Digitalisierung stellt Schule vor drei grundsätzliche Fragen, Probleme oder Herausforderungen:
- Wie kann Unterricht Anschluss finden an digitale Jugendkommunikation? Was bedeutet es für Didaktik und Unterrichtsinhalte, wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit und ihrem sozialen Umfeld sich im Netz bewegen – wenn ihre Smartphones ihre Kulturzugangsgeräte sind? Was für Hilfestellungen sollen Schulen bereit stellen? Wie kann es gelingen, einen schulischen Kulturzugang neben einem digitalen attraktiv und sinnhaltig zu gestalten?
- Wie gelingt es, digitale Medien in Unterrichtssettings zu integrieren? Was hat das für technische und didaktische Konsequenzen?
- Welche Kompetenzen müssen in der Schule vermittelt werden, damit gebildete Menschen sich damit in der digitalisierten Gesellschaft mündig bewegen können? Was ist eine Basis von Fähigkeiten, auf der berufliche und private Lernprozesse beruhen, so dass sie alle in der obligatorischen Schulzeit erwerben können?
Die Diskussion, so mein momentaner Eindruck, sollte ich von 1./2. stärker in Richtung 3. verlagern. Wenn klar ist, welche Kompetenzen relevant sind (und damit ist nicht notwendigerweise eine »digitale Kompetenz« gemeint), dann wird auch deutlicher, wie eine Anschlussfähigkeit an Jugendkultur und -kommunikation gewährleistet werden kann und welche technischen und didaktischen Voraussetzungen Bildung in diesem Kontext erfüllen muss.
Konkreter: Wenn es sich herausstellen sollte, dass die Organisation von selbstorientiertem Lernen in kollaborativen Projekten eine entscheidende Fähigkeit für die Vorbereitung auf eine Mitgestaltung einer Gesellschaft im digitalen Zeitalter sein sollte (davon bin ich persönlich überzeugt), dann wird möglicherweise deutlich, dass Klassenzimmer und eine »Beschulung« dafür nicht die ideale Umgebung darstellen.












