Zur Perspektive auf Social Media

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In Diskussionen mit Lehrkräften kommen regelmäßig zwei Argumente auf, die stark miteinander verbunden sind:

  1. »Ich habe Twitter/Instagram/Snapchat etc. ausprobiert, aber das ist doch einfach Quatsch, damit kann man nichts Sinnvolles machen.«
  2. »Ist das nicht anbiedernd, sich mit Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen zu unterhalten?«

Die Antworten sind überraschend einfach, wenn man die Perspektive wechselt:

  1. Ausprobieren reicht wohl nicht. Das Ziel wäre zu verstehen, was die Faszination für die Jugendlichen ist, warum nutzen das so viele, was machen sie damit, was für sie sinnvoll erscheint? Wenn du das beantworten kannst, hast du etwas über die Welt verstanden, was du vorher nicht verstanden hast. Das bedeutet nicht, dass du es selber machen musst. Sondern dass du die Perspektive von Jugendlichen eingenommen hast und etwas aus ihren Augen sehen kannst.
  2. Anbiedernd ist, wer sich anbiedert. Wer kommuniziert und Tools nutzt, ist es nicht deswegen – sondern nur dann, wenn die Kommunikation oder die Nutzung anbiedernd ist.
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ATXperspective, Society6

The Author

philippe-wampfler.ch

2 Comments

  1. Andreas Sägesser says

    ich erinnere mich an unzählige Dialoge „unabhängig von Ort und Zeit“, in welchen ich mit Menschen (jüngeren und älteren) Themen vertieft oder Impulse ausgetauscht habe – und zwar als Ergänzung und als Erweiterung zum Gespräch am Tisch …

  2. 1. Ich habe das Gefühl, Twitter sinnvoll zu nutzen – so, wie ich meist versucht bin, Sinnvolles zu tun. Instagram und Snapchat habe ich noch nie ernsthaft betrieben. Mir fehlt tatsächlich der Sinn danach. Im Gegensatz zu Twitter sind den Jugendlichen Insta und Snap ziemlich wichtig (wichtig im Sinne von: sie nutzen diese Dienste). Erstens darum, weil es alle tun (und dass alle dasselbe tun, ist für sie schon ziemlich wichtig), und zweitens, weil die Anwendungen kinderleicht zu nutzen sind.

    2. Der Moment, in welchem die Jugendlichen merken, dass ihr Lehrer Snapchat hat, reagieren sie meist in dem Sinne, dass man die Situation durchaus als anbiedernd bezeichnen kann. Im Sinne von: der Lehrer hat Snapchat nur installiert, um cool zu sein. Finden auf den Social-Media-Plattformen tatsächlich sinnvolle Unterhaltungen statt, können, müssen aber nicht, diese auch anbiedernd sein. Nicht die Social Media sind dann anbiedernd, sondern die Unterhaltung.

    3. Mit einzelnen meiner SchülerInnen konnte ich durchaus auch eine sinnvolle Unterhaltung in WhatsApp führen – aus Gruppen bin ich fast immer nach kürzester Zeit wieder ausgestiegen. Einer ist immer dabei, der die Spreu nicht vom Weizen trennen kann.

    4. Viele viele LehrerInnen kennen Social Media nicht wirklich (in der Anwendung), wissen aber ziemlich genau, wie schädlich diese für Jugendliche sind.

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