Als Lehrperson von Jugendlichen lernen

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Anleitung / Chancen / Kommunikation / Lehrerausbildung

Gestern hatte ich doppelt Gelegenheit, Jugendlichen zuzuhören: Im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung an der Berufsschule für Gestaltung in Zürich berichteten Lernende (1. Lehrjahr, Grafik) über ihren Umgang mit digitalen Medien und als Abschluss eines Ergänzungsfachkurses mit Abiturienten (Philosophie) führte ich ein ausführliches Feedback durch. Meine Erfahrung dabei: Jugendliche nehmen ihre Bedürfnisse, ihr Lernen und ihren Umgang mit Medien enorm differenziert wahr und können sich darüber präzise äußern. So zum Beispiel über die Gefahr von Ablenkung, über die Wirkung von Unterricht, über Sinn und Unsinn von Bewertungskriterien und -anlässen; über den Auftritt von Lehrpersonen und ihren Umgang mit Medien; generell über ihre Erwartungen und die Erwartungen, die an sie gestellt werden.

DialogFür das Gelingen von Rückmeldungen und Gesprächen mit lernenden Jugendlichen gibt es einige Voraussetzungen:

  1. Die Jugendlichen müssen als gleichwertige Partnerinnen und Partner betrachtet werden, deren Äußerungen ernst genommen werden und denen mit Interesse begegnet wird.
  2. Vorwissen und Vorurteile müssen zur Sprache kommen, aber Gegenstand einer offenen Diskussion sein.
  3. Die Äußerungen von Lernenden müssen klar außerhalb eines schulischen Bewertungskontextes stehen. Es darf nicht der Hauch eines Verdachtes aufkommen, Kritik könnte zu negativen Beurteilungen führen.
  4. Quantitative Methoden sollten nicht im Hintergrund stehen: Kreuze auf Umfragen sind immer interpretationsbedürftig. Aus meiner Sicht ist ein offenes Gespräch, auf das sich die Schülerinnen und Schüler auch vorbereiten können, die sinnvollste Form.
  5. Rückfragen sind wichtig und sinnvoll, sollen aber die Privatsphäre der Jugendlichen berücksichtigen.

Dialog scheint mir insbesondere auch in Bezug auf die Nutzung von Neuen Medien bedeutsam zu sein. Jugendliche reflektieren ihren Umgang mit Kommunikationsmitteln stärker, als man gemeinhin annimmt: Sie erfahren negative Auswirkungen und unternehmen einige Bestrebungen, um sie zu vermeiden.

 

The Author

philippe-wampfler.ch

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  1. Pingback: Dialog mit Lernenden | Geographie- und Mediendidaktik

  2. Pingback: Peter Gloor - Dialog mit Lernenden

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