Was zeigen die Bildverbreitungsexperimente in sozialen Netzwerken?

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Erziehung

teacher_700

Jeff Laythorpe ist Lehrer in Ontario, Kanada. Er hat auf seinem Twitter-Account obige Meldung veröffentlicht. Er forderte Leserinnen und Leser auf, sie weiterzuverbreiten, um zu zeigen, wie schnell sich Bilder im Netz verbreiten. Er selbst sagt zum Experiment:

We had just started a unit on Personal Safety, and Internet Safety was one of the strands in the curriculum. When we discussed social media one student asked if everyone around the world really see what we post on social media. So we decided to put it to the test.

Offenbar wollte er mit dem Experiment also beweisen:

  1. Dass sich Bilder auf sozialen Netzwerken schnell verbreiten;
  2. sie also eigentlich öffentlich sind, auch wenn sie auf Konten mit geringer Reichweite publiziert werden.
  3. Dass diese Zusammenhänge eine Gefahr darstellen.

Noch mal der Urheber:

The students have learned a lot. We have come to the understanding of how quick a message can travel. We also realize that a message or image can be shared by anyone and it will be out there forever. The class has adopted the phrase »think before you type« as well »say it before you send it« . Both helps us realize the impact our message might have, both positive or negative.

Auch wenn ich medienpädagogisch damit einverstanden bin, dass das Potential der Verbreitung mitbedacht werden soll, wenn Inhalte erstellt werden, scheint mir das Experiment dafür nicht sinnvoll zu sein.

Erstens zeigt es zunächst, wie schnell sich pädagogische Mitteilungen in sozialen Netzwerken verbreiten, nicht Bilder. Niemand wollte ein Bild verbreiten, sondern eine bestimmte Message weiterleiten: Das Internet ist gefährlich und unkontrollierbar. Das Experiment steht für den Glauben vieler Menschen, dass sie soziale Netzwerke nicht kontrollieren können, nicht für die Verbreitungsgeschwindigkeit von Bildern.

Zweitens scheint die Take-Home-Message zu implizieren, dass es generell in Ordnung ist, gedankenlos zu schreiben oder sprechen, dass aber der Anschluss ans Internet besondere Vorsicht erfordert. Von Schülerinnen und Schülern – egal welchen Alters – würde ich erwarten, dass Sie generell überlegen, bevor Sie sich schriftlich oder mündlich äußern.

Drittens ist es ja oft gerade im Sinn der Urheber, dass sich Bilder im Netz verbreiten. Das wollte wohl Mike Schwede seinen Kindern – die hier schon mal Thema waren – zeigen, die folgendes Experiment durchgeführt haben:

The Author

philippe-wampfler.ch

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  1. Pingback: Social-Media-Fallstudien als Lernmethode – Schule und Social Media

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