Kreative Bearbeitung von Werther – »Schreiben unter Strom« 

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Projekte / Unterricht

Ich habe Stephan Porombkas »Schreiben unter Strom« schon vorgestellt. In Anlehnung an seine Vorschläge habe ich nun eine Unterrichtseinheit zu Werter konzipiert, die sich auf diesem Arbeitsblatt findet (pdf). Dazu gehört auch die Aufforderung an die Lernenden, ihr Projekt sinnvoll zu dokumentieren und eigene Bewertungskriterien in der Zusammenarbeit mit mir zu erstellen. Entsprechende Materialien dazu werde ich nachliefern.

Um das Arbeitsblatt sinnvoll weiterverwenden zu können – wie alle Texte auf dem Blog CC-BY-lizenziert – hier der Text mit Links:

Werther: Kreative Bearbeitung
Vorschläge für eine Gruppenarbeit

Parallel zur Einführung in die Epoche des Sturm und Drangs und zur Lektüre von Goethes »Die Leiden des jungen Werthers« erarbeiten Sie in Gruppen ein kreatives Projekt, in dem Sie die Lektüreerfahrung verarbeiten und ein neues Kunstwerk gestalten.

(1) Regiekonzept zu einem Stück

Sie arbeiten den Text zu einem Stück um. Im Regiekonzept handeln Sie folgende Themen ab:

  1. Auswahl und Gewichtung des Textes (welche Passagen heben Sie hervor, wiederholen Sie, welche streichen Sie?) Originalfassung oder Umschreibung (z.B. auf Dialekt etc.)?
  2. Wie gestalten Sie die Figuren? Welche wählen Sie aus (und warum)? Kostüme? Sprechweise?
  3. Gestaltung der Bühne, Requisiten etc.
  4. Dramaturgie: Wie ist das Stück aufgebaut und warum?
  5. Wirkung auf die heutigen Zuschauerinnen und Zuschauer: Was wollen Sie ihnen zeigen?
  6. Weitere Eigenschaften des Stücks: Licht, Musik …

Ein Beispiel für den Hintergrund einer Inszenierung eines Theaterschaffenden finden Sie unter: phwa.ch/wertherinszenierung

(2) Vom Briefroman zum Email/Twitter/WhatsApp-Roman

Wählen Sie einen geeigneten Ausschnitt aus dem Briefroman und stellen Sie sich vor, Werther würde per Email kommunizieren. Schreiben Sie dann den Ausschnitt neu als eine Folge von Email-Wechseln (zwischen 20 und 30 teilweise kurzen Mails).

Sie können das Medium beliebig wählen: Es ist auch möglich, verschiedene Twitter-User zu erfinden und die interagieren zu lassen, oder dasselbe auf Facebook etc. zu tun.

Ebenfalls frei sind Sie darin, ob Sie die Originalgeschichte in einem neuen Medium erzählen wollen oder ob sie die Handlung gleichzeitig modernisieren wollen und Werther zu einem tragisch Verliebten im 21. Jahrhundert wird.

Diese Idee ist nicht neu. Sie können sich hier inspieren lassen: phwa.ch/wertheremail               

(3) Eine eigene Idee

Der Text inspiriert Sie vielleicht zu etwas ganz anderem. Dann sollen Sie das tun. Wichtig ist, dass Sie das Projekt vorgängig skizzieren können, es hauptsächlich um eine Arbeit mit dem Text geht und Ihr Projekt mit dem Fach Deutsch zu tun hat (aktive und passive Verwendung der deutschen Sprache).

Einige Idee haben ich von Stephan Porombka: Schreiben unter Strom. Duden Verlag, 2012. 

Bildschirmfoto 2013-01-07 um 11.56.19

 

The Author

philippe-wampfler.ch

4 Comments

  1. Da stimme ich mit Porombka so gar nicht überein: ich finde, E-Mails sind kein Medium für kreatives und experimentelles Schreiben, da sie inzwischen eher eine gefährliche und daher meist schwer reglementierte Kampfzone darstellen. Wer wirklich an die alte Brief-Literatur anknüpfen will, muss ihre legitime Erbin – das Blog – wählen.
    Und auch mit vielem anderen in „Schreiben unter Strom“ bin ich NICHT zufrieden.

      • Ich bin Co-Autor des Blogs „Elektrobuch“ (seit gestern hierher auf WordPress.com verlegt, ufffff …) – und habe dort unter der Kolumne E-BuchRättin mehrere Beiträge nach meinen Selbstversuchen über das Buch von Porombka verfasst: http://elektrobuch.wordpress.com/tag/schreiben-unter-strom/ . Schließlich bin auch ich auf der Suche nach meinem Weg in das Schreiben des 21. Jahrhunderts. Ich würde mich sehr über eine detailliertere Diskussion zu den angedachten Problemen dort freuen, vor allem mit jemandem, der sich auch beruflich mit dem Thema befasst!

        Zu Ihrer Frage: inhaltlich waren sie das sicherlich. Ich lese gerade die Briefe von Börne aus dem Paris von 1830/1, die sind geradezu revolutionärer Tobak zu der Zeit. Aber ich hatte mich auf äussere Bedrohungen eines E-Mail-Kontos bezogen, SPAM, Phishing, verseuchte PDF-Anhänge mit Trojanern, sowie die ganz alltäglichen Flutungen durch Rechnungen, Terminabsprachen – und überflüssige Witzchen zu aktuellen Ereignissen. Das wäre so, als ob ich im Eingang zur Hamburger S-Bahn mein Atelier und meine Materialien hätte und dort in Ruhe arbeiten wollte – ein Blog würde ich da wohl eher mit einer abschließbaren Telefonzelle auf dem Vorplatz vergleichen 😉

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