbstverständlich. Geht es um digitale Kommunikation – welche die Lebens- und Berufswelt dominiert – dann ändert sich das.
Aus einer bestimmten Perspektiven ist das verständlich: Für den Schulbesuch sollten keine oder nur geringe Kosten anfallen. Können sich Eltern das WhatsApp-Smartphone nicht leisten, müssen Schulen Lösungen anbieten (sprich: Smartphones zur Leihe abgeben). Das gilt auch für den nötigen mobilen Datenzugang. Schulen werden zunehmend auch Apps für Schülerinnen und Schüler kaufen. Betrachtet man digitale Lernmittel wie analoge, schärft sich der Blick.
Die Haltung, Eltern müssten Kinder vor digitaler Kommunikation schützen und hätten ein absolutes Recht zu entscheiden, in welchem Alter ihre Kinder den Zugang dazu erhalten, halte ich für eine esoterische Position. Man sollte Eltern, die sie vertreten, ähnlich behandeln wie die, welche Kinder daran hindern wollen, den Schwimmunterricht zu besuchen oder wissenschaftliche Einsichten nachvollziehen zu können.
Für die Deutschschweiz halte ich im Moment die 7. Klasse für eine sinnvolle Grenze: In der 7. Klasse können Lehrkräfte und Schulen voraussetzen, dass Schülerinnen und Schüler ein Mobiltelefon für schulische Aufgaben verwenden können. Diese Grenze ist recht konservativ gesetzt, sie könnte bald sinken.
Bibliotheken machten ja bisher nichts anderes, als für die Menschen Inhalte zu sammeln. Dieses Konzept funktioniert heute nicht mehr. Jetzt ist das Internet da. Wer Inhalte sucht, braucht keine Bibliothek mehr.
Rafael Ball, der Leiter der ETH-Bibliothek, hat mit seinem Interview mit der NZZ am Sonntag viele provoziert. Das ist einerseits erstaunlich, weil die Aussagen von Ball Menschen, die mit Wissensarbeit vertraut sind, nicht vor den Kopf stoßen sollten, andererseits erwartbar, weil Bücher und Bibliotheken die Grenze der bildungsbürgerlichen Sozialisation markieren. Wenn Ball sagt, Bücher könnten in Bibliotheken durchaus auch Attrappen sein; es schade nichts, wenn einige von ihnen verloren gehen oder sie seien ein lediglich »privates Vergnügen«, dann sind das Speerspitzen gegen ein Bildungsverständnis, das Wissen direkt an Bücher koppelt.
Das Wissen steckt in den Köpfen der Menschen, die Informationen verknüpfen. Bibliotheken sind nur Datenträger. Wissen schafft man nicht, indem man eine Million Bücher in eine Bibliothek stellt und sagt: Das ist der Wissensspeicher der Menschheit. […] Ein Grossteil der Literatur ist schon heute digitalisiert im Internet zu finden. Das Informationsmonopol der Bibliothek ist gekippt.
Ball erfasst meinen Umgang mit Wissen ganz präzise: Ich gehe in Bibliotheken, wenn ich Texte digitalisieren muss, die digital nicht vorliegen. Die Bibliothek ist für mich in diesem Fall keine Hilfestellung, sondern ein Ärgernis: In meinem Verständnis läge es auch in ihrer Verantwortung, ihre Inhalte der Allgemeinheit über Digitalisierung zur Verfügung zu stellen. (Die meisten Verantwortlichen sehen das auch so und leisten viel für die Verfügbarkeit von Informationen.)
Damit ist nicht gesagt, dass es die Dienstleistungen, die Bibliotheken erbringen, nicht mehr braucht. Einige sind sehr wichtig – wenn wir von »Informations- und Kommunikationszentren« sprechen, wie das Ball tut, dann wird deutlich, dass es solche Zentren auch im Netz braucht, dass die Pflege von digitalen Wissensbeständen kein Selbstläufer ist, sondern von bezahlten Fachleuten geleistet werden muss. Solche müssen Menschen auch helfen, mit digitalen Informationen umzugehen, sie abzurufen und zu publizieren. Es wird auch weiterhin Räume brauchen, in denen Menschen Informationen studieren und verarbeiten können.
Wissenszentrum der Zukunft: Dokk1, Aarhus
Nur: Diese Dienstleistungen und diese Räume definieren sich schon heute nicht mehr über gedruckte Bücher. Das gilt besonders für Schulbibliotheken: Werden sie seriös geführt, haben sie das Mantra, dass seriöse Informationen eher in Büchern als im Netz zu finden seien, über Bord geworfen. Sie investieren Geld, Zeit und andere Ressourcen nicht in den Aufbau von Sammlungen physischer Datenträger, sondern in die Digitalisierung und die Vermittlung des Umgang mit digitaler Information. Sie laden zum Arbeiten und Nachdenken ein, aber ohne gedruckten Texten den Vorrang zu geben.
Am Schluss bleibt die Frage nach der digitalen Kluft: Was machen Menschen, die nicht gelernt haben, digitale Bücher zu lesen; die Filme nicht im Netz streamen können oder ihren Kindern keinen gehaltvollen Content auf Tablets zur Verfügung stellen können? Hier würde ich – anders als Ball – Gemeindebibliotheken einen viel sanfteren Übergang wünschen als wissenschaftlichen und schulischen Bibliotheken, die einen radikalen Schnitt machen können.
Zu Jahresbeginn erhielt ich eine E-Mail einer Nachbarin. Sie habe ein neues »Kommunikationskonzept«. Wie sie mitteilte, sieht dieses Konzept nur noch Telefonanrufe für die nachbarschaftliche Kommunikation vor. SMS würden nur noch im Büro gelesen. Die Nachbarin versprach sich eine höhere Lebensqualität, wenn digitale Kommunikation sie nicht ans Smartphone zwänge.
Meine Nachbarin könnte eine Offlinerin sein. Joël Luc Cachelin nennt sie in seinem Buch eine »inspirierende Gegenkultur«, in der NZZ war kürzlich zu lesen, »immer mehr Menschen« übten sich »in digitaler Enthaltsamkeit«. Auch wenn meine Nachbarin mittlerweile auch wieder außerhalb der Arbeitszeit SMS schreibt, so scheint es doch diese Übung zu sein, die sie antreibt. Ist sie wirklich Mitglied einer wachsenden Gruppe – oder handelt sich es sich um »eine Avantgarde, die begonnen hat, ihren digitalen Konsum und dessen Auswirkungen kritisch zu hinterfragen«, wie im NZZ-Artikel in einer alternativen Interpretation heißt?
Unterscheidet Cachelin 16 Offliner-Typen, ist von einer großer Heterogenität auszugehen. Gleichzeitig unterstellt er der Bewegung aber politische Motive:
Die Offliner bekämpfen die Digitalisierung, deren Treiber und Profiteure. Sie suchen nach Alternativen zur digitalen Zukunft und setzen sich für eine Demokratisierung der Digitalisierung ein.
An diesem Punkt setzen meine Zweifel ein: Handelt es sich wirklich um eine Bewegung, wenn Menschen aus unterschiedlichsten Gründen vom Internet Abstand nehmen? Macht mein Onkel, dessen Sekretärin für ihn E-Mails schreibt, weil er sich damit nicht abgeben mag, wirklich gemeinsame Sache mit meiner Nachbarin, meinem Lehrerkollegen, der Angst davor hat, seine Prüfungen würden auf Facebook geteilt und einer Freundin, welche ihre Kinder möglichst lang vor dem Internet schützen möchte? Wächst diese Gruppe tatsächlich, oder löst sie sich in der umfassenden Digitalisierung allmählich auf, die uns beim Buchen von Flugreisen oder auch in der Alltagskommunikation wenig Alternativen lässt?
Auch ich wünsche mir eine starke Gegenkultur, aber nicht eine abstinente, sondern ein bewusstere. Menschen, die ihr eigenes Netz bauen und pflegen, die Alternativen selbst entwickeln, Vor- und Nachteile von Angeboten außerhalb des Unbehagens – »Letzte Woche hat mir Facebook Werbung für genau die Schuhe angezeigt, die ich mir bei Zalando angesehen habe, langsam wird mir das alles zuviel, zuviel!« – und der Faszination – »Auch mein Lampensystem kann ich nun vom iPhone aus steuern, weißt du, manchmal mag ich im Wohnzimmer einfach etwas wärmeres Licht!« – reflektieren.
Der Wunsch darf aber nicht unsere Sicht auf die Gesellschaft verzerren, er sollte keine Verbindungen schaffen, wo es keine gibt. Weil Menschen immer wieder kleine Projekte zur Selbstverbesserung suchen und im Digitalen schnell fündig werden, heißt das nicht, dass sie für Partizipation und Bewusstsein eintreten. Wer jährlich eine Saftkur macht, setzt sich auch nicht für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes oder die Trinkwasserqualität in Entwicklungsländern ein.
Philipp Meier hat als Community-Manager für das Webjournalismus-Projekt Watson gearbeitet. Nach seinem Abschied blickt er zurück und präsentiert einige Thesen über Social Media, denen ich im Folgenden eine Alternative zur Seite stellen möchte.
Screenshot Watson
[Es gibt] nichts Schwammigeres als wenn für oder gegen ein Thema «Relevanz» ins Feld geführt wird. Im Prinzip geht es meistens darum, dass jemand damit seine oder ihre subjektive Meinung untermauern möchte (was nicht nur schlecht, denn das verleiht dem Journalismus eine erfrischende Zufälligkeit;)
Das ist Meiers Grundhaltung: Es gibt subjektive Meinungen über die Welt. »Ehrlicher« Journalismus präsentiert diese subjektiven Meinungen (etwa in den spontanen Reaktionen eines Live-Tickers, den Meier als Paradebeispiel anführt), die »Lügenpresse« (ein Begriff, mit dem Meier auf Facebook ständig kokettiert) orientiert sich an dem, was sie »Relevanz« nennt: Gemeint ist aber nur eine der unzähligen Darstellungen der Realität, die dann manipulativ verzerrt und gestärkt wird.
Meier ersetzt Relevanz durch Viralität (oder vielleicht eher Resonanz): Entscheidend ist, ob das »Zielpublikum« davon Kenntnis hat, dass es mit journalistischen Produkten bedient worden ist. Dann werden Beiträge gelesen. So entsteht denn letztlich auch die Bedeutung des Community Managements: Erstens in der Gestaltung der Verbreitung, zweitens in der Kuration der Beiträge des Lesenden, die eigentlich selbst Journalistinnen und Journalisten sind, wenn man Meiers Ideen konsequent folgt (weil es ja eben nur subjektive Meinungen gibt und jede und jeder eine solche hat). Alles ist Reaktion auf Einflüsse.
Meier leitet daraus auch sein bekanntes Plädoyer für Native Ads ab: Weil Journalistinnen und Journalisten schon immer massiv beeinflusst worden seien, diese Manipulationen aber entweder systemintern rechtfertigt oder versteckt werden konnten, seien transparente Einflüsse in Form von Native Ads das Rezept gegen die Glaubwürdigkeitskrise im Journalismus.
Alles ist subjektiv, nichts professionell. Überall sind Einflüsse, Haltungen und Manipulationen; Wahrheit, Lernfähigkeit oder Objektivität sind keine Leitideen, sondern lediglich Chimären. Niemand liest journalistische Texte wirklich, es geht nur darum, sie in seinen Netzen zu teilen und Resonanz zu erzeugen – so sehe ich Meiers Position.
Ich halte dagegen. Ja, die Wahrheit bleibt uns oft verborgen, sie leuchtet nicht zwischen den Buchstaben in den Zeitungen auf, ist nicht mit Rezepten zu erlangen und scheint zu oft mit Aussagen gepackt zu sein, die sie haarscharf verfehlen. Entscheidend ist die Absicht: Wer sich bemüht, die Wahrheit zu finden und zu sagen, handelt anders als die, welchen sie gleichgültig ist – und noch mal anders als die, welche bewusst etwas davon Abweichendes sagen, um andere zu täuschen. Diese Personen korrigieren sich nämlich, wenn sie einen Fehler gemacht haben.
Das ist keine moralische Kategorisierung, sondern eine analytische. Meier ist Apologet des Bullshit – ihm ist wichtiger, ob Inhalte etwas auslösen, als ob sie wahr sind. Der einfache Test ist die Native Ad: Ihre ehrliche Form ist der Produktetest. Er führt sie ad absurdum, weil sie verlangen würde, dass Journalistinnen und Journalisten klar sagen, was sie von den Produkten einer Firma halten.
Wenn Journalistinnen und Journalisten lügen, genügen sie eigenen Vorgaben nicht. Genau so, wie wenn sie Bullshit verbreiten, also Informationen, deren Wahrheitsgehalt ihnen egal ist. Ja, die ethischen Ansprüche an die journalistische Arbeit werden in der Praxis zuweilen nicht eingelöst, genau so, wie das in der Medizin oder in der Pädagogik der Fall ist. Entscheidend ist: Besteht die Möglichkeit zum Widerspruch? Werden verschiedene Weltsichten mit der Absicht der Klärung enggeführt oder resultiert ein Meinungspanorama, das nur dazu gut ist, alle möglichen Nischen zu bedienen, unabhängig davon, was der Realität entspricht?
(Zuweilen höre ich den Podcast von Ian Rapaport, einem unbekannten amerikanischen Schauspieler im Dunstkreis von Howard Sterne. Er hat sich vorgenommen, keine Aussage zu überprüfen: »We don’t factcheck« ist sein Motto. Die Frage wäre: Wollen wir solchen »Journalismus«, für den Fakten nichts als subjektive Meinungen sind? Und würde der nicht zwangsläufig zu Rapaports Podcast, der statt richtig laut, statt argumentativ frech ist?)
Mit dem Bekenntnis zur Wahrheit verbunden ist das Verlangen nach Relevanz. Relevant ist die Information, die meine ungenauen oder falschen Meinungen hinterfragt und präzisiert, von der ich etwas lernen kann. Von den Ressorts der Massenmedien habe ich mich längst verabschiedet. Oft vertiefe ich mich in Wikipedia-Reisen in Themenwelten, die mir bisher fremd waren. Daher liegt es mir fremd, wirtschaftliches oder historisches Wissen höher zu werten als anderes. Aber es stimmt für mich nicht, wenn Content-Schaffende wie Meier behaupten, Relevanz sei Resonanz.
»Ein Tweet umfasst 140 Zeichen«, schrieb ich über die Feiertage in einem fachdidaktischen Aufsatz, der momentan im Review steckt. Den Satz werde ich rausnehmen müssen – Twitter wird die Zeichenlimite entfernen. Damit rechne ich schon seit längerem, nun wird es umgesetzt.
Beschränkungen fördern Kreativität und Präzision. Ich schreibe viel und bin überzeugt, dass Twitter meinen Stil stark geprägt hat. Die Ausrede, ein Thema könne wegen der Zeichenbeschränkung nicht via Twitter diskutiert werden, hat mich immer gestört – zumal längere Texte ja problemlos verlinkt werden können.
Gleichwohl mag ich in den Jammerchor, der aus der Twittergemeinde ertönt, nicht einfallen. Die Befürchtung, Twitter verliere seinen Charakter, teile ich nicht. Es gibt nicht ein Twitter mit einem festen Charakter, sondern unterschiedlichsten Twitterdialekte. Mein Twitterstream besteht aus unterschiedlichen Diskurssträngen, die ich verbinden oder trennen, konsumieren oder produzieren kann. Die Normen, die sie beherrschen, werden nicht durch eine technische Veränderung obsolet. Kurz: Twitter ist primär ein soziales Netzwerk, dessen Leistung nicht von einer Beschränkung abhängig ist.
Die konservative Haltung der Twitter-Elite ist grundsätzlich amüsant: Da sind die unter sich, welche die Sehnsucht nach der »digitalen Disruption« vereint – und wenn ihre Kommunikationsplattform eine Änderung einführt, sehen sie ihre Existenz bedroht.
Produktiver ist es – wie so oft – nach den Gründen zu fragen. Jack Dorsey begründet die Änderung mit der Praxis vieler (auch jüngerer User), längere Texte als Screenshots zu verschicken. Diese können von den Algorithmen weniger gut verarbeitet und durchsucht werden, was einige Funktionalitäten beeinträchtigt. Die Veränderung ist als Reaktion auf das Bedürfnis vieler User, auch längere Texte teilen zu können, nachvollziehbar.
Letztlich dürfte das aber nicht den Ausschlag gegeben haben. Facebook entwickelt sich immer stärker zu einer Publikationsplattform, mit der Redaktionen ihr Publikum erreichen. Zeitungsartikel werden direkt innerhalb von Facebook veröffentlicht – nicht nur deshalb, weil die User dann mehr Zeit im geschlossenen FB-Netz verbringen, sondern auch deshalb, weil Medien so zu FB-Kunden werden, die für die Reichweite mittelfristig bezahlen sollen. Dieses Kundensegment kann Twitter nicht kampflos abgeben und muss so Wege suchen, um ebenfalls im Netzwerk selbst eine ganze Palette von multimedialen Inhalten (Umfragen, Videos, formatierten Text etc.) abbilden zu können.
Für mich als Nutzer wird entscheidend sein, wie gut ich filtern kann. Wenn längere Texte ähnlich wie bei Facebook erst auf Knopfdruck erscheinen, habe ich damit kein Problem und kann mir auch einen echten Mehrwert vorstellen, wenn ich für längere Texte nicht einen Link klicken muss. Andererseits werde ich mehr Selbstdisziplin aufwenden müssen, um prägnante Texte zu schreiben. Letztlich ist mir aber klar, dass ich den Maßnahmen dieser Plattformen, die ich seit Jahren kostenlos nutze, ausgeliefert bin.
Wie Teenager, die zu viele Pornos geguckt und da durch asexuell geworden sind, sind wir unpolitisch geworden, weil wir zu viel symbolisches Engagement konsumiert haben.
Dieser Satz aus Milo Raus Rundumschlag in der Sonntagszeitung fasst ihn recht gut zusammen. Obwohl Rau behauptet, es gehe ihm nicht um »billige Medienkritik«, ist sie die Basis seiner Polemik gegen den Zeitgeist. Sie bildet aber ein schwaches Fundament, weil sie von ganz falschen Annahmen ausgeht, wie ein weiteres Zitat zeigt:
Was wir aber am Bildschirm sehen, das existiert für uns nicht wirklich. Was uns trotz aller Information fehlt, ist lebendiges Wissen. Es geht um tatsächliche Teilnahme am Leben der anderen, nicht um ihre zoologische Beobachtung.
Information, Teilnahme, Engagement und auch Sexualität versteht Rau ganz im Sinne des digitalen Dualismus: Er trennt eine virtuelle Welt scharf von einer realen. »Die Französische Revolution brach aus, als sich die Franzosen entschlossen, nicht länger Bittschriften an ihren König zu verfassen, sondern ihre Forderungen ins Parlament und dann auf die Strasse zu tragen«, schreibt Rau – und übersieht, dass der relevante Aspekt der Entschluss war, der in einer durchaus virtuellen Sphäre entsteht, in der die von Rau abgewerteten Tätigkeiten gerade relevant werden.
Deshalb irrt Rau einfach, wenn er scheinbar kluge Sätze wie diesen formuliert: »Kritik ist aber, wenn sie das Kritisierte nicht abschafft oder entscheidend verändert, blosse Stilkritik und damit eine Form von Passivität.« Kritik ist die Voraussetzung für eine Handlung, die eine Veränderung vornimmt.
Liest man den Essay wohlwollend, dann kann man annehmen, dass Rau etwas anderes meint: Er will eine gefühlte Passivität belegen und ergründen. Er benennt konkrete Probleme wie Genozid, Krieg, Umweltverschmutzung, Armut – und beklagt, dass sich daran nichts ändert, weil die Elite – also wir, die wir diesen Text lesen – »Arschlöcher« sind, die ihr eigenes Wohlergehen priorisieren.
Nur: Das ist banal. Wer Privilegien hat, mag die oft nicht abgeben oder aufweichen. Wem es gut geht, gibt seinen Wohlstand nicht für die auf, denen es nicht so gut geht. Ja, das ist traurig, aber kein Anlass um einen Essay zu schreiben, in dem dann die konkreten Tipps – anders als bei Welzer in der FAZ (Hat-tip an E.L. und ihren FB-Kommentar) – fehlen.
Abschließend sei auf ein Beispiel hingewiesen, das die Kritik am symbolischen Wert des Social-Media-Aktivismus in Frage stellt. Die amerikanische Stand-Up-Künstlerin Beth Stelling hat mit einem Instagram-Beitrag kürzlich mitgeteilt, dass sie von einem Ex-Freund geschlagen, missbraucht und vergewaltigt worden ist. Ihre öffentliche Auseinandersetzung damit hat eine klare emotionale und kommunikative Funktion, sie zeigt Frauen, die unter ähnlichen Übergriffen leiden, dass eine scheinbar virtuelle Auseinandersetzung mit einem realen Problem eine echte Auseinandersetzung damit sein kann, ein deutliches Zeichen der Bereitschaft, aus der Schweigens- und Leidensspirale auszubrechen. Genau so ist das Teilen der Weihnachtsdekoration des Grenzzauns in Slowenien ein echtes Zeichen des Protests, mit dem das lokale Engagement ein globales Echo bekommt. Zu meinen, Protest erschöpfe sich in Kommunikation, wäre ein Fehler. Aber diesen Fehler begeht nur Raus Strohmann.
Kommen in medienpädagogischen Diskussionen historische Praktiken vor, dann meist im negativen Sinne: Es wird darauf verwiesen, dass es Kritik an der Mediennutzung oder damit verbundene Probleme schon ganz lange gibt. Das ist ein starkes Argument gegen Kulturpessimismus. Noch stärker scheint es mir aber, wenn gezeigt werden kann, dass bestimmte Kommunikationsformen auch im positiven Sinne eine lange Geschichte haben. Wie Wilhelm von Humboldt und seine Frau Caroline Gruppenbriefwechsel genutzt haben, weist deutliche Parallelen zur Verwendung von Social Media auf.
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Caroline von Humboldt
Wilhelm von Humboldt
Caroline von Humboldt (geborene von Dacheröden) und Wilhelm von Humboldt haben zwischen 1788 und 1929 über 1000 bis heute erhaltene Briefe geschrieben. Das Ehepaar lernte sich in einem so genannten »Tugendbund« kennen, in dem neben ihnen ein weiterer Mann sowie fünf weitere Frauen Mitglied waren – alle in den 1760er-Jahren geboren. Sie alle kannten sich nicht persönlich, sondern nur über ihre Korrespondenz.
Briefe wurden etwa innerhalb von Briefen mittels Zitaten wiedergegeben, es zirkulierten Abschriften, sogar ganze Briefsammlungen Dritter wurden mit eigenen Briefen mitgeschickt. (S. 295)
Im »Gruppenbriefwechsel« entwickelte sich ein eigener, empfindsamer Stil, es wurden Normen und Aufnahme- bzw. Ausschlusskriterien diskutiert. Neben der Halb-Öffentlichkeit der vom ganzen Tugendbund gelesenen Briefe gab es auch die Möglichkeit eines intimen, privaten Briefwechsels – ganz analog zu den Profilen sozialer Netzwerke, die für eine Gruppe einsehbar sind, während im Hintergrund private Nachrichten eine persönlichere Kommunikation ermöglichen.
Schreiben sich Humboldt und Dacheröden private Briefe, entwickeln sie einen Code, der die Briefe gegen die Lektüre Nicht-Eingeweihter schützt. Ihre Briefsprache wird zu einem Gesprächsersatz: »Ich kann nicht sein, ohne mit Dir zu reden«, schreibt Wilhelm von Humboldt im Juni 1790 – und meint damit das Schreiben von Briefen. Die konzeptuelle Mündlichkeit von Social-Media-Praktiken – Jugendliche sprechen davon, »miteinander zu schreiben« – findet hier also einen Vorläufer.
Die am Tugendbund Beteiligten schreiben nicht nur Briefe, sie kommentieren auch erhaltene (die sie dann weiterleiten oder ausgiebig zitieren, also teilen) und entwerfen gemeinsam neue, wichtige Briefe. Gleichzeitig stehen sie – so schreibt Wernli – in einem Zwiespalt zwischen einem »maskenhaften Rollenspiel« (S. 302) mit erschriebenen Identitäten innerhalb des Briefzirkels und der »existenziellen Bedeutung (S. 303) der Briefe.
Zum Schluss geht Wernli auf die Rollenbilder ein – die in den Brief Stereotypien folgen, obwohl gerade der Briefwechsel zwischen Wilhelm und Caroline von Humboldt bis heute als Musterbeispiel des Gesprächs unter gleichberechtigten Kommunikationsteilnehmenden gilt. Gleichwohl hat Wilhelm gegenüber seiner Urenkelin bestimmt, der Briefwechsel solle weitervererbt werden, er müsse jedoch »immer in weibliche Hände kommen« (Vorwort zur ersten Auflage des Briefwechsels, geschrieben von Anna von Sydow).
I’am a brand. To stay relevant you have to… In middle school we were definitely very relevant. We were established. Now at the beginning of High School you can’t say we’re relevant.
Die aktuelle Folge von This American Life, Status Update, geht der Frage nach, warum Mädchen auf Instagram stereotype Kommentare abgeben: »OMG you’re so pretty« ist dabei die Vorlage, die leicht variiert praktisch in jedem Kommentar vorkommt. Wie lässt sich das erklären?
Der Beitrag zeichnet ein Gespräch von drei jungen Frauen auf, welche Faktoren erklären, die in den USA zu diesen Normen geführt haben und die ihre Bedeutung ausmachen. Mir scheint es wichtig, sie zunächst wertungsfrei zu beschrieben. Der Interviewer bemerkt, es klinge, als ob Instagram wirkliche Arbeit erfordere. Die jungen Frauen bejahen das: Sie erklären, wie wichtig es sei, soziale Vernetzung zu planen und einzuschätzen, um sich selbst verorten zu können. Deshalb investieren sie auch so viel Zeit und Energie in diese Aktivitäten.
Unter dem Bild einige wichtige Aspekte der Instagram-Präsenz junger Frauen.
Likes sind Standard.
Auf den mobilen Apps liken Jugendliche praktisch jedes Bild in ihrem Feed. Sie schätzen die Zahl der Likes für ihre eigenen Bilder anhand der ersten Minute ein – im konkreten Fall ließen sich 6 in der ersten Minute auf über 150 Likes für das Bild hochrechnen.
Always on. Die interviewten Frauen gehen davon aus, dass alle anderen auf Instagram alles sofort sehen.
You’re so pretty OMG Ein Kommentar ist ein Statement zur Beziehung zwischen Personen, genauer: Zwischen zwei Frauen. (Es geht nicht um erotische Anziehung, sondern um eine Wertschätzung der Selbstvermarktung von anderen.)
Ein Kommentar bedeutet eine Form von Anerkennung, deren Wert sich über die gegenseitige Einschätzung der eigenen Beziehung errechnet. So erhalten auch fehlende Kommentare oder leichte Abweichungen von einem Muster eine Bedeutung. Identisch kopierte Kommentare bei mehreren Bildern werden wahrgenommen und entsprechend kritisch beurteilt. Besonders heikel sind Kommentare bei Bildern, auf denen zwei oder mehr junge Frauen abgebildet sind: Wer die nicht kommentiert, unterminiert die Freundschaft massiv und sagt damit, sie wolle nicht als Freundin der anderen Person wahrgenommen werden.
Was unsichtbar abläuft. Die Kommentare und Bilder werden mit Instant-Messaging begleitet. In Gruppen werden andere Teenager aufgefordert, Bilder vorab zu prüfen, ob sie sich posten lassen. Später machen Aufforderungen die Runde, Bilder zu liken. Ständig werden Screenshots von Kommentaren oder Bildern gemacht, die dann hinter den Kulissen auch kritisch kommentiert werden.
Eine junge Frau plant also ihre eigenen Bilder und deren Publikation, führt ein umfassendes Monitoring der Reaktionen auf die eigenen Bilder durch und setzt es in Beziehung zu den Reaktionen auf die anderen Bilder aus ihrem sozialen Umfeld. So errechnet sie ihre Wirkung, nimmt Optimierungen vor und kann Beziehungen einen Wert zuteilen. Die Aussage, es gehe darum, »relevant« zu sein, ist deshalb absolut korrekt.
Eine Beurteilung dieser Praktiken ist schwer vorzunehmen: Einerseits wird deutlich, wie viel Druck die soziale Vernetzung erzeugt. Andererseits sagen die jungen Frauen, dass die Komplimente ihnen Auftrieb geben – sie erhalten Wertschätzung über Social Media. Gleichzeitig gab es auch vor 10, 20, 30 und 40 Jahren unter Teenagern Praktiken, in denen Beziehungen ausgehandelt und interpretiert wurden. Deshalb stellt sich letztlich die Frage, was der Wert einer Beurteilung ist: Eine Veränderung lässt sich nicht lokal mit ein paar mahnenden Worten erzielen, sondern müsste fundamentale Eigenschaften von Geschlechterrollen, sozialen Normen, Erwartungen und dem Umgang mit Technologie infrage stellen. Jugendliche dafür verantwortlich zu machen ist eine nutzlose Symptombekämpfung.