Evernote für alles

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Wir kennen das Gefühl alle: Eben konnten wir uns noch an eine Information erinnern, die Pendenzen lagen in klarer Abfolge vor uns, wir wussten, wo wir das spannende Interview gelesen haben, das wir in eine Präsentation einbauen wollten. Und im nächsten Moment ist alles weg. »Tip-of-the-Tongue«-Phänomen nennt man das. Die Angst, alles sofort wieder zu vergessen, ist sein Begleiter.

Digitale Hilfsmittel schwächen das Problem nicht ab, im Gegenteil: Wir lagern Informationen aus und merken uns, wo sie zu finden sind, anstatt die Informationen selbst zu speichern. Aber auch das gelingt nicht immer gleich gut: Wer ertappt sich nicht dabei, lange nach einem Link zu suchen oder in alten Mails eine Konversation zu suchen, an die man sich noch vage erinnert?

One mir einzubilden, früher sei Wissensarbeit leichter gewesen oder Vergessen hätte keine Rolle gespielt, habe ich mir vor einigen Monaten vorgenommen, etwas systematischer vorzugehen. Das Rezept: »Evernote für alles.«

Ich kenne Evernote aus der auch kollaborativen Projektarbeit. Mich überzeugt das Geschäftsmodell, das darin besteht, Menschen Software zu verkaufen und nicht ihre Daten auszuwerten – und ich mag die Texterkennungsfunktion, die auch handschriftliche Dokumente durchsuchbar macht. Überhaupt ist die Suche grundsätzlich mein Zugang zu Dokumenten: Im Browser und am Computer ordne ich kaum etwas, sondern nutze Suchanfragen. Genau so mache ich das bei Evernote, die Suche ist bei mir sogar im Browser integriert, so dass Websuchen auch Resultate aus meinen Evernote-Dokumenten anzeigen.

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Was mache ich alles mit Evernote?

  1. Ich lege Notizen an: Entweder direkt in Evernote oder auf Papier, von wo ich sie mit dem Smartphone nach Evernote übertrage. Protokolle, Briefe etc. entwerfe ich oft mit Evernote und übertrage sie dann in ein Textverarbeitungstool. (Google Drive lässt sich problemlos in Evernote integrieren.)
  2. Ich leite Mails, die weitere Bearbeitungsschritte erfordern, nach Evernote weiter.
  3. Ich notiere alle To-Do-Items in Evernote und markiere sie mit dem Schlagwort »todo«. (Das mache ich auch mit Mails oder fotografierten Notizen, wenn es Pendenzen sind.)
  4. Ich lege Dokumente in Evernote ab: Was ich auf Papier erhalte, digitalisiere ich, alle anderen verlinke ich nach Evernote oder speichere sie direkt aus dem Browser in Evernote ab.
  5. So speichere ich auch alle Tafelbilder mit Evernote ab und verschlagworte sie, um sie meinen Klassen zuweisen zu können.
  6. Ich verlinke Dokumente und Notizen miteinander.
  7. Ich versehe Dokumente mit Erinnerungen und Terminen. Formulare, die ich ausfüllen muss, erscheinen so am relevanten Tag auf meinem Smartphone.
  8. Für gemeinsame Projektarbeit nutze ich geteilte Notizbücher und den WorkChat für die Koordination und Sammlung von Materialien.

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Inhalte aus Evernote lassen sich direkt präsentieren, wie das nächste Bild zeigt – so sieht es aus, wenn ich ein Tafelbild aus Evernote für eine Klasse projiziere. Bildschirmfoto 2016-07-13 um 14.19.27

Evernote führt zu einer enormen Routine. Vieles braucht gar keine Überlegung mehr. Scannen, teilen, verschlagworten, verlinken, suchen etc. funktioniert sehr intuitiv und schnell. Ich nutze Evernote über die Apps und im Browser, auf verschiedenen Plattformen.

Ich bin sicher, auch Tools wie OneNote ermöglichen eine ähnliche Arbeit wie Evernote, möchte im Moment aber nicht wechseln. Evernote hat abgesehen von ein paar Design-Problemen für mich kaum Schwächen und erleichtert mir vieles – besonders, seit ich es konsequent für das private und berufliche Wissensmanagement nutze.

The Author

philippe-wampfler.ch

13 Comments

  1. Pingback: Wie Lehrkräfte digital fit werden – Schule und Social Media

  2. Pingback: Evernote als elektronisches Notizbuch | digithek blog

  3. Danke für den Input. Arbeite mit OneNote, denke, dass man am besten einfach dort bleibt, wo man angefangen hat. An OneNote gefällt mir, dass mir durch das Office 365 Abo der Schule gratis bis zu 1 TB Speicherplatz zur Verfügung steht. Ausserdem sehe ich sehr viel Potential für die Zusammenarbeit mit Schüler/-innen im sogenannten Kursnotizbuch (https://ictschule.com/2016/06/19/onenote-kursnotizbuch-anleitung/). Da weiss ich nicht, ob es etwas ähnliches auch für Evernote gibt.

  4. Pingback: Evernote für alles | quisquilia

  5. Evernote ist das einzige Programm, für das ich aus voller Überzeugung meinen Jahresbeitrag zahle. Hat mein Arbeiten im Unterricht vollkommen umgekrempelt. Vor allem auch die Dokumentenkamera ist sehr nützlich und macht eine Extra-App wie scannable fast überflüssig!

  6. vorinstanz says

    Danke für die interessanten Beispiele/Hinweise. Und natürlich auch für den Artikel, Philippe.

    @Wabble – Ja, es besteht tatsächlich ein Restrisiko, finde ich auch. Evernote lässt sich allerdings auch „lokal“ nutzen (was natürlich nicht der Pointe entspricht 😉 und die Daten sind in einem offenen Format (XML) gespeichert.

  7. Mathias Fontana says

    Danke für den Artikel – motiviert mich, Evernote wieder konsequenter zu verwenden…
    Was ich vor einigen Wochen entdeckt habe: die App „Sannable“ von Evernot. Sehr schnell und in guter Qualität kann ich so Dokumente digitalisieren und direkt aus der App in Evernote abspeichern.

  8. Anita Schuler says

    Danke – habe ich gerade in Evernote abgelegt – falls mir wieder mal die Argumente ausgehen 😉

  9. Andreas Sägesser says

    Ich nutze für die Gestaltung meines ePortfolios seit einigen Jahren Evernote. In diesem gestalte ich aktiv meinen Kompetenzentwicklungsprozess, indem ich meine Kompetenzen sammle und diese mit meinen Ressourcen verknüpfe. Dazu dokumentiere und reflektiere ich auch meinen Prozess. Das ePortfolio bildet dabei quasi das Zentrum meiner Personal Learning Environment (PLE). Die PLE umfasst weitere digitale Medien, welche für verschiedene Workflows die spezialisierten Werkzeuge sind. Evernote ermöglicht mir auch, mich mit anderen Interessierten zu vernetzen, indem wir Notizbücher teilen und Ressourcen diskutieren. Es entsteht ein Personal Learning Network (PLN).
    Hier geht es zu einer für mich wertvollen Ressource in diesem Zusammenhang
    Social Workplace Learning https://www.evernote.com/l/AMcs0T3SOdBFmL6KKGLMHSGJxYHCbY7LVtE

    • Anita Schuler says

      Danke, Andreas, dass Du uns damals auf Evernote gebracht hast. Dem ePortfolio sei Dank 😀

  10. Weniger gefällt mir am Geschäftsmodell, dass man die Software mietet. Wenn ich dann also mal drin bin, muss ich hoffen, dass der Anbieter nicht plötzlich den jährlichen Preis verdoppelt. Insofern sehe ich bei Evernote kaum mehr Planungssicherheit als bei Google.

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