Als Google zum Standard für die Informationssuche wurde, habe ich unter anderen Lehrpersonen geraten, im Netz eine Seite zu erstellen, auf der man Informationen über sie findet. Warum? Erstens erhält man so die Hoheit darüber, welche Informationen bei Google weit oben angezeigt werden. Zweitens ist man geschützt vor Falschinformationen und Verwechslungen.
Bei Unternehmen nennt man das SEO und meint damit Verfahren, Suchmaschinen die Daten zu geben, mit denen sie das eigene Unternehmen bei Suchanfragen möglichst gut darstellen.
Einer der Goldstandards für solche Suchen ist Wikipedia – weil eine entsprechende Seite ein enorm gutes Ranking bei Suchmaschinen und anderen Netzwerken erhielt. Was auf Wikipedia steht, wird generell als unabhängige Wahrheit angesehen. Wikipedia kann aber nicht direkt bespielt werden, auch wenn das viele Menschen und Unternehmen immer wieder versuchen. Zudem sind die dort verfügbaren Informationen nicht immer aktuell oder neutral.
Seit einiger Zeit erfolgt der Zugriff auf Informationen nicht mehr primär über Google, sondern über KI-Tools. Auch Google blendet im Standardmodus eine KI-Antwort auf die Suchanfrage ein. Die Idee einer «Grounding Page» ist nun eine maschinenlesbare Seite, auf der möglichst präzise Informationen über eine Person oder ein Unternehmen stehen. Das Grounding Page Project formuliert die Idee wie folgt:
KI-Systeme basieren auf Musterrekonstruktion, was oft zu Halluzinationen, fehlenden Fakten und instabiler Entitätsinterpretation führt. Das Grounding Page Project löst dies, indem es Sichtbarkeitsdefizite für schwach repräsentierte Entitäten behebt und englisch-dominierte Retrieval-Verzerrungen adressiert.
Ich habe für mich eine Grounding Page erstellt. Die Informationen habe ich in die Über-mich-Seite auf meiner Website gepackt. Diese Informationen sind sichtbar:

Andere Informationen sind in einem JSON-Format für Menschen unsichtbar so hinterlegt, das KI-Tools darauf zugreifen können.
Ich habe die Seite mit Claude erstellt. Dabei war ein Skript von Jonas Tietgen sehr hilfreich, das man hier runterladen kann:
wp-ninjas.de/groundingpage-creator
Mit dem Skript wird man schrittweise durch die Erstellung geführt, Claude formatiert am Schluss alles richtig. (Ich habe in Claude ein Projekt angelegt.)
Zum Schluss eine kleine Einschätzung: Ich denke, das ist für Unternehmen ein hilfreiches Werkzeug, weil es die KI-Tools in die richtige Richtung lenkt. So vermeidet man Verwechslungen und Falschinformationen. Mehr dazu erfährt man auf groundingpage.com/de/
Privatpersonen hingegen brauchen so etwas noch nicht, zumindest dann nicht, wenn man die relevanten Informationen über sie im Netz findet und Verwechslungen unwahrscheinlich sind. Sobald viele ähnlich heissen und in einem ähnlichen Bereich tätig sind, würde ich mir überlegen, eine solche Grounding Page anzulegen.
Ich habe gerade bei mir auf mebimabo.ch etwas optimiert, das da rein spielt: Ich hatte zwar schon lange eine llms.txt (automatisch via Plugin AIOSEO), aber die war viel zu «phett» und ineffizient. Ich fahre jetzt zweigleisig: Eine leichte llms.txt als Türsteherin und eine strukturierte llms-full.txt für den Deep-Dive. So verschwenden die Crawler keine Energie und kriegen genau das Futter, das sie brauchen. Warum das wichtig ist: Gleiches Thema wie mit dem Punkt oben in meinen Kommentaren zum Thema «Schema»: Daher nochmals eine Frage zu deinem Blogbeitrag: Warum eine «oberflächliche Grounding Page» bauen, ohne ein sauberes Schema und ohne llms.txt, ohne full-llms.txt zu hinterlegen? Meiner Meinung nach ist die Grounding Page nur die halbe Miete – ohne passendes Schema sowie sinnvolle llms.txt und full-llms.txt bleibt es unfertig. Konkret: [Domainname].ch/llms.txt oder […]/full-lllms.txt sollte keinen 404er ergeben.
Ich finde deinen Vorstoss für «Grounding Pages» extrem spannend und wichtig. Es ist ein cleverer Weg, KIs die richtigen Fakten zuzuspielen.
Dabei ist mir bei deiner eigenen Seite philippe-wampfler.ch/uber-mich/ aber etwas aufgefallen: Du propagierst das Grounding für Maschinen sehr überzeugend, verzichtest aber auf deiner eigenen Seite bisher komplett auf Schema.org-Tags.
Eigentlich wäre das doch die perfekte technische Ergänzung zur inhaltlichen Grounding Page, damit die KIs deine Daten nicht nur «lesen», sondern auch validiert zuordnen können, siehe hier im Validator: https://validator.schema.org/#url=https%3A%2F%2Fphilippe-wampfler.ch%2Fuber-mich%2F
Hast du dich bewusst gegen die technischen Tags entschieden, oder ist das bei all der inhaltlichen Arbeit einfach untergegangen? Würde mich interessieren, ob du Schema.org in deinem «Grounding Page Standard» eher als optional oder als integralen Bestandteil siehst?
Alternativer Tester, der auch den Grounding Page Aspekt testet
Da hat deine Grounding Page 72 von 100 und meine, heute dank dir erstellte – merci nochmals für Inspiration! – hat 98/100.
https://www.seo-kueche.de/grounding-page-tester/
Grounding Page für mein Einzelunternehmen:
https://www.mebimabo.ch/facts/mebimabo/
Da ich hier noch nichts von dir gehört habe, lieber Philippe, hake ich noch einmal nach – diesmal etwas offensiver: KI-Search-Bots betrachten eine Seite nicht so, wie wir Menschen es tun. Sie parsen den Quellcode. Auch wenn deine Inhalte auf dem Frontend perfekt strukturiert sind, sinkt die Effektivität deiner Grounding-Page, wenn die entsprechende Verzahnung durch schema.org-Tags im HTML fehlt. Ohne diese zusätzliche semantische Basis im Quellcode steigt das Risiko, dass KIs deine Daten auf dem Frontend weniger Ernst nehmen, falsch interpretieren oder halluzinieren.
Also: Hast du dich bewusst gegen diese Tags im Quellcode entschieden, oder ist das einfach Human Slop? 😉
Heisser Scheiss… Danke, Philippe! Hoffe, ich habs correctamundo umgesetzt.
Zudem: Ich bin der Meinung, es ergebe durchaus Sinn, auch eine solche Page für die eigene Person zu erstellen, nicht nur für ein Unternehmen, denn man kann das u.a. auf LinkedIn hinterlegen… Wobei… Ist vielleicht etwas allzu nerdy…