So denken Lehrpersonen über Social Media. Nummer 6 kann dein Leben verändern!

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Disclaimer: Die folgende Liste hat Unterhaltungswert. Sie vereinfacht die Realität und soll zur Reflexion anregen. Die Wirklichkeit bildet sie nicht adäquat ab. Der Titel folgt dem Schema »Sag es heftig!« 

* * *

Gehen Schulklassen in die Pause, so ist der Griff zum Smartphone oft die erste und wichtigste Erholungsmaßnahme für die Jugendlichen. Lehrpersonen stehen diesen Gewohnheiten der Jugendlichen ambivalent gegenüber. Die folgende Liste zeigt, welche Typen es unter Lehrpersonen gibt.

1. Typ »Cannabis«. 

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 10.48.44Er denkt: Social Media ist wie Cannabis: Wird oft verharmlost, macht süchtig. Alle behaupten, sie hätten es im Griff. Aber es gibt wenige, die am Wochenende einen Joint wie ein Glas Rotwein genießen. Die meisten verlieren die Kontrolle. Genau so gibt es sicher Jugendliche, die kreativ mit Twitter, Instagram oder einem Blog umgehen. Aber die meisten stumpfen dabei ab, werden oberflächlich und abhängig.

Seine Einsicht: Social Media sind ein Werkzeug. Sie sind nicht automatisch nützlich, sondern nur innerhalb eines sozialen Rahmens.

2. Typ »Ferienfoto«. 

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Sie denkt: Social Media sind ein guter Weg, um meinen Freundinnen und Freunden zu zeigen, was mir in den schönen Momenten des Lebens widerfährt. Ist doch nett, wenn man mit Bekannten, die weit weg leben, im Kontakt bleiben kann. Seriöse Informationen entnehme ich aber doch lieber Büchern. Man weiß ja doch nie, was jemand bei Wikipedia-Artikeln erfunden hat.

Ihre Einsicht: Ein Austausch hat nicht deshalb Gehalt, weil zwei Menschen zur gleichen Zeit am selben Ort sind.

3. Typ »Goethe«. 

GoetheEr denkt: Zum Glück hat Goethe Bücher geschrieben und sein Talent nicht auf Twitter verschwendet. Was einen Wert für die Bildung hat, wird in bekannten Formen der Nachwelt überliefert. Die Geschwindigkeit und Oberflächlichkeit der Neuen Medien taugt für schnelle Stürme der Entrüstung, eine vertiefte Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen oder kulturellen Fragen ist weder möglich noch erwünscht.

Seine Einsicht: Social Media sind sehr schnell und erzeugen deswegen auch viel Rauschen. Aus der Distanz fällt es oft auch aus Gründen des Kanons leichter, das Rauschen wegzufiltern.

4. Typ »Zirkel«. 

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 11.14.27Sie denkt: Für das, was ich hier unterrichte, gibt es Werkzeuge die funktionieren. Dass Menschen auf ihren Social-Media-Profilen viel quatschen, wenn der Tag lang ist, erstaunt nicht. Aber Werkzeuge sind das nicht, sonst wüsste ich, was man damit anfangen könnte.

Ihre Einsicht: Es hilft, Social Media so zu nutzen, dass ein Ziel angestrebt wird und die Nutzung eine Funktion hat.

5. Typ »Youtube«.

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 11.18.43Er denkt: Diese Youtube-Videos sind schon verdammt praktisch. Schnell den Projektor starten und schon sehen meine Schülerinnen und Schüler, was ich früher lange auf Videokassetten suchen oder gar selbst an die Tafel zeichnen musste. Ohne das Internet möchte ich nicht mehr unterrichten!

Seine Einsicht: Das Wissen ist im Netz.

6. Typ #edchatde

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 11.22.22Sie denkt: Social Media ist ein guter Ausgangspunkt, um über Bildung, Kommunikation und Schule nachzudenken. Der erste Schritt muss es sein, andere Perspektiven nachzuvollziehen und ein Netzwerk aufzubauen, damit wir mitbekommen, was die anderen so machen. Social Media macht das für uns so viel einfacher, z.B. mit dem #edchatde, am Dienstag um 8.

Ihre Einsicht: Die Digitalisierung gräbt die Berufswelt um. Ausbildung und Schule sind keine Selbstläufer mehr, sondern riskieren Kompetenzen zu vermitteln, die in einer digitalen Welt wenig nützen. Vernetzung ist wichtig, Experimentieren essentiell.

7. Typ »Duckface«. 

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 11.28.00Er denkt: Es gibt keinen besseren Weg als Social Media um zu verstehen, wie die Jugendlichen ticken. Von ihnen kann man lernen, was gerade so angesagt ist. Mache ich da mit, zeige ich mich von meiner menschlichen, ja kollegialen Seite – und was könnte meiner Rolle als Lehrperson zuträglicher sein als das?

Seine Einsicht: Wer Jugendliche verstehen will, sollte mit ihnen reden statt über sie.

8. Typ »Nur weil du nicht paranoid bist…«. 

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 11.39.50Sie denkt: Wer will, dass die Geheimdienste und Unternehmen jede seiner Vorlieben kennen und uns bis in den letzten Klick überwachen und manipulieren können, kann Social Media schon nutzen. Für die Schule ist sowas aber nicht: Was im Schulzimmer geschieht, muss nicht archiviert, ausgewertet und überliefert werden. Fehler müssen möglich sein und vergessen werden. Zudem ist ja mehr als die Hälfte von dem, was Menschen im Netz machen, ohnehin illegal.

Ihre Einsicht: Datenschutz bedeutet, dass nur die Daten gespeichert werden, die gespeichert werden müssen. Darüber muss vermehrt nachgedacht werden.

* * *

Der richtige Weg ist ganz einfach: Neue Methoden, Medien und Kommunikationswege sind nicht nutzlos, weil sie neu – genau so wenig wie die alten aufgrund automatisch überholt sind. Neue Wege auszuprobieren und über alte nachzudenken ist aber weder in der Schule noch sonstwo falsch.

Bildquellen: 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8

The Author

philippe-wampfler.ch

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  1. Pingback: Woanders | just another weblog :: Christian Fischer – fine bloggin' since 2001

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