Jugendliche schreiben so viel wie noch nie

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Unsere Schülerinnen und Schüler schreiben so viel wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Unser Schreiben verändert sich massiv. Die Herausforderung für die Schule besteht darin, herauszufinden, was seine Bedeutung ist, um für die nützlich zu sein, die ihre Erfahrung in Kompetenzen ummünzen möchten.

Dieses Zitat von von Jeff Grabill, der die Schreibaktivitäten amerikanischer Studierender untersucht hat, erstaunt nicht: Es ist in der digitalen Kommunikation kaum denkbar, sich zu präsentieren, ohne akzeptabel schreiben zu können. Beziehungen werden meist schriftlich angebahnt: Kommentare werden verfasst, Nachrichten ausgetauscht.

writing

Andrew Simmons, ein erfahrener Englischlehrer, beobachtet bei seinen Schülerinnen und Schülern eine massiver Verbesserung bei der Kompetenz, eigene Gefühle schriftlich auszudrücken. Tatsächlich geben in der Studie von Grabill über 90% der Studierenden an, sie würden hauptsächlich schreiben, um ein persönliches Bedürfnis zu stillen. Das hat, folgt man Simmons, besonders einen Einfluss auf männliche Jugendliche, die sich in sozialen Netzwerken von traditionellen Rollenbildern lösen könnten:

Just as social networking frees users from public decorum and encourages the birthing of troll alter egos, it allows my students to safely, if temporarily, construct kinder, gentler versions of themselves as well.

Das informelle Schreiben in den sozialen Netzwerken hat aber seine Grenzen:

Writing isn’t just about the spilling of guts, obviously, but the transparency encouraged by social networking has laid the foundation for this freedom. When this freedom results in powerful, honest writing, it can in turn result in true healing for kids—not just the momentary reassurance a well-received status update may provide.

Soll Schreiben diese psychologische Funktion für Jugendliche annehmen, muss es aus dem Kontext der schnelllebigen Netzwerke in Formen überführt werden, die mehr Geduld erfordern – einerseits durch intensivere Arbeit an Texten, andererseits durch eine verzögerte oder gar ausbleibende Reaktion der Mitmenschen.

Schreiben ist für Jugendliche wichtiger denn je. Das ist eine große Chance für die Schule – aber auch eine Herausforderung. Die Form ihres Schreibens ist oft weit von dem entfernt, was Textsorten im Schulunterricht traditionellerweise verlangen. So können etablierte Verfahren und Bewertungsprozesse schnell zum Eindruck führen, es würden Kompetenzen verloren gehen, wenn gleichzeitig wichtige erworben werden – nur nicht die, welche gemäß dem Kanon gefragt sind.

(Dieser Beitrag wurde bei Rivva verlinkt.)

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philippe-wampfler.ch

6 Comments

  1. Pingback: Social Media Szenario (2) | Praxis Basisbildung

  2. jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben ! jawohl, du solltest mehr sherciben !

    • Liebe Esther, die war ja fix bei dir…Quasi wie im Flug… ;O) Was habt ihr ja wunderschf6nes Wetter! Hier rentegs wie aus Eimern und an Blumen pflanzen ist noch lange nicht zu denken, der Bagger von den Bildern tobt hier immer noch ums Haus. Herzlichen Grudf Jana

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