Messenger im Sprachunterricht – eine Ideensammlung

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Eine überarbeitete und ergänzte Version dieses Artikels ist als pdf verfügbar.

Seit wann ist »einfach mal weglegen« eigentlich ein sinnvoller Ratschlag für Lernende? […] Smartphones sind auch Bücher. – Dirk von Gehlen, Fünf Fragen zur angemessenen Smartphone-Nutzung

Die einfachste Form von BYOD besteht darin, dass Kinder und Jugendliche ihre Smartphones in den Unterricht integrieren. Diese Einsicht liegt der folgenden Sammlung von Unterrichtsideen für den Sprachunterricht zugrunde. (Wichtige Inputs wie 4. und 5. verdanke ich Gerald Knöß, der sie zuerst erprobt und reflektiert hat.) Wie immer braucht es für eine konkrete Umsetzung im Unterricht eine leichte Anpassung, einen Transfer – den Lehrkräfte ganz gut leisten können, weil sie ihre Ziele und Klassen am besten einschätzen können.

(Die folgenden Ausführungen gehen in diesem Setting erstens davon aus, dass alle eines haben bzw. die anderen ein Schulgerät benutzen können, zweitens beruhen sie auf der Annahme, dass durch den konkreten Auftrag sowie die Wahl der Messenger-Software gravierende Datenschutzprobleme vermieden werden können.)

Bei all diesen Beispielen – es ist nur beim ersten explizit angemerkt – gilt es zu bedenken, dass fast alle Messenger multimedial funktionieren. Es wäre falsch zu denken, nur schriftliche Texte seien möglich.

  1. Frage der Woche.
    Jede Woche wird eine echte Frage gestellt, von deren Beantwortung etwas abhängt. Alle antworten (entweder per Sprachnachricht, mit einem Bild oder einem Text).
  2. Eine Diskussion führen.
    Ziel ist hier, dass auch die ruhigeren Schülerinnen und Schüler animiert werden, zur Diskussion beizutragen. Das kann – wenn das so klappt – zu einem Standardangebot bei der Beantwortung von Unterrichtsfragen werden (wer nicht aufstrecken mag, soll im Messenger was schreiben).
  3. Eine Textbesprechung bzw. den Unterricht vorbereiten.
    Nach der Lektüre eines Textes notieren alle Schülerinnen und Schüler direkt im Chat eine für sie spannende Frage, eine These, eine Beobachtung. Die helfen der Lehrkraft, eine Lektion so vorzubereiten, dass sie die Anliegen der Klasse aufnimmt. Ganz allgemein ist es möglich, einfach Fragen stellen zu lassen, mit denen Lernende den Unterricht vorbereiten.
  4. Film visionieren.
    Beim Abspielen eines Film(-ausschnitt)s gibt es viel Diskussionsbedarf: Allen fällt etwas Unterschiedliches in unterschiedlichen Momenten auf. Warum nicht parallel dazu auf WhatsApp so chatten, wie das Jugendliche in der Second-Screen-Nutzung ohnehin tun.
  5. Kürzere kreative Texte schreiben.
    WhatsApp ist ein ideales Medium, damit Texte auch von anderen gelesen werden. Ein Vorschlag von Gerald Knöß besteht darin, dass nach Ferien oder längeren Unterbrüchen alle ein für sie berührendes Erlebnis notieren. Das kann problemlos so stehen gelassen werden, es braucht keine Auswertung – oft passieren Feedback und Rückmeldungen automatisch.
    Bildschirmfoto 2017-03-20 um 19.12.34Bildschirmfoto 2017-03-20 um 19.13.08
  6. Flarf-Gedichte.
    Alle Hinweise in dieser Anleitung.
  7. Feedback einholen.
    Zwei, drei einfache Fragen können direkt im Chat beantwortet werden. So ist differenziertes Feedback außerhalb von Skalen und Ziffern möglich, gleichzeitig gibt es für die Klasse die Möglichkeit, die Rückmeldungen anderer einzusehen und darauf zu reagieren (setzt voraus, dass im Unterricht ein vertrauensvolles Klima herrscht).
  8. Fachleute einladen.
    Jemanden für einen Vortrag einzuladen, ist meist mit Kosten, Administration und aufwendiger Planung verbunden. Eine halbe Stunde mit jemandem chatten, ist leichter möglich und besonders auf Twitter schon erprobt.
    (Ideal dafür ist die Methode, mit einem Link zu einem WhatsApp-Chat einladen zu können.)
  9. Szenisches Schreiben.
    Vgl. diese Umsetzung, die sich auf andere Texte und Aufträge anpassen lässt.
  10. Administration. 
    Klassenchats erleichtern die Organisation von Unterricht.

The Author

philippe-wampfler.ch

3 Comments

  1. irgendeiner says

    Allein anhand des Titels „Messenger im _Sprachunterricht_“ lässt sich die entscheidendere Frage des Einsatzes solcher Mittel im Unterricht nicht wirklich beantworten.

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