Vom sozialen zum mobilen Netz

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Kompetenzen / Medien / Psychologie / Schulentwicklung

Social Media ist oft Synonym für Web 2.0, das Miriam Meckel wie folgt definiert:

Web 2.0 ermöglicht die selbst organisierte Interaktion und Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer durch Herstellung, Tausch und Weiterverarbeitung von nutzerbasierten Inhalten über Weblogs, Wikis und Social Networks. Über kommunikative und soziale Vernetzung verändern die Nutzer die gesellschaftliche Kommunikation – weg von den Wenigen, die für Viele produzieren, hin zu den Vielen, aus denen Eins entsteht: das virtuelle Netzwerk der sozial und global Verbundenen.

Interaktion und soziale Verbindung zeichnen die zweite Version oder die zweite Entwicklungsstufe des Internets aus – das zunächst von einer kleinen Elite mit Inhalten bespielt wurde, die dann viele abrufen konnten.

Im Moment erleben wir einen Übergang zu einer dritten Entwicklungsstufe, deren Bedeutung vor allem eine wirtschaftliche ist: Im Web 2.0 erfolgreiche Unternehmen wie Facebook und Zynga geraten in Schwierigkeiten, weil sie die Entwicklungen nicht bewältigen können. Um welche Entwicklungen geht es?

Das Web 3.0 zeichnet sich wahrscheinlich durch folgende Eigenschaften aus (vgl. diesen Artikel von TechCrunch):

  1. Es ist mobil – d.h. überall dabei.
  2. Es ist real-time – d.h. es gibt keine zeitliche Distanz zwischen den Inhalten und ihrem Konsum.
  3. Es wird an kleineren Bildschirmen bedient und wahrgenommen.
  4. Es bedient sich automatisierter Sensoren, die Interaktion teilweise ersetzen: Das Netz weiß automatisch, wo wir sind etc.

Was heißt das für die Schule? Ich sehe zwei zentrale Herausforderungen:

  • Die heutige Schule orientiert sich an räumlichen und zeitlichen Konzepten aus dem 19. Jahrhundert. Sowohl räumlich wie auch zeitlich wäre heute eine viel größere Flexibilität möglich – eine Flexibilität, die zwar denkbar scheint, aber sehr schwierig in wirkungsvolle didaktische Modelle umzugießen.
  • Schon soziale Medien überfordern uns – und zwar uns alle. Auch Digital Natives schaffen es nicht, die nötige Distanz zur Technologie einzunehmen, sie zu reflektieren etc. Mobiles Internet im Sinne von Web 3.0 wird noch präsenter sein und die virtuelle Realität mit der physischen Realität vermengen. Wir werden viele Kulturtechniken und Lernmethoden überdenken müssen, die Bedeutung entscheidender Konzepte wie »lernen«, »lesen/schreiben/rechnen«, »Leistung«, »Konzentration« wird sich massiv wandeln.

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philippe-wampfler.ch

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  1. Pingback: Gedanken über die Zukunft von Social Media - Netzpiloten.de

  2. Pingback: Die Zukunft von Social Media: temporäre Kommunikation | Schule und Social Media

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