[Rezension] Bob Blume – Abc der wissensdurstigen Mediennutzer

Was am soeben erschienenen, handlichen Buch von Bob Blume sofort auffällt, ist der etwas schräge Titel. Zwei Fragen stellen sich:

  1. Weshalb braucht es für die Mediennutzung ein »Abc«?
  2. Weshalb sollten »wissensdurstige Mediennutzer« auf ein Buch angewiesen sein, wenn doch das Leitmedium das Netz ist?

Auf die zweite Frage antwortet Bob in der Einleitung: Geschrieben ist es für zwar neugierige Menschen, die sich aber im Netz »noch nicht zurechtfinden« (S. 5). Genauer noch: Für Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit der Jugendkultur im Netz einerseits, mit einer digitalen Unterrichtspraxis andererseits beschäftigen möchten. (Ob es wirklich »wissensdurstige Mediennutzer« gibt, die sich nicht ins Netz trauen, lasse ich hier mal dahingestellt – sein Zielpublikum freundlich zu begrüßen, ist ja generell eine kluge Strategie…)

Die erste Frage erschließt sich bei der Lektüre: Wer versucht, die Netzstruktur in ein lineares Sachbuch zu überführen, kann entweder eine Strukturlogik schaffen, in der dann die nicht-linearen Verbindungen im Netz in eine zwingende Abfolge gebracht werden – oder aber eine mehr oder weniger beliebige Reihenfolge finden (wie etwa die chronologische Sortierung in einem Blog). Die Abc-Struktur, die Bob schon für sein ersten Buch genutzt hat, sagt der Leserin oder dem Leser: »Steig irgendwo ein, was hier steht, ist alles verbunden.«

Was steht denn da? Auf jeweils rund drei kurzen Seiten – also in der Länge von Blogtexten – führt Bob in so unterschiedliche Begriffe wie Cyberkriminalität, Filterblase oder OER ein. Er geht dabei von konkreten Situationen oder Beispielen aus, mit denen auch die Relevanz der Begriffe vermittelt wird. Dann folgen Einführungen, die deutlich machen: Wer sich wirklich mit diesen Themen beschäftigen will, muss sich ins Netz bewegen und eigene Erfahrungen sammeln. Diese implizite Aufforderung wird mit QR-Codes, Links und Leseempfehlungen verstärkt.

Das Buch ist Angebot, Kolleginnen und Kollegen, die der Digitalisierung sehr skeptisch begegnen, zu einer kulturpragmatischen Haltung zu verhelfen. Es ist weder ein theoretisches Traktat noch ein Aufruf zu einer Bildungsrevolution – sondern soll Lehrkräften zu ersten Begegnungen mit digitaler Kultur und Praxis machen.

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Transparenz:
Ich habe von Bob ein kostenloses Rezensionsexemplar bekommen, herzlichen Dank. 

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