Bei Gesprächen das Smartphone weglegen [Studie]

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In einem Vortrag wurde ich kürzlich auf eine schon etwas ältere Studie von Weinstein und Przybylski hingewiesen. Auf Studien des letzteren Forschers habe ich schon bei der Frage nach der Auswirkungen von Computerspielen und FOMO hingewiesen – seine Arbeiten erscheinen mir fundiert und reflektiert. Bildschirmfoto 2017-05-04 um 21.14.38

Das Duo hat für die Studie in zwei Experimenten Proband*innen miteinander sprechen lassen. Im zweiten Experiment gab es vier Settings, die sich aus zwei Aspekten des Gesprächs ergeben:

  • sichtbares Smartphone oder durch ein Notizbuch ersetzt
  • Small-Talk oder wichtiges Gespräch

Wie die unten stehenden Diagramme zeigen, nahmen die Teilnehmer*innen die Beziehung, die Vertrauenswürdigkeit des Gegenübers sowie seine Empathie bei einem eher intimen Gespräch als deutlich besser wahr, wenn kein Smartphone zu sehen war. (Die Benutzung des Smartphones war nicht Teil des Experiments – es geht also lediglich um die Sichtbarkeit der Geräte, nicht um ihre Bedienung.)

Bildschirmfoto 2017-05-04 um 21.04.28

Weinstein und Przybylski liefern keine Begründung, warum das so ist. Die Proband*innen nahmen den Effekt auch nicht bewusst wahr. Die ist aber direkt auch nicht nötig – das Resultat an sich (das aber auch von kulturellen Parametern abhängig sein kann) liefert Hinweise darauf, dass es sinnvoll sein dürfte, bei wichtigen Gesprächen das Smartphone in der Tasche zu lassen.

Abschließend präsentieren die Forscherin und der Forscher Vermutungen über die Gründe:

Given that the effects do not appear to depend on conscious awareness, it is possible that phones operate as a prime that activates implicit representations of wider social networks, which in turn crowd out face-to-face conversations. It is also possible that people form individual and enduring implicit associations with phones; and such attitudes, behaviors, and cognitions interrupt here-and-now interactions.

The Author

philippe-wampfler.ch

2 Comments

  1. Pingback: Bei Gesprächen das Smartphone weglegen [Studie] | quisquilia

  2. irgendeiner says

    Wer hat es noch nicht erlebt, dass manchmal das Handy ein interessantes Gespräch stört oder gar verunmöglicht. Das bewirkt dann eben die geschilderte (unbewusste) prägende Wirkung.

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